SOLAR MATERIALS schließt Seed Investment ab

Das Clean-Tech Startup SOLAR MATERIALS aus Magdeburg hat sein erstes Seed Investment eingesammelt. bmp Ventures AG (bmp) hat mit dem IBG Risikokapitalfonds III GmbH & Co. KG beteiligt. Geplant ist die Skalierung der  innovativen Recyclingtechnologie für Photovoltaik Module. 

Photovoltaik (PV) ist eine der Säulen der Energiewende und gilt damit als unverzichtbarer Bestandteil des zukünftigen Energiemix. Mit der frühzeitigen Förderung der Solarenergie um die Jahrtausendwende gehört Deutschland zu den Wegbereitern des weltweiten PV-Booms. Nach dem massiven PV-Ausbau folgen jetzt die ersten Wellen an ausgedienten Solarmodulen.

Allein in Deutschland wächst die Menge der zu recycelnden Solarmodule verschiedener Schätzungen nach bis zum Ende des Jahrzehnts auf deutlich über 100.000 Tonnen. Das sind ca. 5 Millionen Module pro Jahr. Mit ihrer neuartigen Recyclingtechnologie bietet SOLAR MATERIALS aus Magdeburg nun eine wirtschaftlich und gleichzeitig ökologische Lösung.

Recycling von Solarmodulen – Ein bisher ungelöstes Problem

Solarmodule bestehen aus einem Verbund aus einer Kunststoffrückseite, Solarzellen und Deckglas, die durch eine Kunststofffolie (sog. EVA-Folie) miteinander verschweißt und durch einen Aluminiumrahmen stabilisiert werden. Der Anschluss der Module ans Netz erfolgt durch eine Anschlussdose auf der Rückseite der Module. Das Trennen des Laminats ist eine technische Herausforderung.

Heutige Recyclingverfahren beruhen daher auf einer altbekannten Recyclingtechnologie – Schreddern und Sortieren. Damit lassen sich zwar die schwersten Fraktionen Glas und Aluminium zurückgewinnen, die Funktionswerkstoffe der Solarzellen, Silizium und Silber, gehen jedoch verloren. Das Verfahren von SOLAR MATERIALS erlaubt es auch diese bisher verlorenen Rohstoffe zurückzugewinnen.

Die Gründung der SOLAR MATERIALS GmbH ist dabei das Ergebnis einer mehrjährigen Entwicklung. Ideengeber und Mitgründer ist Dr. Jan-Philipp Mai, dessen Unternehmungen sich vollumfänglich der Ressource Silizium widmen. Mit der Patentanmeldung und der ersten Finanzierung soll das Verfahren nun auf Modulgröße skaliert werden, sodass bereits im Jahr 2023 eine erste industrielle Recyclinglinie mit ca. 4.500 Tonnen Jahreskapazität entstehen soll.

Ökologisch und ökonomisch nachhaltig

Technisch möglich wird das werthaltige Recycling durch eine Kombination verschiedener Verfahrensschritte und einzigartiges Werkstoff- und Verfahrens-Know-how.

“Mit der von uns entwickelten Technologie sind wir in der Lage, die verbindende Kunststoffschicht zielgenau anzugreifen. Ist diese erst einmal gelöst, lässt sich das Deckglas entfernen und wir kommen an die aufgedruckten Silberbahnen auf den Solarzellen sowie die Zelle selbst”, erläutert der technische Geschäftsführer und Mitgründer Jan Bargel.

Dass sich Wirtschaftlichkeit und Ökologie nicht ausschließen, zeigt ein Blick auf die Gesamtbilanz. Das Verfahren ist nicht nur wirtschaftlich nachhaltig, die recycelten Rohstoffe benötigen auch ca. 80 % weniger Energie als deren Primärproduktion.

“Damit wird nicht nur das energetisch aufwendig hergestellte Silizium zurückgewonnen, sondern vor allem das wertvolle Silber. Das Recycling selbst wird damit wirtschaftlich tragfähig”, so Fridolin Franke, kaufmännischer Geschäftsführer und ebenfalls Mitgründer weiter.

Dass sich Wirtschaftlichkeit und Ökologie nicht ausschließen, zeigt ein Blick auf die Gesamtbilanz. Das Verfahren ist nicht nur wirtschaftlich nachhaltig, die recycelten Rohstoffe benötigen auch ca. 80 % weniger Energie als deren Primärproduktion.

„Uns hat vor allem das dynamische und motivierte Team überzeugt“, erklärt David Stuck, Investmentmanager bei bmp Ventures. “Wir blicken im Rahmen des Investments auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir schon im Vorfeld etablieren konnten und auf einen spannenden Wachstums- und zukünftigen Megamarkt mit historischem Bezug zum Bundesland Sachsen-Anhalt.“

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