Schokolade mit inneren Werten: Die nu company aus Dresden

Schokolade, die die Welt ein Stückchen besser macht: Diese drei Jungs stecken dahinter. v.l. Mathias Tholey, Christian Fenner und Thomas Stoffels

Die gesunden Schokoladenriegel des Dresdner Startups nu company tun nicht nur dem Körper, sondern auch der Umwelt gut. Für jedes verkaufte Produkt, das gänzlich aus gesunden und natürlichen Bio-Zutaten besteht, wird ein Baum gepflanzt. Außerdem kommen die Riegel ohne Plastikverpackung aus und werden mit Ökostrom produziert. Wir haben für euch mit den drei Gründerjungs gesprochen. 

Welche Idee steckt hinter the nu company?

Warum wir the nu company gründeten? Um ehrlich zu sein, zunächst aus purem Eigenbedarf! Wir, also die Gründer Mathias, Thomas und ich (Christian), brüteten in England über unserer Wirtschaftsingenieur-Masterabeit und merkten schnell, dass weder Zuckerbomben aus dem Automaten noch herkömmliche Müsliriegel aus Datteln und Haferflocken wirklich unseren erhöhten Nährstoffbedarf decken konnten. Also fingen wir drei neben dem Studium als Quereinsteiger selbst an und mischten in der eigenen Küche Zutaten zusammen, die wir bisher vermisst hatten: Hanfsamen, Rohkakao, Kokosblütennektar, Lucuma, Acerola und mehr. Die noch relativ unansehnlichen Prototypen kamen derart gut an, dass wir bald die nu company in Dresden gründeten. Die Idee: bestehende Lebensmittelprodukte neu zu durchdenken, um sie dann gesünder, leckerer und nachhaltiger zu gestalten. Darüber hinaus war von uns schnell klar, dass wir auch etwas zurück geben möchten: Für jedes verkaufte Produkt pflanzen wir einen Baum. Zudem sind unsere Produkte plastikfrei verpackt.

Schokolade und gesund – geht das überhaupt?

 Ja, gesunde Schokolade klingt tatsächlich erstmal paradox. Dabei ist das gar nicht so schwierig, wenn man leere Kalorien wie raffinierten Zucker weglässt! Unser Credo: Mehr Nährstoffe, weniger Zucker. Dafür setzen wir auf eine ernährungswissenschaftlich durchdachte Kombination von natürlichen Bio-Zutaten. Die Inhaltsstoffe wie Hanfsamen und Acerola versorgen so effizient mit Antioxidantien, Magnesium, Eisen und Vitamin-C. Außerdem enthalten sie viele gute Omega-3-Säuren und gleichen wenige Kohlenhydrate mit einem erhöhten Proteingehalt aus – so geht Naschen ohne Reue.

Auch unser Proteinshake nupro zeichnet sich durch pflanzliche Proteine, wertvolle Ballaststoffe und wichtige Nährstoffe aus. Außerdem ist er, wie alle nu-Produkte, plastikfrei verpackt – und damit der erste plastikfreie Proteinshake Deutschlands. Das Besondere an beiden Produkten ist, dass wir mit jeder verkaufter Einheit einen Baum pflanzen – in Zusammenarbeit mit einem Aufforstungsprojekt. Mit jedem Bissen nucao und jedem Schluck nupro können wir so gemeinsam die Welt verbessern.

Für wen sind eure Produkte?

 Mit unseren Produkten möchten wir all diejenigen erreichen, die sich gesund und lecker ernähren möchten – und dabei einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben wollen. Unsere Zielgruppen achten auf Nährwerte und konsumieren mit gutem Gewissen.

Erhältlich sind unsere Produkte im Onlineshop, im Einzelhandel, Drogeriemärkten und in Bio-Läden. Außerdem ist unser Proteinshake nupro bei dm sowie nucao bei Budnikowsky gelistet.

War es schwierig, sich im Bio-Umfeld zu positionieren?

 Bei der Einführung unseres veganen Schokoriegels nucao gab es auf dem Bio-Markt schon viele Snack- und Schokoladenprodukte, die einen sozialen Ansatz verfolgten. Dennoch war bis dato kein Produkt auf dem Markt zu finden, das Nachhaltigkeit, gesunde Nährstoffversorgung und Verantwortung miteinander vereint und stringent umsetzt – sprich ganzheitlich agiert. Dieses Gesamtpaket gepaart mit voller Transparenz und einer gewissen Nahbarkeit kommt gut bei unseren Kunden an. Wenn man unseren Riegel aufklappt, die kurze Zutatenliste sieht und per QR-Code sehen kann, wo der Baum gepflanzt wurde, macht das einfach Spaß und gibt ein gutes Gefühl. Damit hoffen wir uns genug von der Konkurrenz abzusetzen.

Wie viele Bäume wurden bereits von euch gepflanzt?

Seit Anfang März 2018 haben wir gemeinsam mit Eden Projects mit unserem nutree-Projekt 464.400 Bäume gepflanzt, wodurch 4.645 Arbeitsplätze vor Ort geschaffen werden konnten. Darauf sind wir mächtig stolz und finden: Genauso kann es weitergehen!

Welche Startups waren eure Vorbilder?

Lycka und Ecosia haben uns sehr inspiriert. Das Hamburger Startup Lycka spendet eine Schulmahlzeit für jedes verkaufte Produkt, die Suchmaschine Ecosia steckt die Werbeeinnahmen in Aufforstungsprojekte. Im Prinzip machen wir nun genau die Kombi aus beidem!

Wie können Startups Wirtschaftlichkeit und soziales Engagement geschickt miteinander verknüpfen?

Meiner Meinung nach ist nachhaltig Wirtschaften kein Nischenthema mehr. Ganz im Gegenteil – es ist ein Muss! Denn: Millionen Tonnen Plastik gelangen in einem Jahr in die Meere und 40 Prozent der Feuchtgebiete weltweit verschwanden in den letzten 50 Jahren. Damit auch zukünftige Generationen in einer lebenswerten Welt leben können, müssen Unternehmen aktiv handeln. Um hinsichtlich dessen ein Umdenken in der Gesellschaft anzuregen, möchten wir bei diesem Thema Ansprechpartner und gleichzeitig Informationsgeber sein.

Wirtschaftlichkeit und soziales Engagement können miteinander verknüpft werden, indem man seinem normalen Geschäftsmodell eine soziale Komponente verleiht. Wir beispielsweise kombinieren den Verzehr von leckerer Schokolade und Proteinshakes in Kooperation mit Hilfsorganisationen mit nachhaltigem Engagement. Mit unserem Konzept wollen wir immer mehr Startups inspirieren, eine soziale oder ökologische Komponente zu ihrem Geschäftsmodell hinzuzufügen. Unser Nachhaltigkeitsgedanke war schon von Beginn an in unserem Unternehmen verhaftet – und ist auch in Zukunft ein fester Bestandteil.

Was war das bisher Schönste eurer Gründungskarriere?

Am schönsten war sicherlich die erfolgreiche Crowdfunding Kampagne von nupro – und damit der Gewinn einer dm-Listung. Wir haben acht Wochen als ganzes Team absolut alles gegeben und waren am Ende K.O. Außergewöhnlich war der Aufbau einer eigenen Produktion in unserem ersten Jahr. Mathias, Thomas und ich haben am Wochenende Formen gespült und Nächte durchgepackt. Im Rückblick war das kompletter Wahnsinn.

Welche Vision verfolgt ihr mit euren Produkten?

Unsere Vision ist es, mit high impact food ein Umdenken hinsichtlich Nachhaltigkeit und Verantwortung zu bewirken – und das in Kombination mit wirklich leckeren Produkten. Dazu gehört es auch, unsere Konsumenten über gesunde Ernährung aufzuklären. Denn: derzeit leiden 5,4 Millionen Deutsche an Diabetes Typ II. Das gilt es zu ändern!

Vielen lieben Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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