SupraTix aus Dresden bekommt 150.000 Euro

SupraTix bindet echte Roboter in virtuelle Entwicklungs-Simulationen ein, baut also Brücken zwischen digitaler und physischer Welt. Foto: SupraTix

SupraTix ist eine Ausgründung der TU Dresden. Das 2016 gegründete Unternehmen arbeitet an „Smart Learning Environments“. Mit der 150.000 Euro Kapitalspritze möchte das Startup Marktführer für gemischte digital-reale Lernumgebungen werden. 

KI für Schulungen

Als die TU-Absolventen Tobias Göcke und Jeannette Milius ihr Startup aus der Uni ausgründeten, hatte es noch ein anderes Geschäftsmodell: ein Chemieexperimental-Baukasten für Schüler. Dieser beruhte auf Computer-Simulationen in Cloud-Rechenzentren. Heute ist der damalige „ChemTix“ nur noch ein Modul des KI-Schulungsprogramms. SupraTix mischt analoge mit digitalen Schulungsprogrammen. Dabei verknüpft die KI reine computergestützte Lerninhalte mit Technik aus der realen Welt und Kursmodulen durch menschliche Trainer. Der Grund: nicht alle Lerneinheiten können digital vermittelt werden, denn KI’s scheitern immer noch häufig an Dingen wie Menschlichkeit. „Kompetenzen wie Empathie kann man nicht in der Software abbilden”, schätzt Göcke ein. “Dann wird an dieser Stelle als Modul ein Training mit einem echten Coach eingeplant.”

Das Programm soll beispielsweise zukünftige Führungskräfte weiterbilden und auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereiten. Derzeit bereite „SupraTix“ beispielsweise ein Schulungsprogramm „Enable Digital“ vor, das ältere Mitarbeiter für die digitale Zukunft fit machen soll. Mehrere Banken und Industrieunternehmen haben Interesse an der Lösung von SupraTix und wollen diese einsetzen. „Die Nachfrage aus der Wirtschaft ist groß“, sagt Tobias Göcke.

„Darüber hinaus entwickelt SupraTix innovative Modelle für Entwicklungs- und Produktionsprojekte in Unternehmen, die in die Rechnerwolke (Cloud) ausgelagert werden. Neudeutsch nennt sich das ‚Research as a Service‘ beziehungsweise  ‚Production as a Service‘ (Forschung und Herstellung als flexibel buchbare Ferndienstleistung). Dabei verknüpfen die Dresdner beispielsweise chemische oder physikalische Computermodelle zum Beispiel mit realen Robotern in Testlaboren, die dann zum Beispiel die langwierigen Pipetier-Messreihen erledigen. Kleinere Firmen ohne eigene F/E Abteilung oder Konzerne, die personalaufwändige, aber eher langweilige Entwicklungsaufgaben delegieren wollen, sind die Kernzielgruppen für diese Dienstleistung.“ [Heiko Weckbrodt in: Oiger, 17.07.2018]

Kapitalgeber

Die jüngste Kapitalspritze von 150.000 Euro soll für weiteres Wachstum sorgen. Ein Finanzier dafür war die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen. Außerdem reichten die Ostsächsische Sparkasse Dresden und die Bürgschaftsbank Sachsen ein Bankdarlehen aus.