Was Unternehmen gegen gefälschte Rechnungen tun können

gefälschte Rechnungen

Bei der Gründung einer Firma werden die Unternehmer bekanntlich mit einigen Hürden konfrontiert. Auch bei der Eintragung ins Handelsregister sollten sie die Augen offen halten: Solch ein Eintrag dient Betrügern zum Anlass, gefälschte Rechnungen für die Eintragung an die frisch gegründeten Unternehmen zu verschicken.

,,Die gefälschten Rechnungen kamen zuerst“

Florian Bontrup gründete die Firma DOCYET UG im Juni 2017. Wenige Tage nach der Eintragung ins Handelsregister kam der Brief mit der angeblichen Rechnung ins Büro des Startups geflattert. Der Brief mit dem Absender „GRVH Gewerbe Handels Register“ vermittelt einen amtlichen Eindruck und hält einen Überweisungsträger parat. Der Gründer hielt diesen für eine echte Rechnung für die Eintragung ins Handelsregister und hätte sie fast beglichen. Er wurde allerdings stutzig, als noch weitere Briefe in ähnlicher Form das Büro erreichten. Insgesamt waren es fünf Briefe, welche nach offiziellen Schreiben aussahen. Sie forderten mit einer Zahlungsfrist von 5 Tagen jeweils Summen zwischen 400 und 1000 Euro für einen Eintrag in ein Verzeichnis, dass nicht klar nachvollziehbar war. Erst am Ende erhielt Bontrup den offiziellen Brief für die Eintragung ins Handelsregister. 

Wie entstehen gefälschte Rechnungen?

Seit 2009 werden Eintragungen und Änderungen im Handelsregister im Internet veröffentlicht und sind somit für alle einsehbar. Betrüger nutzen seitdem diese bequeme Möglichkeit, um neu gegründete Unternehmen zu ermitteln und ihnen gefälschte Rechnungen für die Eintragung zu schicken – und kommen damit meistens den offiziellen Rechnungen zuvor. Wie unschwer zu erkennen ist, stecken hinter diesen Rechnungen sogenannte Briefkastenfirmen, welche zum Teil nur schwer nachzuverfolgen sind.

In zahlreichen Fällen zwischen 2011 und 2015 sollen die Briefkastenunternehmen mit der „Handelsregister-Masche“ 3,1 Millionen Euro erhalten haben, da etwa die Hälfte der angeschriebenen Firmen den Betrag gezahlt haben soll. Die Betrugswelle scheint seit der leicht einsehbaren Eintragung in das Handelsregister nicht abzunehmen. Viele Briefkastenfirmen konnten überführt werden, jedoch versuchen sich stets neue Betrüger daran.

Wie sind gefälschte Rechnungen zu erkennen?

Auch wenn die gefälschte Rechnung einen offiziellen Anschein macht: Es ist leicht möglich, sie als solche zu entlarven. Die wichtigsten Kriterien sind:

  • Häufig klingt der Absender ähnlich wie die offiziellen Behörden, weicht aber davon ab.
  • Es sind keine oder keine vertrauenserweckenden Kontaktdaten angegeben.
  • Es sind sehr kurze Zahlungsfristen angegeben, bei Nichteinhaltung wird teilweise unberechtigterweise mit Strafzahlungen gedroht.
  • Es ist ratsam, sich vorher zu informieren, wie hoch die Kosten für die „richtige“ Eintragung ins Handelsregister für die eigene Unternehmensform sind – häufig liegen sie meist unter den Kosten der gefälschten Rechnungen.
  • Ein Anruf im zuständigen Amtsgericht gibt Sicherheit darüber, ob die Rechnung echt ist. Der Betrug sollte direkt dem Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität gemeldet werden.

Auch wenn derart professionell gefälschte Rechnungen bei zahlreichen neu gegründeten Unternehmen für Verunsicherung sorgen können, so sind sie glücklicherweise einfach zu erkennen und müssen dem frisch gegründeten Startup nicht im Weg stehen.

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