BMDX: schnelle Diagnose ohne Labor

Startup BMDX

Die drei Gründer von BMDX haben eine neue Art der Diagnostik entwickelt. Noch befindet sich das Team in der turbulenten Phase kurz vor der Gründung und wird vom Inkubator LSI unterstützt. Sobald ihr Produkt die Zulassung erhält, kann die eigentliche Gründungsphase beginnen.

Elektronische Diagnostik von Biomarkern

Normalerweise wird für eine Blutdiagnostik eine Blutprobe genommen, die dann ins Labor geschickt wird. Nach etwa 2 Tagen erhält der Patient dann die Ergebnisse. BMDX möchte die diagnostische Information direkt und während des Arztbesuches abbilden. Nicht nur der Patient möchte eine schnelle Diagnose, in vielen Fällen ist es auch essentiell, dass die Diagnose sofort vorliegt. Bisher funktioniert das nur mit der Glucose Messung im Blut für Diabetiker. Aber für Krankheiten wie beispielsweise Herzinfarkte oder Sepsen müssen die Proben erst optisch in Laboren untersucht werden. BMDX hat nun eine technische Barriere überwunden, indem sie Biomarker durch elektronische Sensoren messen können. Eine selbst entwickelte Biochemie misst mithilfe eines elektrischen Sensors die relevanten Biomarker im Blut. Das hat den Vorteil, dass man nicht mehr optisch arbeiten muss, sondern elektrische Signale erhält.

BMDX: Vorteil für ländliche Gegenden

Der Sensor kann in ein Auswertungsgerät gesteckt werden, welches die Daten z.B. auch via Bluetooth an ein Smartphone schicken könnte. Das ist schnell, genau und kostengünstig. Zum Einsatz kommen könnte das Gerät dann nicht nur in Arztpraxen und Krankenhäusern, es wäre auch sinnvoll in Ländern und Dörfern, in denen die Distanzen zum nächsten Krankenhaus sehr groß sind, wie beispielsweise in Australien. Durch den demographischen Wandel gibt es immer weniger Ärzte auf dem Land. Mithilfe des Gerätes, welches die Biomarker überall und sofort misst, kann man schnell und überall überprüfen, ob jemand beispielsweise nur Rückenschmerzen oder einen Herzinfarkt hat.

Ein Gerät ist mit unterschiedlichen Kartuschen nutzbar. Jede Kartusche enthält die passende Biochemie, die eine genaue Diagnose für kardiovaskuläre Erkrankungen, Infektionskrankheiten oder Schlaganfälle zulässt. Die Kartuschen mit dem Adapter-Gerät messen dann verschiedene Biomarker. Für die Zukunft plant das Unternehmen noch weitere Anwendungsfälle mit ihren Biomarkern und dem Adaptergerät abzudecken.

Die Konkurrenten messen die Biomarker rein optisch. Das ist aufwendig, sehr teuer und abhängig vom speziellen Fall. Die entwickelte Technik von bmdx schafft es, mit nur einem Gerät mehrere Krankheitsfelder abzudecken. Das Unternehmen arbeitet dafür auch eng mit den Krankenhäusern in der Region und dem Frauenhofer Institut zusammen.

Die bisher größte Herausforderung der angehenden Gründer war die Entwicklung selbst. Die Gründer mussten überhaupt erst einmal auf die Idee kommen Biomarker zu identifizieren, die sie nicht durch optische Technik sondern mithilfe von Transistoren elektrisch auswerten konnten.