Sonovum AG: ,,Wir sind Spezialisten in der Überwachung des Gehirns“

Sonovum

Die Sonovum AG bringt mit der ultraschallbasierten Akustocerebrografie (ACG) eine Weltneuheit auf den Markt: mit ihr lassen sich kleinste Gewebeveränderungen in der zellulären und molekularen Struktur des Gehirns feststellen und es ermöglicht die Erkennung kritischer Verläufe bereits bei deren Entstehen sowie während ihres Ablaufs. So lassen sich beispielsweise erstmals bisher verborgene Frühindikatoren für eine Vielzahl neurologischer Erkrankungen ermitteln. Dazu zählen die Identifizierung und Klassifizierung von Schlaganfällen und anderen Hirnpathologien. Darüber hinaus eignen sich die Geräte zur Überwachung des Septischen Schocks, der Demenz und des intrakraniellen Hirndrucks. Wir haben mit Konrad Sell, in einem Interview, über die neuartige Technologie gesprochen.

Hallo Konrad, schön dich kennenzulernen. Bitte stell dich unseren Lesern einmal kurz vor.

Ich leite seit Oktober 2015 Marketing, PR und Vertrieb der Sonovum AG. Spannend daran ist für mich besonders das Wachstum eines noch kleinen Unternehmens mit viel Potential und durch eine noch nie dagewesene Technologie ein völlig neuartiges Produkt zu begleiten. Mich reizt auch, komplexe technische Sachverhalte verständlich zu machen und Begeisterung zu wecken. Diese Maxime begleitet mich auch in meiner Arbeit als Kommunikationstrainer und Moderator, die mich schon in so manches interessantes Feld wie das Urban Farming, den Denkmalschutz und die Institution der Fuckup Nights gebracht hat.

Mit Sonovum habt ihr ein Verfahren bzw. ein System entwickelt, welches das Hirngewebe in Echtzeit kontrollieren kann. Wie unterscheidet sich euer System von bisherigen Methoden?

Es ist das erste nichtinvasive System, das eine Echtzeit-Aussage zum Hirngewebsstatus geben kann. Das Besondere daran: das gilt auch für veränderliche Zustände wie eine septische Enzephalopathie, die bisher rückwirkend diagnostiziert werden muss. Die Möglichkeit, sie bereits während ihres Entstehens zu detektieren, eröffnet natürlich ganz neue Perspektiven – sollte sich beispielsweise herausstellen, dass sich Langzeitschäden in Folge einer Sepsis vermeiden lassen, könnten wir hier einen wirklichen Mehrwert für Patienten bieten. Ganz abgesehen davon, dass dies auch noch zu einem wesentlich geringeren Kostenfaktor möglich sein wird als bisher, was das Gesamtsystem finanziell auch noch mal entlastet.

 

Lassen sich damit beispielsweise auch Schlaganfälle oder Demenz frühzeitig erkennen?

Um diese Frage zu beantworten, sind wir derzeit in Gesprächen mit einer Reihe von Universitätskliniken z.B. in Dresden und Leipzig, mit denen wir Forschungskooperationen zu solchen, aber auch anderen Themen planen. Präklinische Messreihen lassen den Schluss zu, dass es genau diese Bereiche sind, in denen sich mit unserer Technologie angesichts der o.g. Faktoren ein echter Mehrwert in Ergänzung zu bisherigen Diagnostika bietet.

In welchen Bereichen kommt euer Produkt hauptsächlich zum Einsatz?

Bisher erforschen wir die Akustocerebrographie (ACG) für die Bereiche Sepsisdiagnose, Schlaganfalldetektion, Überwachung von Gewebeläsionen und MS sowie Gehirn-Monitoring vor, während und nach OPs. Eine Reihe weiterer Anwendungen in Bereichen wie Neurologie, Geriatrie, Pädiatrie und Kardiologie sind denkbar.

Da es sich hierbei um ein eher spezielles Produkt handelt, wie gestaltet sich der Vertrieb in eurem Unternehmen?

Forschung und Vertrieb gehen bei dem jetzigen Unternehmensstatus im Prinzip fließend ineinander über. Klinische Forschungspartner, die mit unserem Produkt aussagefähige Ergebnisse erzielen, werden idealerweise zu vertrieblich betreuten Kunden. Umgekehrt werden wir klinisches Personal, das anwendungsunabhängig Interesse an unserem Produkt signalisiert, natürlich gern forscherisch begleiten, um die Anwendungsgebiete unserer Technologie zu erweitern.

Wie setzt sich das Team zusammen und wie habt ihr zueinander gefunden?

Das Team ist sehr interdisziplinär, aber momentan natürlich noch hauptsächlich naturwissenschaftlich geprägt. Bei uns arbeiten Menschen aus den Bereichen der Mathematik, der Statistik, der Elektrotechnik, des Bio-Medical Engineering, der Physik und der Softwareentwicklung neben kaufmännischem Personal wie mir. Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen und Regionen, zueinander haben wir teilweise auf sehr unerwarteten Wegen gefunden. Es hilft, wenn man diesen Prozess mit einem offenen Kopf angeht.

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Gab es größere Herausforderungen, die ihr überwinden musstet und wie habt ihr diese gelöst?

Natürlich! Die größte Herausforderung war die Zulassung unseres Geräts als Medizinprodukt, die wir in diesem Sommer hinter uns gebracht haben und mit einer Festveranstaltung am 26. Oktober begehen werden. Das haben wir nur geschafft, weil wir egal welche Hürde sich uns in den Weg stellte, nicht aufgegeben haben.

Hast du wichtige Tipps, die du anderen Gründern mit auf den Weg geben kannst?

Sucht Euch Leute, mit denen Ihr könnt. Klar muss das Profil stimmen. Wichtiger ist gerade am Anfang mit einem kleinen Team zu starten, in dem alle mit gegenseitiger Wertschätzung am gleichen Strang ziehen, damit Ihr auch die ganze Leistung auf die Straße bringen könnt. Außerdem: bleibt flexibel, im Denken wie im Handeln. Nur so findet Ihr adäquate Antworten auf Fragen, die bisher keiner gestellt hat.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Eure Technologie, wir wünschen Euch natürlich für den weiteren Weg viel Erfolg!

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