Plattform an der Schnittstelle zwischen IT-Studenten und Unternehmen: Polylith.io

Jakob und Philipp aus Dresden wollen mit ihrem Startup Polylith.io IT Studenten und Unternehmen, die nach Entwicklern suchen, zusammenbringen. Das Konzept ihrer Plattform ist, dass Unternehmen Technologie-Aufgaben, die in ihrem Unternehmen umgesetzt werden sollen, sponsorn. Die Studenten können dann an diesen Aufgaben arbeiten und erhalten bei erfolgreicher Lösung der Aufgaben einen Teil des Sponsoring Betrags als Taschengeld. Dadurch werden Unternehmen zum einen sichtbar bei den Studenten, denn die Studenten können sich die Profile der Unternehmen ansehen, die die Aufgabe stellen. Zum anderen können die Studenten relevante Technologien kennen lernen, die am Markt benötigt werden.

Fachkräftemangel in der IT-Branche

Damit wollen die Gründer zum einen das Problem des Fachkräftemangels lösen. Zum anderen soll so auch das Problem gelöst werden, dass viele Studenten die Technologien nicht beherrschen, die am Markt gebraucht werden, wenn sie von der Universität oder Hochschule abgehen. Dort lernen sie zum Großteil allgemeine Programmiersprachen. Doch die Gründer wissen: wer sich nicht eingehend damit beschäftigt, dem fehlt später das spezifische Wissen, um direkt in einem Unternehmen anfangen zu können. Die Plattform bietet den Studenten die Möglichkeit, direkt in diesen Bereichen Aufgaben zu lösen. Und dabei werden sie auch noch bezahlt. Das heißt es soll den Studenten einerseits Spaß und Wissen bringen, aber auch ein bisschen den Studenten-Geldbeutel füllen.

Die Plattform soll somit also keine reine Arbeitsplattform sein. Es geht vielmehr darum Studenten auf den IT-Markt mit Spaß und Mehrwert vorzubereiten und gleichzeitig die Sichtbarkeit auch mittelständischer Unternehmen und Unternehmen im B2B-Bereich bei den Absolventen zu erhöhen. Denn diese haben häufig nicht die gleiche Sichtbarkeit wie große Unternehmen im B2C-Bereich. Absolventen kennen sie also nicht und würden deshalb auch nicht auf die Idee kommen, sich dort zu bewerben.

Da sich die Studenten zu nichts verpflichten auf der Plattform, gibt es natürlich keine Garantie für die Unternehmen dort Fachkräfte zu rekrutieren. Warum ist es aber gerade für die weniger sichtbaren Unternehmen von Vorteil über diese Plattform an Studenten heranzutreten? Jakob sagt dazu: „Eigentlich haben sie gar keine andere Wahl.“ Er erklärt uns, wenn die Talente erst einmal auf dem freien Markt sind, dann sind sie sehr schnell weg, denn sie sind einiges Wert. Für kleinere und weniger sichtbare Unternehmen ist das also eine Möglichkeit schon sehr früh an Studenten heranzutreten und durch eine attraktive Unternehmenskultur die Studenten für sich zu gewinnen.

Von der Gründung zur Finanzierung

Vor über zwei Jahren haben die Gründer angefangen ihre Idee in die Realität umzusetzen. Vor einem Jahr bekamen sie eine EXIST Förderung, die noch bis Ende November läuft. Die beiden Gründer konnten bereits etwas Geld durch ihre Plattform einsammeln. Ab Ende des Jahres suchen sie aber nach einer Anschlussfinanzierung für ihre Plattform. Sie wollen nach der ersten Testphase in Dresden die Plattform dann Deutschlandweit aufrollen.

Zurzeit arbeiten die Gründer mit 9 Pilotkunden zusammen. Diese haben ein ein Profil auf der Plattform angelegt und einige von ihnen stellen Aufgaben zum Start des neuen Semesters bereit. Die Plattform richtet sich natürlich vorrangig an Studenten verschiedener Informatik-Studiengänge.

Auch für die IT-Fachkräfte Plattform Polylith.io gibt es Konkurrenten. Zum Beispiel HackerRank und CodeSignal, die sich letztlich aber auf einen anderen Bereich konzentrieren und Talente eher für Assessmentcenter begleiten.

Die größte Herausforderung für die beiden Gründer war es bisher, den Fokus nicht zu verlieren und trotzdem flexibel mit ihrer Idee zu bleiben. Zu Beginn sollte das Ganze eine Art Outsourcing-Plattform sein. Unternehmen sollten Aufgaben einstellen, die zu lösen sein sollten. Allerdings scheiterte die Idee daran, Polilith.io mehr in die Unternehmensprozesse hätte integrieren müssen. Außerdem wollten die Unternehmen lieber konkret Fachkräfte finden, als nur einzelne Aufgaben gelöst haben. Jakob hat gelernt: „Man muss auch mal die Idee wechseln können und sich den Problemen annehmen, die es tatsächlich auf dem Markt gibt.“