No Risk, No Fun? Tipps für risikoaverse Gründer

Der Sprung ins Nichts? Nicht immer muss eine Unternehmensgründung mit finanziellen Risiken verbunden sein

Sobald jemand von Gründen spricht, haben viele gleich das Bild eines überarbeiteten Unternehmers im Kopf, der mit Überstunden zu kämpfen hat und ein Leben am Existenzminimum führt, bis sich das eigene Unternehmen auszahlt und schwarze Zahlen geschrieben werden. Dass eine Unternehmensgründung auch ganz ohne Risiko laufen kann, zeigen die im Folgenden vorgestellten Strategien für risikoaverse Gründer.

1. Produktkreierung – das Minimum Viable Product

Das MVP (Minimum Viable Product) bezeichnet die minimalistische Ausführung eines Produktes, die jedoch vom Kunden als ein richtiges Produkt wahrgenommen wird. Wenn potenzielle Kunden auf das MVP reagieren, weiß man, dass Nachfrage besteht.Wenn nicht, dann spart man sich weiteres Geld, wertvolle Zeit und unnötige Frustration.

Ein gutes Beispiel für ein MVP ist die allseits bekannte und beliebte Online-Plattform Dropbox. Die Macher des Onlinedienstes drehten zuerst ein Video über das noch gar nicht bestehende Produkt und begannen erst nachdem überraschend überwältigendem Feedback mit der Entwicklung von Dropbox. So stand von vornherein fest, dass der Entwicklungsaufwand auch wirklich gerechtfertigt sein würde.

Erst Interesse bei potentiellen Käufern generieren, dann das Produkt bauen: Dieses Konzept funktioniert natürlich auch für physische Produkte. So kann man eine Webseite für ein Produkt aufsetzen und Online Traffic, beispielsweise durch Google Adwords generieren. Wenn viele Besucher das bis dato noch fiktive Produkt tatsächlich ordern möchten, so weiß man, dass ein reales Interesse am Produkt besteht und kann sich einen ersten Eindruck über die Nachfragesituation verschaffen.

Fazit: Erst herausfinden, ob tatsächlich Nachfrage für das Produkt besteht, bevor man unnötiges Geld in den Launch oder die Entwicklung des Produktes investiert.

2. Wachstum und Gründung aus dem eigenen Cashflow

Tatsächlich besteht in den meisten Fällen keinerlei Notwendigkeit das Startup zu gründen, bevor man nicht die ersten Aufträge in der Tasche hat. Deshalb bietet es sich an, erst bei Auftragseingang das Unternehmen zu gründen. Das mag zwar nicht für alle Geschäftsmodelle funktionieren, aber man sollte grundsätzlich immer zuerst überprüfen, ob es einen Markt gibt. Falls ja, kann man oft auch das laufende Wachstum sowie die Gründung aus dem Cashflow finanzieren.

Fazit: Investitionen aus dem Cashflow zu zahlen, ist eine großartige Möglichkeit, das Risiko aus der Gründung zu nehmen.

3. Bootstrapping

Sparen, Sparen, Sparen: Bootstrapping bezeichnet eine Form der Gründungsfinanzierung, bei der nur sehr geringe finanzielle Mittel verwendet werden. Geld in ein Büro finanzieren, bevor der erste Euro verdient ist? Erfüllt nicht auch ein Co-Working-Space den Zweck?  Muss es eine neue Telefonanlage sein oder ist ein VoiP-Anbieter ausreichend? Auch die Kosten für Design, Webseite, Marketing usw. können sich sehr in Grenzen halten,  wenn man ein bisschen recherchiert. Die Infrastruktur vieler Unternehmen im Internet lässt sich heute mit nur wenigen Euros bootstrappen. Selbst die erste Version von Groupon funktionierte auf WordPress-Basis.

Fazit: Meistens gibt es neben der erstbesten, meist teuren Lösung noch eine Lösung, die das Gleiche leistet und deutlich weniger kostet, oder im besten Fall sogar völlig kostenlos ist.

4. No Budget Marketing

Wichtig ist, dass das Markting bereits startet, bevor das fertige Produkt besteht, genau wie beim MVP. Das Marketing vorab kann zusätzlich dabei helfen, herauszufinden, ob ein Interesse an einem Produkt besteht. Mit verschiedenen Tools ist es möglich, tausende Menschen völlig kostenlos zu erreichen.

Social Media Beiträge auf den Plattformen Facebook, Twitter, Snapchat etc. und das Vernetzen mit Social Influencern ist für junge Unternehmen ein Must-Do. Darüber hinaus ist die SEO-Optimierung der eigenen Website kostenlos und kann die eigene Website bei gegebener Qualtät und Relevanz bei der relevanten Zielgruppe auf hohen Rängen platzieren. Hier lohnt es sich, Zeit und Mühe in das Studieren der Anforderungen großer Suchmaschninen wie Google etc. zu investieren. Blogmarketing ist ebenfalls eine effiziente Methode, um kurzfristig und kostenlos tausende relevante Leser zu erreichen. Auch der gezielte Einsatz von Public Relations kann dabei helfen, Marketingeffekte zu generieren, beispielsweise über das Netzwerken mit Journalisten.

Fazit: Durch den gezielten Einsatz von sozialen Medien, PR und co. können Startups kostenlos tausende potentielle Kunden erreichen.

Wie sich zeigt, braucht es für die Gründung eines Unternehmens weder Geld noch ein Produkt – Nur eine zündende Idee braucht es, um ein Startup auf die Beine zu stellen… Worauf wartet ihr also?!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.gründerszene.de