Das Leipziger Health-Tech-Startup Streamcheck bringt frischen Wind in die seit Jahrzehnten unveränderte Routine der Männergesundheit. Mit einem zertifizierten digitalen Medizinprodukt ermöglicht das Unternehmen erstmals einen niedrigschwelligen, sicheren und diskreten Prostata-Selbsttest zu Hause – eine Innovation, die das Potenzial hat, die urologische Vorsorge grundlegend zu verändern.
Frühesterkennung statt punktueller Vorsorge
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsdiagnose bei Männern in Deutschland und macht rund ein Viertel aller jährlichen Neuerkrankungen aus. Während die Urologie enorme medizinische Fortschritte gemacht hat, bleibt die Teilnahmequote an der klassischen Vorsorge unverändert niedrig: Nur 22 Prozent der Männer ab 45 Jahren nutzen das Angebot. Die Gründe dafür sind bekannt – Scham, Angst vor Kontrollverlust und die Hemmschwelle gegenüber intimen Untersuchungssituationen.
Streamcheck setzt genau hier an. Das neue System ermöglicht regelmäßige Zwischenkontrollen zu Hause, statt sich ausschließlich auf den jährlichen Praxisbesuch zu verlassen. Aus punktueller Früherkennung wird ein kontinuierliches Monitoring, das Veränderungen an der Prostata deutlich früher sichtbar macht.
„Mit Streamcheck können wir potenzielle Erkrankungen bereits im Entstehen erkennen und eine medizinische Behandlung frühzeitig einleiten. Das kann viel Leid verhindern“, sagt Prof. Dr. Stefan Siemer, kommissarischer Leiter der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes und Mitgründer von Streamcheck.
Das Health-Tool für mehr Selbstbestimmung
Streamcheck überträgt das Prinzip etablierter Health-Tracker wie Apple Watch oder Oura Ring auf die Männergesundheit. Das patentierte, CE-zertifizierte Medizinprodukt kombiniert:
- ein smartes Messgerät
- eine App, die durch den Test führt
- automatisierte Auswertungen relevanter urologischer Parameter
Streamcheck
Gemessen werden unter anderem:
- Harnflussrate
- Urinvolumen
- pH-Wert
- Leukozyten, Nitrit, Glukose, Protein
- Blut im Urin
Statt nur einmal pro Jahr gemessen zu werden, sind damit zwölf Messpunkte jährlich möglich.
„Streamcheck funktioniert für die Prostata wie die Ölstandkontrolle beim Auto: Wer regelmäßig misst, erkennt Veränderungen früh – lange bevor eine Warnlampe angeht“, erklärt Sebastian Heidrich, Gründer und Geschäftsführer von Streamcheck.
Ein Gewinn für Ärztinnen, Ärzte und das Gesundheitssystem
Die Uroflowmessung gilt in der Urologie als Standard – wird im Praxisalltag jedoch selten durchgeführt, obwohl sie bis zu viermal jährlich abrechenbar ist. Streamcheck bietet hier eine echte Entlastung.
„Streamcheck schließt diese Lücke. Die Messungen sind valide, der Aufwand minimal und die Daten liefern klare Hinweise auf Veränderungen – etwa bei Blasen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen“, sagt Prof. Siemer.
Die App generiert qualifizierte Fachberichte, darunter:
- Uroflowmetrie
- IPSS-Score
- Biomarker-Analysen
Diese lassen sich direkt in die ärztliche Diagnostik integrieren: Patienten kommen früher, mit klaren Daten und entspannter in die Praxis. Das erleichtert Therapieentscheidungen und verbessert die Versorgung.
Vom Konzept zum zertifizierten Medizinprodukt
Hinter Streamcheck stehen zweieinhalb Jahre Entwicklung, Tests und Validierungen. Seit dem 1. Oktober 2025 ist das System offiziell als Medizinprodukt gemäß EU-Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745 zertifiziert. Das Produkt ist seit sofort in Deutschland über die Streamcheck-Website erhältlich. Die Expansion in weitere EU-Länder soll in Kürze folgen.
