Quergedacht – Der nachhaltige Stadtplan für Dresden

Fotocredit: Fabian Vogl / Think Big

Kreuz und quer, hin und her, Hauptsache nachhaltig soll es sein! Und Dresden hat viele Möglichkeiten, nachhaltig und bewusst einzukaufen… Bloß wo genau? Ein nachhaltiger Stadtplan soll Abhilfe schaffen für alle Suchenden und diejenigen, die nachhaltige Inspiration brauchen.

Think Big!

Ins Leben gerufen haben den Stadtplan im letzten Jahr die Gründer Clara, Lorenz und Kristin. Nachdem sie sich für eine Förderung bei dem bundesweiten digitalen Jugendförderprogramm „Think Big“ beworben hatten, erhielten sie einen finanziellen Zuschuss sowie viel Unterstützung  für ihr Projekt. Bei den „Think Big Projects“ können sich Jugendliche mit eigenen Ideen bewerben und bekommen neben einer finanziellen Spritze bis zu 1000€ auch individuelle Coachings in den Bereichen  Digitales, Sozialunternehmertum, Kommunikation und Projektmanagement. Quergedacht haben mit ihrer Idee im vergangenen Jahr den Think-Big-Digitalpokal abgeräumt und wurden von der damaligen Bundesfamilienministerin Katarina Barley ausgezeichnet – Ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Investition! Dieses Jahr werden ganze 70 Projekte mit Cash und Coaching gefördert:

Unsere schöne Welt soll uns noch lange erhalten bleiben

„Es gibt viele Möglichkeiten, anders zu konsumieren und bewusster einzukaufen. Als Außenstehender hat man jedoch leider oft nicht den Überblick, wenn man sich nicht damit beschäftigt und nichts darüber weiß“.

Heute haben Sara Liebsch, Aisha Reiche und Daniela Vásquez im Rahmen ihres Freiwilligendienstes bei F.A.I.R.E., aha – anders handeln e.V. und ENS arbeiten den nachhaltigen Stadtplan übernommen. „Das Thema Nachhaltigkeit liegt uns dreien auch privat sehr am Herzen. Wir leben das Konzept auch hier im Büro und in unserer Freizeit. Wir versuchen unter allen Umständen, Plastik zu vermeiden und nachhaltige Produkte zu verwenden. „Unsere Stifte, Kullis etc. sind alle recycelt.“ Weshalb, ist allen dreien klar:

„Wir wollen mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass unsere schöne Welt nicht so schnell untergeht! Dazu wollen wir alle motivieren, so wenig Ressourcen wie möglich zu verschwenden und den eigenen Konsum zu reflektieren.“

Nein, Dresden ist keine nachhaltige Stadt!

 Von Repair-Cafés über Second-Hand-Shops und Recyclingstationen findet man auf dem Stadtplan mittlerweile über 100 Stationen. Überraschend kommt deshalb die Antwort von Sara, auf meine Frage, ob Dresden denn besonders nachhaltig ist.

„Wir sind hier schon auf einem guten Weg und die meisten Menschen sind auch relativ offen. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg. Vor kurzem war hier in der Neustadt ein großes Straßenfest, und dort leben eigentlich die jungen Menschen – diejenigen, die anders denken. Doch selbst da ist so unfassbar viel Müll entstanden… So nachhaltig ist es hier dann wohl doch nicht. Aber ob eine Stadt nachhaltig ist, liegt natürlich nicht nur an der Mentalität der Menschen, sondern auch an der Politik. Ich habe das Gefühl, dass der Fokus hier aktuell woanders liegt, beispielsweise die Infrastruktur auszubauen oder mehr Kitaplätze zu schaffen. Zwar finde ich persönlich, dass die Umwelt so ziemlich das wichtigste Thema ist, kann aber auch verstehen, dass die Stadt das anders sieht.“

 Nachhaltiger Konsum ist so einfach!

„Ein Ziel unseres Plans ist auch die Aufklärung der Leute. Viele Menschen haben den Eindruck, dass nachhaltiger Konsum teuer ist, was gar nicht stimmt. Einkaufen auf Märkten und co. kann sogar günstiger sein als im Supermarkt. Indem wir eine Plattform schaffen, auf der man alle relevanten Stellen findet, soll nachhaltiger Konsum noch einfacher werden. Deshalb ist es wichtig, dass unser Plan unter die Leute kommt!“

Doch leider ist das gar nicht so einfach. Die Mädels bekommen oft Anfragen von Universitäten oder anderen Orten, die die Stadtpläne so gerne auslegen wollen, jedoch kein Budget für den Druck übrighaben. Deshalb haben sie sich einen Mittelweg ausgedacht: Flyer, auf nachhaltigem Papier gedruckt, sollen auf den digitalen Stadtplan verweisen. Langfristig ist auch eine Smartphone-App geplant. Um das zu realisieren, sind die Quergedacht-Mädels aktuell auf Fördergelder angewiesen und freuen sich über jede Unterstützung!

Think Big ist ein Jugendprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Telefónica Stiftung gemeinsam mit o2.   Neben den „Think Big Projects“ bietet „Think Big“ auch dreitägige Workshops, die Think Big Camps, zu digitalen Zukunftsthemen wie Big Data und die Think Big eCademy, eine Online-Lernplattform, an.

Mehr Informationen zu Think Big unter: www.think-big.org

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