Seedpicks aus Dresden gibt grünen Startups eine Stimme

Was brauchen Startups, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben? Diese Frage hat sich Elisa Mühlmann gestellt und eine Antwort gefunden. Auf der Onlineplattform Seedpicks gibt sie Grünen Startups eine Stimme, damit diese die Masse erreichen, auch wenn es an Marketing Budget fehlt. Für Freundschaftsdeals können Seedpicks-Mitglieder in dem Online Magazin ihre Geschichte erzählen. Elisa hat uns im Interview außerdem drei Tipps mit an die Hand gegeben, wie wir unsere Mitmenschen zu mehr Nachhaltigkeit motivieren können. 

Hey Elisa, erzähl uns doch mal was das Startup Seedpicks genau macht, und wie das Modell funktioniert.

Seedpicks lässt seine Community nachhaltige Alternativen kennenlernen und zum Freundschaftspreis testen. Das können grüne Produkte aus allen Lebensbereichen sein – Zahnbürsten, Kinderspielzeug, Limos, Brotaufstriche oder Putzmittel.

Sie alle verbindet, dass die GründerInnen hinter den Marken irgendeinen Punkt der Wertschöpfungskette neu denken und damit die Welt ein Stück besser machen wollen. Genau diese Geschichten machen wir sichtbar! Und das für alle LeserInnen ganz ohne Paywall. Wer die unabhängige Arbeit der Plattform mit einem monatlichen Abo unterstützen will, bekommt als Dankeschön per Mail von uns Rabattcodes und Promo-Aktionen der grünen Marken zugeschickt.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee ist als verbindende Lösung für zwei Problemstellungen entstanden. Auf der Seite der nachhaltigen Startups mangelt es so gut wie immer an Ressourcen für Marketing. Auf der Seite der KonsumentInnen gibt es häufig eine kleine Hemmschwelle, neue Produkte auszuprobieren. Erst recht, wenn diese eben auch etwas teurer sein können.

Also schafft Seedpicks mit den Geschichten hinter den Firmen Verständnis für den wahren Wert der nachhaltigen Produkte. Die bekommen damit eine kostenlose Bühne ohne viel Aufwand. Sie bedanken sich dann nur mit den Freundschaftsdeals bei den Mitgliedern, die ihnen diese Bühne geben.

Ihr wollt bewussten Konsum massentauglich machen. Warum habt ihr euch für dieses Format entschieden, um das Problem anzugehen?

Der bewusste Konsum kann erst massentauglich werden, wenn er in den eigenen Alltag passt. Uns geht es also gar nicht darum, alles perfekt umzukrempeln. Es sind auch die kleinen grünen Schritte, die zur großen geänderten Nachfrage am Markt beitragen. Deswegen macht Seedpicks in seiner ganzen Erscheinung einfach Lust auf Nachhaltigkeit.

Gerade die KonsumentInnen, die noch gar nicht so tief im Thema sind, wollen wir abholen und ihnen zeigen, was die ökologisch und sozial sinnvollen Alternativen ausmacht. Und, dass bewusster Konsum eben auch sehr genussreich und frei von Verzicht sein kann.

Wie kann man auf Seedpicks abgebildet werden, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Auf Seedpicks gibt es Produkte, die natürlich, tierlieb, ressourcenschonend sind oder sozialen Impact leisten. Dabei sind längst nicht alle fairtrade- und Bio-zertifiziert. Wichtig ist, dass sie einen Unterschied machen und andere damit auch zur Nachahmung inspirieren können. Das kann Kakao sein, der in artenreichen Ökosystemen statt in Monokulturen wächst. Zahnbürsten, Spielzeuge, Taschen oder Kaffeebecher, die aus recycelten Materialien entstehen. Firmen, die faire Löhne zahlen, soziale Projekte unterstützen und jedem eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben. Ich könnte ewig so weitermachen.

Was wir allerdings nicht wollen, sind grüngewaschene Produkte, die nur gängige Öko-Mythen bedienen. Denn auch vegan kann umweltschädlich sein und Plastik ist nicht per se der Feind. Es kommt auf die Auseinandersetzung an und dafür müssen wir als VerbraucherInnen ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge entwickeln können.

Wie finanziert sich die Plattform?

Die Plattform wird von den Mitgliedern getragen. So bleibt die Arbeit von Seedpicks unabhängig, also frei von den Einflüssen zahlender Werbetreiber. Alle LeserInnen können sich freiwillig für ein monatliches Abo entscheiden, wie man es von vielen Magazinen und Tageszeitungen kennt. Nur mit dem Unterschied, dass die Artikel alle kostenfrei zugänglich sind und der zusätzliche Benefit die Promo-Aktionen der Marken sind.

Was braucht ihr, um zu skalieren?

Die Website steht, die Newsletter mit den Freundschaftsdeals sind bereit und auf Instagram laden die Beiträge zum Stöbern ein. Es ist also alles parat für noch mehr Mitglieder. Natürlich schlummern in der Ideenschublade auch schon weitere Mehrwerte für die Community. Aber eines nach dem anderen!

Hast du 3-Tipps für uns, wie wir unsere Mitmenschen zu mehr nachhaltigem Konsum motivieren können?

Das allerwichtigste ist: bewusster Konsum soll Spaß machen. Dabei geht es vor allem nicht nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Du willst hier und da mal einen fair gehandelten Kaffee mit Milch von glücklichen Kühen (oder pflanzlichen Varianten) in einem wiederverwendbaren ToGo-Becher genießen, aber nicht gleich den ganzen Hausrat auf vegan und zero waste umstellen? Super! Bitte lass dich nicht durch zwanghaften Perfektionismus abhalten.

Meine 3 Tipps sind also: sei probierfreudig, finde nachhaltige Alternativen, die in deinen Alltag passen und teile deine positiven Erfahrungen mit anderen!

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