In einem Startup arbeiten? Ein Erfahrungsbericht von Ilmsens aus Thüringen.

Bei Ilmsens wird ein stetiger Austausch unter KollegInnen großgeschrieben. In der aktuellen Zeit verlagern sich die Team-Meetings auf Videokonferenzen (hier: Symbolbild).

Arbeiten in einem Startup – damit verbinden viele Menschen das Bild einer Gruppe Zwanzig- bis Dreißigjähriger, die in Kapuzenpullis gekleidet ihre Erfüllung in einem Job finden, der aus Überstunden, einer Hängematte im Büro und einem geringen Gehalt besteht. Was ist dran an diesem Bild? In diesem Erfahrungsbericht spricht eine Berufsanfängerin darüber, wie sie den Arbeitsalltag in dem Startup Ilmsens GmbH empfindet. 

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Zwei Jahre bei Ilmsens – ein Rückblick

Bei meinem Bewerbungsgespräch bei Ilmsens, einem Startup in Ilmenau, ergab sich mir ein anderes Bild als die Klischees aus Film und Fernsehen zeichnen. Der Vorgesetzte des damals noch elfköpfigen Teams, diversen Alters, überraschte mich mit der Abwesenheit einer Büro-Hängematte und einem normalen Einstiegsgehalt. Das Klischee mit dem Kapuzenpulli bedient er allerdings auch heute noch regelmäßig.

Er erklärte mir, in einem wirklich sehr angenehmen Gespräch auf Augenhöhe, dass die Ilmsens GmbH seit 2016 auf Basis einer einzigartigen Ultrabreitband-Technologie Flüssigkeitssensoren und hochauflösende Nahbereichssensoren entwickelt. Ich entschied mich, herauszufinden, was es mit dieser Technologie auf sich hat und ließ mich auf das Abenteuer Startup ein.

Als Assistentin der Geschäftsführung bin ich seither nicht nur für administrative Aufgaben, sondern auch für das Marketing und die Fördermittel verantwortlich. Mittlerweile ist noch der Aufgabenbereich der Sicherheitsbeauftragten dazugekommen.

Die Diversität der Verantwortungsbereiche und das gelegentliche Übernehmen oder Abgeben von Aufgabenbereichen gehören ebenfalls zum Arbeiten in einem Startup wie Ilmsens. Was im ersten Moment vielleicht unbequem und anstrengend klingt, bedeutet für mich und sicherlich für all meine KollegInnen eine steile Lernkurve. Täglich übernehmen wir Verantwortung und wachsen daran. Niemand ist ersetzbar. Jeder hat Aufgaben, die kein anderer von heute auf morgen übernehmen kann.

Mittlerweile arbeite ich seit fast zwei Jahren bei Ilmsens und mir gefällt es sehr gut. Das Team hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt und wir haben sogar eine Außenstelle in der Slowakei gegründet. Der Job bietet mir viel Abwechslung und die Möglichkeit, mich auszuprobieren. Ich kann selbstständig und flexibel arbeiten. Es ist schön, gemeinsam mit einem so tollen Team das Unternehmen voranzubringen.  Die flachen Hierarchien sorgen dafür, dass jeder von uns wichtige Entscheidungen zu treffen hat. Es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre, die selten von Stress und unzähligen Überstunden geprägt ist. Aus diesen Gründen arbeite ich sehr gerne bei Ilmsens.

Neue Strukturen

Bei meinem Vorstellungsgespräch sagte mein Vorgesetzter etwas wie „Dass es nicht für alles festgelegte Prozesse gibt, ist sowohl Fluch als auch Segen in einem Startup“. Für mich bedeutete das, dass ich mich nicht in ein gemachtes Nest aus festen Abläufen setzen konnte. Prozesse mussten und müssen geschaffen, etabliert und immer wieder angepasst werden.

Innerhalb meiner ersten beiden Jahre ist Ilmsens auf 25 Mitarbeiter gewachsen. Was in kleiner Runde über ein kurzes Gespräch im Flur geklärt werden konnte, wurde irgendwann zu viel. Damit das nicht in einem heillosen Durcheinander mündet, mussten wir uns immer wieder hinterfragen und neue Arbeitsweisen erarbeiten.

Wöchentliche Meetings

Montag ist unter „Meeting-Day“. Verschiedene Arbeitsgruppen tauschen sich zu Fortschritten, Schwierigkeiten und Neuigkeiten aus, damit jeder auf dem gleichen Stand ist und in die Woche starten kann. Hierbei unterstützen uns digitale Tools, z. B. beim Projektmanagement. Sie dienen gleichzeitig als Informationsplattform für alle Mitarbeiter. Denn alle Informationen zu den laufenden Projekten sind für alle Mitarbeiter einsehbar – ein weiterer Schritt, Ordnung zu schaffen und allen, egal ob Leitungsfunktion oder nicht, die Möglichkeit zu bieten, nachzulesen, wie der aktuelle Stand ist.

Projektmanagement-Software

Fast von Beginn an gab es eine Software für Projektmanagement, die – richtig genutzt – nicht nur die eigene Arbeit, sondern auch die Arbeit im Team sowie die aufgabenspezifische Kommunikation effizienter macht. Gerade in unserem schnell wachsenden Team kann eine derartige Software nicht mehr von einzelnen freiwillig genutzt werden. Vielmehr gilt es, alle mit ins Boot zu holen. Dass wir diese Software bereits vor der Corona-Pandemie genutzt haben, hat uns den nahezu vollständigen Wechsel auf digitale Kommunikation deutlich vereinfacht.

Internes Wiki

Die Dokumentation des aktuellen Arbeitsstandes und der zukünftigen Aufgaben und Meilensteine ist das eine, die der vergangenen Erkenntnisse das andere. Daher nutzen wir ein Wiki, um erfolgreich durchgeführte und auch gescheiterte Messungen zu notieren, damit nicht jeder neue Mitarbeiter von vorne anfangen oder erst mit allen Verantwortlichen sprechen muss. Gerade als Deep-Tech-Startup ist Wissensmanagement für uns von erheblicher Bedeutung.

Ständige Veränderungen

Neuerungen werden von einigen schnell adaptiert, andere beäugen den Veränderungsprozess skeptisch und reagieren zunächst ablehnend. Veränderungen brauchen Zeit und jemanden, der die Veränderung strukturiert vorantreibt. 

Auch ich habe etwas Zeit gebraucht, um diese Neuerungen zu adaptieren, weil es auch bedeutet, Freiheiten abzugeben. Mittlerweile bin ich aber froh, sie nutzen zu können. Sie haben mir geholfen, meinen Arbeitsalltag besser zu strukturieren und die Zusammenarbeit mit meinen KollegInnen zu optimieren. Das Montags-Meeting ist ein guter Start in eine produktive Woche. 

Die Gründer der Ilmsens GmbH – von links: Ralf Herrmann, Hans-Christian Fritsch, Kai Schilling, Martin Kmec und Jürgen Sachs.

Fazit

In einem Startup wie Ilmsens zu arbeiten bedeutet nicht notwendigerweise ein geringes Gehalt und Überstunden ohne Ende. Für mich bedeutet es abwechslungsreiche Aufgaben und eine steile Lernkurve. Auch als Berufsanfängerin bekommt man die Möglichkeit, viel Verantwortung zu übernehmen und daran zu wachsen. Man wächst gemeinsam mit dem Unternehmen. Mit geschaffenen Strukturen und neuen Arbeitsabläufen gehen Veränderungen einher, auf die es sich einzulassen gilt. Neue KollegInnen bringen frischen Wind in das Team, was auch manchmal bedeutet, Aufgaben abzugeben und neue Herausforderungen anzunehmen.

Sicher ist es nicht für jeden etwas in einem Startup wie Ilmsens zu arbeiten. Für mich ist Ilmsens der richtige Arbeitgeber. Für Euch auch? 

Wir suchen immer wieder nach Verstärkung in verschiedenen Bereichen. Schaut einfach hier vorbei und schickt uns Eure (Initiativ-)Bewerbung adressiert an Hans-Christian Fritsch an [email protected].

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