Wie Lipotype aus Dresden hilft, die „Lipid Highways“ zu erforschen

Foto: André Wirsig für Lipotype
Prof. Solimena, die LEA Preisträgerin Prof. Dr. Gavin und Lipotype Gründer Prof. Simons nach der LEA Preisverleihung. (Foto: André Wirsig für Lipotype)

Zum ersten Mal wurde in Dresden ein Wissenschaftspreis speziell für den Bereich der Lipid-Forschung verliehen. Mitinitiatoren des Lipidomics Excellence Award (LEA) ist die Lipotype GmbH aus Dresden. Das Max Planck Spin-Off bietet einen Lipidanalyseservice für ein breites Spektrum von klinischen und industriellen Anwendungen. 

Erste LEA Preisträgerin entwickelt Landkarte der „Lipid Highways“

Die Preisträgerin des weltweit ersten Lipidomics Excellence Award (LEA), Prof. Dr. Anne-Claude Gavin von der Universität Genf, nutzt die Analysetechnologie der Dresdner Lipotype GmbH für den nächsten Durchbruch in ihrer Forschung zum Lipidtransfer. Die Biochemikerin erarbeitet die weltweit erste molekulare „Landkarte der Lipid Highways“: Sie kartographiert die Wege, auf denen der Lipidtransfer zwischen den Membranen in Körperzellen verläuft.

„Der Lipidstoffwechsel spielt nach neuesten Erkenntnissen eine wichtige Rolle bei Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs oder Alzheimer. Wenn wir besser verstehen, auf welchen Wegen welche Proteine mit welcher Wirkung daran beteiligt sind, eröffnen sich neue Möglichkeiten für potentielle Therapien“, erklärt die Preisträgerin das Ziel ihrer Forschungsarbeit.

Mithilfe der Lipidomik lassen sich laut Prof. Dr. Gavin Fragen beantworten, die die Wissenschaft ohne sie noch nicht einmal gestellt hätten. Sie sei in der Lage Türen zu öffnen, hinter denen vielleicht die Antwort auf unsere Zivilisationskrankheiten stecken.

Lipidomik in der Diabetesforschung

Life-Science-ForscherInnen verschiedener Disziplinen entdecken die Shotgun-Lipidomics-Analysemethode von Lipotype für ihre Forschungsarbeiten. Auch die Diabetesforschung nutzt die Technologie. So gebe die Lipidomik den ForscherInnen beispielsweise nach und nach Aufschluss in Prozesse und Zusammenhänge, die mit herkömmlichen Analysemethoden unentdeckt bleiben würden:

„In der Diabetesforschung erzielen wir mithilfe der Lipidomik gute Fortschritte, z.B. ist es uns möglich molekulare Lipidsignaturen zu definieren, die uns Aufschluss darüber geben, wie sich eine Diabetes Typ 2 entwickelt und wie die Erkrankung fortschreitet.“, erklärt Prof. Dr. Michele Solimena, Professor für Molekulare Diabetologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und Direktor des Paul-Langerhans-Institutes Dresden.

Weltweit einzigartige Auszeichnung für tieferen Einblick in den Lipid-Kosmos

Der Lipidomics Excellence Award würdigt Innovationskraft und Forscherdrang herausragender WissenschaftlerInnen, die mithilfe von Lipidomics neue Wege gehen, und ist damit weltweit einzigartig. Die Gewinnerin Prof. Dr. Anne-Claude Gavin hatte sich mit ihrer Projektidee gegen zahlreiche internationale WissenschaftlerInnen und Forschungsteams durchgesetzt. Eine unabhängige Fachjury aus renommierten Lipidomics-ExpertInnen kürte die Wissenschaftlerin, die derzeit an der Universität Genf forscht, schließlich zur Siegerin und sprach ihr die damit einhergehenden Analysen im Wert von 50.000 EUR zu.

„Wir wollen zeigen, dass Lipidanalysen den Unterschied machen können zwischen Forschung und bahnbrechender Forschung: Durch die neuen Daten bekommt man einen noch tieferen Einblick in den Lipid-Kosmos. Es ist höchste Zeit, die Potentiale zu nutzen. Lasst uns sehen, was wir noch alles entdecken können“, erklärt Prof. Dr. Kai Simons, Professor und Direktor Emeritus des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden sowie Gründer und Geschäftsführer der Lipotype GmbH.

Weitere Preise

Der zweite Preis mit einem Gesamtwert von 10.000 EUR ging an Dr. Oliver Schmidt, Assistenzprofessor am Biocenter der Medizinischen Universität Innsbruck, für sein Proteinabbau Forschungsprojekt.

Den dritten Preis im Gesamtwert von 1.500 EUR erhielt Prof. Sarah L. Keller, Professorin für Chemie an der Universität von Washington (Seattle) für ihr Zellmembran-Forschungsprojekt in Hefe.

Mehr zu den Forschungsschwerpunkten der PreisträgerInnen gibt es hier.

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