Scoolio – So hilft ein Startup aus Dresden den Fachkräftemangel zu bekämpfen

Scoolio Futurespace

SchülerInnen haben es heutzutage nicht leicht. Neben den Herausforderungen des Schulalltags nagt immer früher die Frage „Und was kommt nach der Schule?“ an ihnen. Ein Dresdener Startup hat dafür scoolio entwickelt – das digitale Hausaufgabenheft. SchülerInnen können ihren kompletten Ablaufplan mit der App organisieren und werden ganz nebenbei auf attraktive Ausbildungsangebote von lokalen Unternehmen aufmerksam. Wir haben den Gründer Danny Roller interviewt. 

scoolio Gründer Danny Roller
Die Idee für scoolio kam Gründer Danny Roller an einem Sonntagmorgen im Bett. Jetzt nutzten mehr als 850.000 SchülerInnen Deutschlandweit seine App. (Quelle: scoolio GmbH)

Erzähl uns doch mal, wie die Idee zu Scoolio entstanden ist.

Es war an einem Sonntagmorgen, als ich noch im Bett lag. Plötzlich kam mir der Gedanke eines digitalen Pendants für ein Hausaufgabenheft. Ich bin aufgestanden, suchte Zettel und Stift und habe angefangen, wie wild auf ein paar leeren Seiten Papier herumzukritzeln und meine Ideen aufzuschreiben. Das war der Anfang von scoolio. Klingt komisch – war aber tatsächlich genau so!

Was kann die Scoolio-App alles?

scoolio ist eine App zur Organisation des Schulalltages, das klassische Hausaufgabenheft in digitaler Form. Die SchülerInnen können ihre Noten, den Stundenplan und wichtige Aufgaben wie Klausuren oder Hausaufgaben in die App eintragen und sich per Push-Nachricht daran erinnern lassen. Auf einen Klick gelangen sie zu ihrem Vertretungs-, Termin- und Speiseplan. Mithilfe der Social Features wie „Mitschüler entdecken“, Klassenchat und Nachhilfe Partner finden, können SchülerInnen auch noch Spaß bei der Organisation haben. Über ein Futuregame setzen sie sich auf spielerische Art mit ihrer zukünftigen Berufsorientierung auseinander.

scoolio futurespace
Mit der scoolio App können SchülerInnen ihren Schulalltag organisieren, ihre KlassenkameradInnen kennenlernen und Ausbildungsplätze finden. (Quelle: scoolio GmbH)

Unternehmen haben die Möglichkeit, sich mit intelligent in den Nutzerfluss eingebauten Werbeanzeigen vorzustellen und auf ihre Ausbildungs- und Studienangebote aufmerksam zu machen. scoolio schlägt die Brücke zwischen Schule und beruflicher Zukunft, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Wie sieht das Geschäftsmodell genau aus?

Kein Geheimnis ist, dass der immer größer werdende Fachkräftemangel ein Problem in unserer Gesellschaft darstellt. Daher bieten wir Unternehmen die einmalige Möglichkeit, die umkämpfte Zielgruppe „SchülerInnen“ bereits während der Schulzeit zu erreichen. Im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen befinden sich die SchülerInnen bei scoolio außerdem im schulischen Kontext und sind damit offener für Ausbildungs- oder Studienthemen. Das ist ein entscheidender Vorteil, da die Anzeigen direkt und mit sehr geringem Streuverlust bei den SchülerInnen ankommen und das investierte Budget zielgerichtet genutzt wird.

Scoolio unterstützt Unternehmen in Krisenzeiten mit kostenfreien Werbekampagnen für den Ausbildungsstart 2020

Aufgrund der derzeitigen Lage rund um das Coronavirus erledigen SchülerInnen notgedrungen in den kommenden Wochen ihre schulischen Aufgaben sowie ihre berufliche Orientierung Zuhause. Messen und Informationsveranstaltungen, werden Flächendeckend abgesagt. So bieten sich auch für Unternehmen nur noch wenige Möglichkeiten, sich selbst und die eigene Nachwuchssuche bekannt zu machen.

Das Dresdner Startup Scooolio bietet deshalb jetzt kostenfreie Werbekampagnen für alle Unternehmen auf der eigenen Plattform bis zum 30.06.2020.

„Wir möchten betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Marketingaktion handelt, sondern eine Herzensangelegenheit zur Unterstützung in einer Ausnahmesituation. Damit wollen wir ein Zeichen setzen, dass diese Herausforderungen nur gemeinsam zu bewältigen sind. Des Weiteren möchten wir zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung animieren.“, sagt Danny Roller, Geschäftsführer der Scoolio GmbH.

Zu unseren Kunden zählen bereits große Unternehmen wie zum Beispiel Eurowings, Rewe, Aldi Süd sowie Aldi Nord, Deutsche Flugsicherung und die Deutsche Bahn. Auch regionale, kleine Unternehmen wie die Stadtwerke Kiel oder die Stadtentwässerung Dresden nutzen scoolio, um sich zu präsentieren. Wir wollen vor allem Unternehmen in strukturschwachen Gebieten helfen, Fachkräfte und Auszubildende zu gewinnen. Mit scoolio erhöhen sie auch ihre Wahrnehmung in der Region.

Dass die App bei SchülerInnen gut ankommt, kann ich mir vorstellen, aber wie ist es mit LehrerInnen und Eltern? Wollen die nicht eigentlich verhindern, dass die Kinder ständig am Handy sind?

Auch LehrerInnen und Eltern sind sich der Rückständigkeit in Sachen Digitalisierung im Schulbereich bewusst. Daher haben wir bisher nur positives Feedback erhalten und auch schon die ein oder andere Nachfrage, ob es zukünftig auch eine Nutzung für Eltern und Lehrer geben wird. Uns schwebt hier eine Art Ökosystem vor. Das aber ist noch Zukunftsmusik.

Ich habe gesehen, dass sich die SchülerInnen über die APP auch vernetzen können. Entsteht dort nicht auch die Gefahr von Cyber-Mobbing und ein gewisser Selbstdarstellungs-Druck?

Die Gefahr besteht auf jeder Plattform und in jeder App, wo Menschen sich sozial vernetzen können. Um auf scoolio die Social Features zu nutzen, müssen sich die SchülerInnen registrieren. MobberInnen müssten sich hier outen und dass wollen die Wenigsten. Zudem setzen wir technische Hilfsmittel ein, um gegebenenfalls negativen Aspekten entgegenzuwirken. Weiterhin besteht jederzeit die Möglichkeit, Profile zu melden, damit wir direkt eingreifen können.

Warum brauchen Schulen digitale Ansätze wie Scoolio?

Der Schulsektor ist in Sachen Digitalisierung noch sehr rückständig. Die digital affine Zielgruppe „SchülerInnen“ ist daher dankbar für unkomplizierte technische Lösungen, die ihnen helfen, ihren Schulalltag zu meistern. Sie werden erinnert, können Nachhilfe-Partner finden, sich austauschen und haben Spaß dabei. Warum die Möglichkeiten der heutigen Zeit nicht nutzen und helfen den Schulalltag ein wenig unkomplizierter zu gestalten?

Auf welche Hürden seid ihr bei der Gründung und der Entwicklung gestoßen, und wie habt ihr diese gemeistert?

Es ist eine große Herausforderung, eine Idee in die Realität umzusetzen. Zunächst braucht man MitarbeiterInnen, Räumlichkeiten und natürlich Kapital. Hat man von diesen drei Sachen erst einmal das Nötigste zusammen, folgt die nächste Herausforderung: Den Rest der Welt, bzw. in unserem Fall die SchülerInnen und Unternehmen von der Idee zu überzeugen. Die Nutzerzahl konnten wir stetig steigern bis heute, wo scoolio die größte und beliebteste Schülerapp ist.

Die Aufmerksamkeit von Unternehmen auf scoolio zu lenken und potenzielle Kunden von diesem neuen Weg der Schüleransprache zu überzeugen, war ebenfalls eine große Hürde. Hier wünschen wir uns auch in Zukunft noch etwas mehr Offenheit und Aufgeschlossenheit gerade von regionalen Partnern. Meistern konnten wir diese Hürden vor allem als Team. Als leidenschaftlicher Hobbyfußballer habe ich schon immer nach dem Motto „Nur im Team sind wir stark“ agiert. Und es hat sich auch bei scoolio gezeigt, dass wir gemeinsam im Team alles erreichen können.

Was war der letzte Meilenstein den Scoolio erreicht hat?

Wir haben es in den letzten Wochen geschafft, inzwischen mehr als 850.000 SchülerInnen zu begeistern. Außerdem haben wir unser Futuregame für Schüler released. Richtig stolz und glücklich sind wir auch darüber, dass wir mittlerweile konstant in den Top 10 der Kategorie Bildung im App Store und Playstore vertreten sind. Um Unternehmen noch besser mit scoolio vertraut zu machen, haben wir eine digitale Plattform für die Gestaltung Ihrer Werbekampagnen, den scoolio Business Manager, entwickelt. All diese Steps waren ein riesiger Motivationsschub für das gesamte Team.

Oft möchte man im Nachhinein ja Dinge anders machen, aber welche Entscheidung würdet ihr sofort wieder Treffen?

Auf jeden Fall würde ich mich jederzeit wieder dafür entscheiden meine Idee in die Realität umzusetzen und alles dafür tun, damit es mir gelingt. Zwar ist es verdammt harte Arbeit – aber die lohnt sich!

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