Debatten sind vergiftet – BUZZARD hat das Gegenmittel

Hass, Hetze und Radikalisierung dominieren zurzeit Debatten im Alltag und im Netz. Vor allem auf Social Media wird über komplexe Themen alles andere als sachlich diskutiert. Felix Friedrich und Dario Nassal wollen das mit BUZZARD ändern und zeigen, dass Innovationen nicht immer rein technisch sein müssen. Dafür haben sie eine innovative News-App geplant. Ihre Crowdfunding-Kampange ist seit kurzem online. 

Medien-Innovation made in Leipzig

Egal ob zum Thema Klimawandel oder Trumps US-Politik. Wenn es zu Debatten im Netz kommt, enden diese schnell hässlich. Extremisten und Populisten erlangen immer mehr Macht, und das nicht nur in den Medien. Laut den BUZZARD-Gründern Felix Friedrich und Dario Nassal liegt der Kern des Problems in unserem Medienkonsum: Wir neigen dazu Medien zu konsumieren, die unsere Sicht auf die Welt bestätigen. Hinzu kommen Algorithmen, die Themen auf sozialen Netzwerken vorsortieren. Die Folge daraus ist, dass Menschen es sich in Filterblasen bequem machen und verlernen, wie man konstruktiv diskutiert.

Die BUZZARD Gründer Dario Nassal (links) und Felix Friedrich (rechts) wollen LeserInnen die Busshard-Perspektive auf die wichtigen Themen unserer Zeit vereinfachen. (Quelle: The Buzzard UG, Foto: Alisa Sonntag)

Die News-APP mit der Vogelperspektive

Was bisher fehlt ist eine Plattform, die eine ganz neue Perspektive auf die Nachrichten ermöglicht. Am besten per App sodass jeder der sich informieren möchte keinen zusätzlichen Aufwand im stressigen Alltag betreiben muss, um das komplette Meinungsspektrum zu relevanten Themen abrufen zu können. Ein Werkzeug quasi, dass es NutzerInnen ermöglicht, sich aus ihrer Filterblase heraus zu bewegen. Das ändert sich jetzt mit BUZZARD.

BUZZARD ist eine neue und innovative News-App, in der LeserInnen sich täglich zu aktuellen Themen informieren können. Dafür kuratiert das Team rund um die Gründer von BUZZARD kuratiert hierfür  zu verschiedene Positionen und Argumenten repräsentative Stimmen aus den jeweiligen Perspektiven. Zum Thema Trump könnten sich die NutzerInnen dann in der App beispielsweise sowohl über Meinungen der konservativen Amerikaner als auch die der liberalen informieren. Zusätzlich gibt das Team seinen LeserInnen Zusammenfassungen mit an die Hand, wer hinter den jeweiligen Perspektiven steckt, sodass diese sich in kurzer Zeit umfangreich informieren können. 

„Mit Buzzard kann man die Top-Themen des Tages verfolgen und findet zu diesen Top-Themen Perspektiven, die einem das Gefühl vermitteln: Wow, so habe ich das noch nie gesehen, man bekommt jeden Tag den Überblick und kann seinen Horizont ständig erweitern.“, beschreibt Gründer Dario Nassal die App in einem Interview mit MunichStartup.

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Über die App bekommen die NutzerInnen täglich relevante Themen und ein Spektrum an Perspektiven zusammengefasst. Wer sich als Gründungsmitglied an dem Crowdfunding beteiligt, der kann mitentscheiden, welche Themen und Debatten geführt werden sollen. BUZZARD arbeitet ohne Algorithmen. (Quelle: The Buzzard UG)

Crowdfunding mit Gründungsmitgliedern

In den vergangenen Monaten haben die Gründer mit ihrem Team intensiv ihre Crowdfunding-Kampagne vorbereitet, die seit kurzem online ist. Für 5€ im Monat können LeserInnen zu GründungsmitgliederInnen werden. Das heißt, sie erhalten für ihren finanziellen Beitrag nicht nur das fertige Produkt, sondern können in Zukunft auch über Themen abstimmen, Debatten mitentscheiden und aktiv mitgestalten, in welche Richtung sich die App weiterentwickeln soll. Besonders wichtig ist den Gründern hierbei auch der Faktor Transparenz. Sie wollen zeigen, wer sich hinter ihrer Arbeit verbirgt und auch, wohin das Geld fließt, dass ihre Gründungsmitglieder beisteuern. So wollen sie eine partizipatives und transparentes Modell für den Alltag schaffen.

„Die App ist fertig entwickelt, wir stehen in den Startlöchern. Aber jetzt geht es um alles: Wir können das Medium nur starten und täglich in einer Redaktion mit Artikeln bestücken, wenn die Finanzierung für ein Jahr gesichert ist. Deshalb das große und alles entscheidende Crowdfunding.  Wenn wir es schaffen, gemeinsam 4.500 Gründungsmitgliedern an den Start zu gehen, dann wird ein ganz neuer Blick auf die Nachrichtenwelt möglich werden.“, erklärt Gründer Felix Friedrich im Gespräch mit MunichStartup.

Mit dem Geld, dass sie durch die Mitgliederfinanzierung einnehmen wollen, sind der Aufbau für einer Tagesredaktion für ein Jahr sowie die Kosten für Entwicklung, Design und Marketing gesichert. Das Crowdfunding für BUZZARD läuft noch bis zum 8. November.

Die Buzzard Redaktion
Das 8 Köpfige Team der BUZZARD Redaktion.

Für mehr Verständnis und bessere Debatten

Aus The Buzzard wird nun BUZZARD, die App die einen neuen Medienkonsum möglich macht, für mehr Verständnis sorgen und zu besseren Debatten führen soll. Nach dem Motto „Demokartie braucht Diskurs“ wollen die Gründer mit ihrem innovativen Ansatz und der Kampagne einen Diskurswandel anstoßen. Rückenwind bekommen die Gründer außerdem von bekannten UnterstützerInnen aus dem Bereich Journalismus und Medien.

„Die gewaltfreie, zivile Debatte ist der Sauerstoff, den eine Demokratie zum Leben braucht. Ohne öffentliche Debatte haben wir keine Sprache mehr, uns darüber auszutauschen, wie wir leben wollen und damit in letzter Konsequenz keine funktionierende Demokratie mehr. Teile der Öffentlichkeit drohen gerade sich komplett aus einer gemeinsamen öffentlichen Debatte zu verabschieden. Ich unterstütze Bestrebungen wie BUZZARD, die das zu verhindern versuchen“, Stephan Dörner, Online-Chefredakteur t3n.

Weitere bekannte UnterstützerInnen der Vision von BUZZARD sind beispielsweise Maria Exner, die stellvertretende Chefredakteurin der Zeit Online, Wulf Schmiese, Chefredakteur beim heute journal oder Stefan Leifert, ZDF-Korrespondent in Brüssel.

Diskurswandel aus Mitteldeutschland

Besonders in Mitteldeutschland ist das Problem, gegen das BUZZARD angehen will, immer wieder präsent. Erst kürzlich haben die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen die Spaltung der Gesellschaft deutlich gemacht. Die Debatten um die politische Lage werden immer radikaler. Die Region kann daher besonders stolz darauf sein, dass hier vor Ort nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche, und digitale Innovationen geschaffen werden. Seit 2017 sitzen die Gründer im Social Impact Lab in Leipzig, dessen „Sozial & Gründer“-Stipendium sie erfolgreich durchlaufen haben. In den letzten zwei Jahren hat das Team seine Gründungsidee mit einem Prototypen erfolgreich getestet. In dieser Zeit haben sie auch zahlreiche Auszeichnungen erhalten, wie etwa den Creative Business Cup 2017 für Deutschland, Kultur- und Kreativpiloten-Auszeichnung und Google Digital News Initiative.

Noch bis zum 8. Dezember könnt ihr das junge, innovative Leipziger Medien Startup bei ihrem Crowdfunding unterstützen. 

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