Robin Data: Datenschutz leicht gemacht

Der Datenschutzexperte Prof. Dr. Andre Döring (r.) und IT-Projektleiter Daniel Ramsch sind die Gründer von Robin Data. Foto: Robin Data

Mit einer Investitionssumme im unteren siebenstelligen Bereich sorgte das Startup Robin Data aus Merseburg für Schlagzeilen. CEO Prof. Dr. Andre Döring verspricht gesetzeskonformen Basis-Datenschutz für jedermann – in wenigen Stunden.

„Was passiert mit meinen Daten?“, „Wer verarbeitet diese?“ und „Zu welchem Zweck?“ – Es sind Fragen, mit denen sich jeder im digitalen Zeitalter auseinandersetzen muss, denn immer mehr Daten werden digital verarbeitet. Mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), durch welche die Dokumentations- und Rechenschaftspflicht von personenbezogenen Daten im Mai 2018 noch einmal verstärkt wurde, ist dies jedoch für viele Kleinbetriebe, Vereine und Selbstständige zu einem leidigen Thema geworden. Zwar ist ein Datenschutzbeauftragter erst in einem Unternehmen ab zehn Mitarbeitern Vorschrift, dennoch ist jede Organisation verpflichtet, ihre Mitarbeiter- und Kundendaten auf Basis der DSGVO zu schützen. Nicht jeder kann dabei auf entsprechendes Know-how zurückgreifen.

Zwei Merseburger Gründer vom Fach

Für Prof. Dr. Andre Döring war die große Welle zum Thema Datenschutz im vergangenen Jahr die Gunst der Stunde. Mit seiner Vision einer Datenschutz-Service-Plattform bewarb er sich um Early-Stage-Kapital bei bmp Ventures. Dörings Plan ging auf: „Robin Data“, wie sich das Startup nennt, das sich hinter seiner Vision verbirgt, erhielt im November 2018 – einen Monat nach der Gründung – durch bmp Ventures und einen renommierten Business Angel eine Zusage über eine Summe im unteren siebenstelligen Bereich. Die Investoren überzeugte Prof. Dr. Andre Döring dabei nicht nur mit der Idee, sondern auch mit Fachkenntnissen: Er ist selbst als Datenschutzexperte aktiv, des Weiteren Professor für Wirtschaftsinformatik und Projektmanagement an der Hochschule in Merseburg. Dort fand er mit Daniel Ramsch einen Co-Gründer. Der Absolvent der Betriebswirtschaftslehre und erfahrene IT-Projektleiter wird nun im Bereich Finanzen und Projektmanagement aktiv sein.

Das Servicepaket für on- und offline

Die Datenschutz-Management-Plattform Robin Data hilft dabei, die vorgeschriebenen Anforderungen gesetzeskonform zu realisieren – und das „in wenigen Stunden ohne Vorkenntnisse“. Bei dem Programm wird es sich um eine webbasierte Lösung handeln. Für eine möglichst unkomplizierte Anwendung wird das Assistenzsystem branchenspezifisch vorkonfiguriert, d.h. der Nutzer findet die Inhalte vor, die für seine Branche relevant sind. So können Unternehmen ihren Datenschutz in Zukunft ohne externen Experten regeln.

Eine Lösung für Befürworter persönlicher Ansprechpartner ist bereits gefunden: Perspektivisch soll ein Pool an Datenschutzbeauftragten und Fachexperten aufgebaut werden, welche Robin Data an den entsprechenden Kunden vermittelt. Als weitere Serviceleistung könne aber auch schon jetzt kostenlos jede Frage zum Thema Datenschutz direkt an das Unternehmen gestellt werden, wie Prof. Dr. Döring versichert.

Doch auch Datenschutzbeauftragte selbst sollen von der innovativen Software profitieren. Sie können über das Tool ihre Kunden administrativ verwalten – bei gleichem zeitlichem Aufwand ungefähr drei bis fünf Mal mehr Kunden, heißt es. Prof. Dr. Andre Döring, der auch Vorträge im Bereich Datenschutz hält, weiß um die Herausforderungen dieses Berufsfeldes. „Ich geriet bei meiner Arbeit in all der Zettel- und Excelwirtschaft immer wieder an meine Grenzen“, erzählt der Experte rückblickend. Die Suche nach einem wirklich guten Tool, was ihm die Arbeit erleichtern würde, blieb allerdings erfolglos. Es entstand die Idee zu Robin Data. 

Release für Mitte 2019 geplant

Mit dem frischen Kapital, primär aus den IBG Risikokapitalfonds III des Landes Sachsen-Anhalt, wird nun an deren Umsetzung gearbeitet. „Wir befinden uns voll in der Entwicklung der Software“, sagt Döring. Mitte 2019 soll diese online gehen. Schon jetzt konnte das Startup 25 Alpha-Tester unterschiedlicher Branchen für sich gewinnen. Sie werden die Entwickler bis zum Release mit ihrem Feedback unterstützen. Ein weiterer Teil des Investments fließt in den Aufbau der Marketingabteilung – für Döring die größte Herausforderung. Für die Markteinführung werden zwei Stellen in dem Startup besetzt. Im Offline-Vertrieb sollen Zielgruppen direkt adressiert werden, um die intern vereinbarte Anzahl an Kunden schnellstmöglich zu akquirieren.

Langfristig will das Unternehmen über die Landesgrenzen hinauswachsen. Denn nicht nur Firmen in Deutschland sind verpflichtet, sich an die EU-Vorgaben zu halten – theoretisch sogar Unternehmen weltweit, die mit einem Unternehmen oder einer Behörde der EU zusammenarbeiten. Dabei sieht sich der Datenschutzexperte mit Robin Data in erster Linie als Anlaufstelle für kleinere und mittlere Unternehmen. Und auch, wenn Datenschutz oftmals mit großem Aufwand assoziiert wird, verweist Prof. Dr. Andre Döring darauf, was dies für Kunden und Nutzer auch bedeutet: mehr Kontrolle, Sicherheit und Transparenz in der Datenverarbeitung.

Redakteurin: Melanie Friedrichs, Univations GmbH / Investforum Startup-Service

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