Weniger Existenzgründungen in Sachsen

Sächsischer Gründerreport

In Sachsen ist die Zahl der Gewerbeanmeldungen im vergangenen Jahr erneut gesunken. Insgesamt gab es nur etwa halb so viele Neugründungen wie noch vor zehn Jahren. Damit folgt das Gründungsgeschehen in Sachsen dem bundesweiten Trend.

Im dem Bericht des Sächsischen ExistenzgründerNetzwerks heißt es, dass im vergangenen Jahr 10.328 Gründer den Weg in die hauptberufliche Selbstständigkeit gingen – rund 800 weniger als 2015. Die Zahl der Neugründungen im Nebenerwerb lag im Vorjahr bei 10.187 und damit zehn Prozent niedriger als 2015. Der größte Anteil aller fand dabei im Baugewerbe (2.551), im Handel (1.863) und in der Gastronomie/Beherbergung (1.285) statt. In allen anderen Branchen gab es weniger als 1.000 Gründungen.

Als Ursachen für die niedrige Gründungsbereitschaft führt der Bericht vor allem die günstige Konjunktur und die daraus resultierenden guten Arbeitsmarktbedingungen an. Viele würden nur wenige Anreize sehen, das vermeintliche Risiko einer Gründung einzugehen, hieß es. Die Handwerkskammer Dresden ruft daher dazu auf, die sächsische Gründerszene aktiv zu beleben.

Anders als bei den gewerblichen Gründungen sieht es hingegen bei der Entwicklung der Freien Berufe wie freien technischen und naturwissenschaftlichen, rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe sowie freien Kulturberufen aus. In Sachsen registrierten die Finanzämter in diesen Bereichen 4.360 Gründungen – ein Wachstum um zwölf Prozent gegenüber 2015. Der Anteil der freiberuflichen Existenzgründungen an allen Gründungen stieg damit deutlich. Jede dritte Gründung erfolgte 2016 durch Freiberufler. Damit liegt Sachsen immerhin über dem Bundesdurchschnitt.