Das Leipziger Deep-Tech-Startup SaxonQ hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Marktreife gemacht: Der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen investiert einen siebenstelligen Betrag in das Unternehmen. Mit dieser Finanzierung wird die nächste Entwicklungsphase von SaxonQ vorangetrieben, die auf die Miniaturisierung ihrer Quantencomputing-Technologie abzielt.
SaxonQ hat eine neuartige Quantencomputer-Technologie entwickelt, die Quantencomputer bei Raumtemperatur betreibbar macht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Quantencomputern, die extrem niedrige Temperaturen und spezialisierte Laborumgebungen benötigen, nutzt SaxonQ Diamantchips mit NV-Technologie, die die sogenannten Qubits stabil und robust integrieren. Das Resultat: Ein mobiler, kompakter Quantencomputer, der bereits in Büros über eine herkömmliche Steckdose betrieben werden kann.
Innovation und Skalierbarkeit im Quantencomputing
Das Quantencomputing ist eine der vielversprechendsten Technologien des 21. Jahrhunderts, mit Anwendungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Logistik, Energie und Medizin. SaxonQ setzt mit seiner mobilen Lösung einen entscheidenden Schritt in Richtung Praktikabilität und Skalierbarkeit. Bisherige Quantencomputer sind aufwendige, großflächige Maschinen, die nur in spezialisierten Laborumgebungen eingesetzt werden können. SaxonQs Technologie ist in der Lage, diese Hürden zu überwinden und Quantencomputing zugänglich und realistisch für den industriellen Einsatz zu machen.
Die Technologie von SaxonQ hat bereits erste Erfolge erzielt: Erste Quantencomputing-Systeme sind bereits produktiv im Einsatz, unter anderem am Fraunhofer IWU und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das Unternehmen hat damit nicht nur bewiesen, dass Quantencomputing möglich ist, sondern auch, dass es bereits in der realen Welt und in Industrieanwendungen eingesetzt werden kann.
Nächste Schritte und langfristige Vision
Das frische Kapital wird nun für die Weiterentwicklung und Miniaturisierung der Quantencomputer auf Chip-Größe verwendet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Produktionstechnologien, etwa der Single-Ion-Implantation, die für die weitere Skalierung und Herstellung der Quantenprozessoren notwendig ist.
„Unsere Technologie senkt die Eintrittsbarrieren für den Einsatz von Quantenhardware erheblich und wird in den kommenden Jahren ein Game Changer für viele Industrien sein“, erklärt Dr. Frank Schlichting, CEO von SaxonQ. Prof. Marius Grundmann, Mitgründer des Unternehmens, betont: „Die Technologien, die wir entwickeln, können Anwendungen in Bereichen wie KI, Logistik und Medizin revolutionieren und den Weg für eine breitere Nutzung von Quantencomputing ebnen.“
Mit der Unterstützung des TGFS und einer weiteren Kapitalrunde, die bereits vorbereitet wird, setzt SaxonQ einen entscheidenden Schritt zur Weiterentwicklung seiner Technologie und einer breiteren Industrietauglichkeit von Quantencomputern. Das Unternehmen hat das Potenzial, eine führende Rolle im Bereich des skalierbaren Quantencomputings einzunehmen und den Standort Sachsen als europäische Innovationsregion für Quantencomputing weiter zu stärken.
