Staatssekretär Stefan Brangs zu Gast bei DIPAT im SpinLab

Herr Brangs bekommt eine kleine Erinnerung geschenkt.

Am 10.10.2018 empfingen DIPAT und das SpinLab – The HHL Accelerator in der Leipziger Baumwollspinnerei den sächsischen Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Stefan Brangs. Einem Thema widmet sich Brangs besonders: der Digitalisierung. Bei dem Besuch des eHealths Startups DIPAT mit und im SpinLab stand vor allem die Frage im Fokus, wie sich das Gesundheitswesen digital weiterentwickeln kann. Welchen Beitrag können Startups dabei leisten und welche Strukturen erhoffen sie sich aus der Politik.

Themen der Gesprächsrunde

In Zeiten der Digitalisierung stellt sich die Frage, warum im Gesundheitsbereich noch sehr wenig digitalisiert ist und wie gerade Startups dabei helfen könnten. Dazu lud Gründer und Geschäftsführer von DIPAT Dr. med. Paul Brandenburg zu einer kleinen Runde im SpinLab ein. Dabei waren Vertreter aus Lehre, Wirtschaft und der Gesundheitsbranche sowie Startups, die digitale Lösungen umsetzen. Zu Beginn wurde erläutert, dass die Gesundheitsbranche in der Digitalisierung ein enormes Potential hat. Bereits heute ist Personal knapp und die Digitalisierung könnte dabei sehr hilfreich sein. Mithilfe verschiedener Studien wurde gezeigt, dass Förderungen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen hauptsächlich in anderen Ländern gemacht werden. Deutschlandweit gesehen ist Thüringen Vorreiter bei Förderungen im Bereich der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Sachsen dagegen tauchte nicht einmal mit einem nennenswerten Betrag auf. Als Beauftragter der sächsischen Staatsregierung für Digitales hatte Herr Brangs dafür natürlich ein offenes Ohr.

Themen, die den Unternehmern am Herzen lagen, waren zum einen bessere Beratungen und flexiblere Fristen für Fördermittel. Natürlich sind mehr Fördermittel immer wünschenswert, aber die Anwesenden waren sich einig, dass nicht unbedingt das fehlende Geld das Problem ist, sondern wie dieses eingesetzt wird. Häufig stehen komplizierte Anträge, unveränderliche Fristen und schlechte Beratungen einer Förderung im Weg. Es braucht daher schnellere Entscheidungen und schnellere Wege, als es die bürokratischen Anforderungen momentan zulassen.

Die Frage des Qualitätsnachweises

Ein weiteres Problem, dem Startups im digitalen Gesundheitswesen gegenüberstehen, ist die fehlende Bereitschaft der potenziellen Kunden und Patienten für die digitalen Leistungen Geld auszugeben. Was nicht von den Krankenkassen empfohlen wird, das nimmt auch kaum jemand in Anspruch. Damit Krankenkassen aber etwas empfehlen, muss natürlich die Wirksamkeit durch Studien nachgewiesen werden. Diese Studien kosten aber viel Geld und kaum ein Startup kann sich das leisten. Welche Möglichkeiten könnte man also schaffen, damit das Vertrauen der Kunden/Patienten in digitale Angebote steigt? Wie können Startups Studien finanziert bekommen, damit ihre Produkte überzeugen können? Was könnte sonst noch Kunden/Patienten davon überzeugen, digitale Angebote zu nutzen? Für Antworten auf diese Fragen und vor allem die Umsetzung brauchen Startups die Hilfe aus der Politik und von den Krankenkassen.

Eine weitere Frage ist auch, wie man Personal aus Kliniken und Pflege davon überzeugen kann, dass die Digitalisierung keine Bedrohung ihrer Arbeitsplätze ist, sondern vieles erleichtern und vereinfachen könnte. Startups bieten darüber hinaus sogar das Potential weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Brangs hörte sich interessiert die Wünsche und Schwierigkeiten der Startups an, musste dann aber auch zu bedenken geben, dass das Staatsministerium ja nicht in einem „luftleeren Raum“ agiere. Es gibt Regeln und Gesetze für Vorgehensweisen, die teils nicht nur vom Bund, sondern auch von der EU erlassen sind. Dazu kommt, dass die Kultur in Deutschland, vor allem in Behörden und Ämtern, keine Risikobereitschaft einschließt. Das macht Veränderungen nur teilweise und in sehr kleinen Schritten möglich. Doch Brangs machte auch Mut. Startups sollten Möglichkeiten, die bereits zur Verfügung stehen nutzen. Gerade hier versuche man auch bessere Beratungen voranzutreiben. Außerdem machte er deutlich, dass das Wirtschaftsministerium ein offenes Haus ist, was man jederzeit nutzen darf und sollte.

Über DIPAT

Das eHealth Startup DIPAT bietet einen digitalen Komplett-Dienst für die Patientenverfügung und alle medizinischen Notfalldaten. Dieser beinhaltet Angaben über Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht, Organspendeangaben, Kontaktdaten von Bezugspersonen, Vorerkrankungen und Medikamenten. Dieser digitale Dienst ermöglicht die laufende Aktualisierung aller Dokumente, ihre jederzeitige Abrufmöglichkeit für Ärzte und die Alarmierung von Kontaktpersonen im Notfall.