TinkerToys lassen Kinderherzen höher schlagen

Startup Magdeburg

Dank dem Magdeburger Startup ‚,TinkerToys‘’, können selbstkreierte Fantasie-Spielzeuge mit Hilfe von 3D-Druckern zum Leben erweckt werden.

1.) Hallo Sebastian, schön, dass es geklappt hat. Stell dich doch unseren Lesern kurz vor. 

Ich bin Sebastian Friedrich, einer der drei Gründer von TinkerToys. Vor knapp 3 Jahren haben wir angefangen uns mit der Idee, die hinter TinkerToys steckt, zu befassen. Ich bin aus dem Gründerteam der Ingenieur und dementsprechend zuständig für die Produktion und den 3-D Druck.

2.) Du bist Teil des Startups TinkerToys, was kann ich mir darunter vorstellen?

Das Ziel was wir mit TinkerToys von Anfang an verfolgt haben war es, Kindern zu ermöglichen sich frei zu entfalten. In unserem Fall passiert dies mittels Spielzeug. Normalerweise ist das ,,Spielzeug bekommen“ ein relativ langweiliger Prozess. Kinder schreiben Wunschzettel und ihre Eltern gehen in den Spielwaren-laden und kaufen das Produkt. Wir wollten das Ganze anders machen, denn die Herausforderung das richtige Spielzeug zu finden bleibt bestehen, mal abgesehen davon, dass es den Eltern auch sehr viel Zeit kostet. TinkerToys gibt den Kindern die Möglichkeit ihr Spielzeug einfach und per Software auf dem Tablet, Smartphone oder Laptop selbst zu gestalten. Wir drucken das designte Spielzeug daraufhin mittels 3-Drucker aus und schon haben die Kinder ihr individuelles Spielzeug kreiert. Dafür haben wir extra eine sehr einfache und interaktive Konstruktions- und Designsoftware entwickelt, so können die Kinder ohne große Anleitung direkt mit dem ,,designen’’ loslegen. Die Software ist für unsere Nutzer vollkommen kostenlos und auf allen mobilen Geräten verfügbar.

Mit dem Programm ist man außerdem von Grund auf frei, man kann praktisch alles kreieren. Den Fantasien der Kinder sind somit keine Grenzen gesetzt. Natürlich haben wir auch Spielzeug-Vorlagen, wie z.B. ein fertiges Auto, was sich kinderleicht in ein Cabrio verwandeln lässt oder generische Tierkörper mit beweglichen Gliedmaßen. Wir haben auch Verbinder und Schnapper, welche es ermöglichen, dass sich beispielsweise Autoreifen drehen oder Gelenke bei Action-Figuren bewegen. Uns ist wichtig, dass die Spielzeuge bespielt werden. Das ist aber nur möglich, wenn die Kinder eigenständig und individuell Funktionen einbauen können. Wir möchten aber noch einen Schritt weiter gehen und zu einem noch universelleren Baukasten werden. Seit 2 Wochen sind wir sogar Lego-kompatibel, das bedeutet unsere Nutzer können nun auch Lego zusammen mit unseren Spielzeugen verwenden und beispielsweise vorhandene Spielzeuge erweitern oder ausbauen.

3.) Wie seid ihr auf die Idee gekommen, TinkerToys zu gründen?

Wir sind zusammen 3 Gründer: Marko Jakob, Sebastian Schröder und ich. Wir haben uns in der Unternehmensberatung in Leipzig kennengelernt. Ich war Praktikant, Marko Projektmanager und Sebastian arbeitete als Zeichner. Ich hatte ursprünglich die Idee Berater zu werden, habe diese aber schnell verworfen. Das Thema ,,Gründen’’ war für mich aber schon immer relevant. Ich habe an der Uni Magdeburg das FabLab mit aufgebaut und hatte dadurch eben auch Zugriff auf Geräte, die einem dabei halfen Dinge zu bauen und selbst dabei kreativ zu werden. 3-D Druck kannte ich schon und fand es super spannend. Also habe ich zunächst mit Marko angefangen zu überlegen, was man alles so damit herstellen könnte. Von Schuhe bis hin zu Ersatzteilen haben wir alles ausprobiert. Anfangs ging vieles schief, wir hatten keine gute Software und die Geräte waren viel zu klein. Neben dem FabLab war allerdings die große Werkstatt der Uni. Viele der Leute die dort arbeiteten schauten eines Tages zu uns rüber und sagten: ,,Was macht ihr denn da mit euren kleinen Maschinen, das wird doch nichts. Damit könnt ihr höchstens Spielzeug herstellen’’. Nachdem uns das nicht nur einmal, sondern mehrmals gesagt wurde haben wir uns der Idee angenommen und fanden sie sogar richtig gut! Wir hatten aber beide keine richtige Ahnung von Spielzeugen und so kamen wir auf Sebastian zurück, der zwar als Zeichner in Leipzig arbeitete aber eigentlich Spielzeug-Designer war. Damit hatten wir alle Bereiche abgedeckt und die Idee war geboren.

4.) Würdest du sagen, dass sich TinkerToys hauptsächlich an Kinder und deren Eltern richtet?

Neben Kindern im Alter von 6-10 Jahren haben wir mittlerweile auch viele Geschäftskunden. TinkerToys kommt dann zum Einsatz, wenn Kinder beschäftigt werden müssen. Sei es im Möbelhaus, Autohaus oder auf Events und Messen. Wir arbeiten beispielsweise mit Audi sehr eng zusammen und haben letztes Jahr die Markteinführung vom Q2 begleitet. Während des Events konnten sich die Kinder ihren eigenen Q2 im Spielzeugformat individuell designen. Wir geben auch regelmäßig Workshops bei uns in der Filiale und betreuen viele Kindergeburtstage.

Als nächstes möchten wir verstärkt mit Schulen und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, da wir vor allem im Unterricht großes Potential sehen.

5.) Ihr seid eines der wenigen Startups aus der Region Magdeburg, woran könnte das liegen?

Ich glaube vieles passiert, ohne dass man es überhaupt sieht. Ehrlich gesagt kann ich es nicht so richtig nachvollziehen, denn es gibt mittlerweile viele Förderprogramme und Gründerinitiativen, die einem den Weg bis hin zur Gründung erleichtern und Unterstützung bieten. Wir hatten damals eine sehr gute Gründerberatung in der Uni Magdeburg bekommen.

6.) Es muss ja auch nicht immer Hamburg oder München sein. Würdest du anderen Startups empfehlen auch mal kleinere Städte wie Magdeburg oder Halle in Betracht zu ziehen, wenn es um die Gründung geht?

Das kann ich so pauschal nicht sagen. Es kommt ganz darauf an, was du machst. Wenn du beispielsweise ganz schnell, ganz viel Risikokapital brauchst, dann geh auf jeden Fall nach Berlin. Wenn du mit deinem Startup aber unabhängig von deiner lokalen Nachfrage bist, dann kann ich es sehr empfehlen in der Region zu bleiben. Zum einen sind die Mieten und auch das Personal viel günstiger und zum anderen sollte man bestehende Netzwerke auch vor Ort nutzen.

7.) Welche Ratschläge kannst du nach deinen bisherigen Erfahrungen unseren Lesern mitbringen?

Einfach machen! Eine gewisse Grundnaivität schadet natürlich nicht, aber im Prinzip soll man einfach loslegen. Am besten so viel wie möglich in kurzer Zeit ausprobieren und nicht ewig warten bis alles perfekt ist. Denn dann kann es passieren, dass der Zeitpunkt in dem das Produkt gebraucht wurde schon wieder vorbei ist. Es ist sehr wichtig, sich viel Kundenfeedback zu holen, um das Produkt auf den Kunden abstimmen zu können. Wir führen immer noch häufig Kundenumfragen durch und nutzen jeden Workshop und jedes Event um unseren Nutzern über die Schulter zu schauen. Nur so stellen wir sicher, dass unser Produkt dem Kunden gefällt und er es optimal nutzen kann. Man sollte zudem alle Förderprogramme mitnehmen, die einem zur Verfügung gestellt werden. Auch wenn es anfangs stressig ist, lohnt es sich meist immer im Nachhinein.

8.) Mit welchen 3 Wörtern würdest du TinkerToys beschreiben

Individuell. Authentisch. Innovativ.

Vielen Dank Sebastian, dass wir einen Blick hinter die Kulissen werfen durften. Wir wünschen euch weiterhin ganz viel Erfolg!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*