Ein Liebesbrief an die Selbstständigkeit

Claire Nesseler (l.) und Anne-Kathrin Berlinecke (r.)

Anne-Kathrin Berlinecke, Gründerin von DIE MARKENKUPPLER aus Hamburg, plaudert für uns aus dem Nähkästchen darüber, warum es sich trotz aller Hürden mehr als gelohnt hat, den Schritt in die Freiheit zu wagen. Als „Markenkupplerin“ hat sie täglich Kontakt mit Gründern , aber auch mit den Köpfen hinter den großen Unternehmen. Am meisten erstaunt uns dabei ihre nie enden wollende Motivation und ihre Liebe dafür, was sie tut.

Hat es Dich der Schritt in die Selbstständigkeit viel Mut gekostet?

Nein, es war für mich selbstverständlich, diesen Schritt zu gehen – Um mich weiter zu entwickeln und mir selbst näher zu kommen.

Wie hat sich Dein Leben verändert?

Alles hat sich verändert! Meine Einstellung zum Leben, zur Arbeit und zu mir. Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt, stand vor unzähligen Herausforderungen und bin heute glücklicher den je. Ich gehe jeden Tag einen weiteren Schritt in meinem Leben für mich und liebe es, das Gefühl und den Enthusiasmus tagtäglich zu teilen. Ich liebe was ich tue und ich es macht mir Spass immer neue Lösungen, Wege und Ideen zu finden und umzusetzen.

Drei Persönlichkeits-Eigenschaften, die Dich beruflich am weitesten gebracht haben?

Ausdauer, Vertrauen und Selbstbewusstsein.

Was ist Deine größte Motivation, was ist Deine größte Angst?

Angst habe ich keine. Ich bin meine Motivation und die vielen wilden und tollen Ideen, die wir mit unseren Kunden entwickeln und die uns tagtäglich begegnen.

Was braucht es, um ein eigenes funktionierendes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

Alles zu nehmen wie es kommt und dabei entspannt zu bleiben. Ausdauer, Ausdauer, Ausdauer und ein gutes privates Umfeld, was einen emotional unterstützt, wenn einem manchmal die Puste ausgeht.

Ticken die Gründer von Start-Ups anders als die Chefs großer Unternehmen?

Es ist nicht alles „all about the money“ – am Ende ja brauchen wir alle Geld zum Leben. Viele von uns dürfen aber gezielter tun, wofür sie stehen oder was sie lieben.

Viele Gründer die ich kennenlernen durfte, gründen, um wirklich einen gemeinschaftlichen oder sozialen Mehrwert zu schaffen, der einen Nutzen stiftet. Klar sind die individuellen Bedürfnisse unterschiedlich.

Man darf auch eine Führungskraft in einem Unternehmen nicht verallgemeinern. Zum einen wird die Luft dünn oben und die Entscheidungen beziehen sich oftmals in Bezug auf das jeweilige Jahresgehalt, die Bedingungen & Strukturen sind nicht immer leicht zu umgehen, sodass viele Entscheidungen schon auf dem Weg zum Board abgelehnt werden, oder die Eigentümer im letzten Schritt einen Riegel vorschieben. Aber auch das ist viel zu pauschalisiert…

Ich denke es ist die Frage nach was ich will, was für ein Typ ich bin, wie ich mich ein- und unterordnen kann, wie stark möchte ich gestalten und wieviel Freizeit ich haben möchte.

Am Ende sucht man sich ein Unternehmen aus und darf erst einmal entdecken, wie der Laden läuft, welche Hoheiten und Muster es gibt. In Jungunternehmen hat man andere Kompromisse. Die Tankerstruktur, die sehr viel Lernaspekte liefert und Erfahrung bietet, fehlt oftmals zwischen den „Green Horns“. Hier möchten alle individuelle Sternchen sein und was bewegen und vorantreiben, der Spirit ist aktiver – aber auch das ist wieder pauschalisiert.

Am besten so viel wie möglich ausprobieren, zuhören und lernen zu wollen, ist glaube ich eine Möglichkeit, sich selber und seine Wünsche & Stärken besser kennen zu lernen und anschließend Entscheidungen für sich und in seinem Wunscharbeitsumfeld zu treffen – Es ist nie für irgendetwas zu spät!

Würdest Du Dich, rückblickend, wieder für die Selbstständigkeit entscheiden?

JA!

Vielen lieben Dank für das Interview und bleib weiterhin mit Liebe und Motivation dabei!

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