Oldtimerparts-Ersatzteile für Oldtimer aus dem 3D-Drucker

Die Gründer Philip Kalaydjiev, Eric Böhner und Fabian Häckermann. Fabian ist Applikationsentwickler und Programmierer für die Webseite. Eric kümmert sich um das Thema 3D-Druck, Cad-Konstruktion und Produktentwicklung. Philip ist für die Administration, Marketing und den Vertrieb verantwortlich.

Hinter Oldtimerparts stehen drei junge Gründer, die durch ihre Liebe zu alten Autos eine Geschäftsidee in die Realität umsetzten. Oldtimerparts ermöglicht es Besitzern von Oldtimern bestimmte Teile in 3D-Modelle umzusetzen, damit diese im 3D-Drucker nachgefertigt werden können.

Vom Auto zum Startup

Die beiden Gründer Philip und Eric kennen sich schon aus Schulzeiten. Beide interessierten sich eigentlich schon immer für Autos und besonders für ältere Autos. Philip restauriert auch in seiner Freizeit gerne Oldtimer und hat momentan einen alten Mercedes, an dem er immer wieder herum schraubt. Schon vor einiger Zeit ist ihm aufgefallen, dass es gewisse Ersatzteile für ältere Autos nicht mehr gibt. Durch sein technisches Interesse ist ihm schnell aufgefallen, dass man neue Technologien nutzen kann, um diese alten Teile nach zu fertigen.

Im März 2018 hat Philip seine Idee beim Startup Weekend Leipzig weiterentwickelt und gewann den ersten Platz. Nach ein paar Monaten der Überlegung war auch Eric überzeugt von der Idee und die beiden gründeten zusammen mit ihrem Entwickler Fabian die Oldtimerparts GbR.

Der Fokus des Teams liegt auf der Digitalisierung durch Erstellung von 3D-Modellen der gesuchten Ersatzteile ihrer Kunden. Die Kunden können eine Vorlage der Teile abgeben, die sie benötigen. Daraufhin rekonstruiert das Team die Vorlage in einem 3D-Modell, wenn sie diese noch nicht in ihrem Repertoire haben. Im Bereich von Kunststoffteilen, wie z.B. Dichtungen, fertigen die Gründer Teile auch selbst. Für andere Materialien arbeiten sie mit verschiedenen Dienstleistern zusammen, die je nach dem gewünschten Ersatzteil am besten geeignet sind. Von den potentiellen Kunden wird die 3D-Technologie zur Nachfertigung von Ersatzteilen zumeist positiv aufgenommen.

Breites Spektrum an Oldtimer-Ersatzteilen durch 3D-Druck-Modelle

Im Bereich der Nachfertigung von Ersatzteilen für Oldtimer gibt es natürlich auch Konkurrenten. Diese haben jedoch den Nachteil nur auf einen bestimmten Fertigungsprozess festgelegt zu sein und somit nicht alles abdecken zu können. Natürlich gibt es auch Händler, die mit Ersatzteilen handeln. Doch Oldtimerparts hat seinen Fokus vor allem auf die Nachfertigung von sehr seltenen Teilen gelegt, die meist auch kein Händler anbieten kann. Der Fokus von Oltimerparts liegt auf der stetig wachsenden 3D-Modell Datenbank von Ersatzteilen.

Die Unabhängigkeit von einem einzigen Fertigungsprozess ist ein herausragendes Merkmal von Oldtimerparts. Das zweite Merkmal ist, dass Oldtimerparts vor allem mit 3D-Modellen arbeiten, die durch einen Onlineshop gekauft werden können. So müssen die Gründer keine Lagerkosten für Ersatzteile bezahlen, da die Modelle digital erstellt werden und dann über das Dienstleister Netzwerk gefertigt werden können. Gibt es bereits 3D-Modelle im Shop von Oldtimerparts, so können sie diese in der Regel innerhalb einer Woche fertigen und liefern lassen. Muss ein Modell erst erstellt werden, so kann es zwischen 20 und 30 Tagen dauern. In Zukunft ist angedacht, durch mehr Ressourcen diesen Zyklus noch zu verkürzen.

Schwierigkeiten, Erfahrungen und Finanzierungsvorhaben

Wenn die Gründer an ihre größten Schwierigkeiten zurückdenken, so kommt ihnen vor allem das Thema Website in den Sinn. Die Website soll nicht nur Aufträge aufnehmen können, sondern auch informieren und über Google leicht zu finden sein. Am Anfang tat das Team sich schwer mit der Programmierung dieser Schwerpunkte. Das lag auch daran, dass sie ihre Kunden an der Faszination der 3D-Technologie teilhaben lassen wollten. Doch die meisten Kunden wollten Modelle nicht selbst hochladen, sondern nur ihre Maße und Vorstellungen eingeben. Inzwischen konnten sie sich mehr in ihre Kunden hineindenken und ihnen das bieten, was sie suchen. Mit viel Energie und Usertests mit den eigenen Eltern, verbessern Philip, Eric und Fabian die Website immer weiter und sind ihrem Ziel schon sehr viel nähergekommen.

Da die Gründer noch teilweise studieren, wollen sie das Unternehmen erst einmal so nebenher aufbauen. Für eine EXIST-Förderung wollen sie sich beispielsweise erst dann bewerben, wenn sie auch Vollzeit-Gründer sein können. Das Team war auch schon mit einigen Investoren im Gespräch, wodurch sie viel Feedback bekommen haben, was sie nun erst einmal umsetzen wollen. Den Umsatz, den sie bereits generieren reinvestieren sie in Online-Marketing. Sollte alles klappen, könnten sie den Umsatz vielleicht auch bald in einen neuen 3D-Drucker investieren. Für die Zukunft bleiben sie offen für einen strategischen Investor, der nicht nur Geld investiert, sondern auch mit Knowhow, die Gründer unterstützt.

Oldtimerparts schätzen Selbstvertrauen und Innovativität

Unsere Vision für die Zukunft ist es ein Algorithmus zu entwickeln, der dem Kunden ermöglicht mittels Upload von 3-5 Ersatzteilfotos eine direkte Preiskalkulation zu bekommen. Voll automatisiert. Innovation ist für uns sehr wichtig und wir möchten zukünftig auch in die entsprechende Technologie und die Entwicklung von Algorithmen investieren,“ so Philip.

Das Oldtimerparts-Team macht angehenden Gründern Mut. Jedem, der eine Idee hat, aber noch nicht so recht weiß, was er damit machen soll, dem rät Philip auch mal beim Startup Weekend teilzunehmen. Eric empfiehlt kostenlose Workshops mitzunehmen und einfach mal anzufangen. Dabei sollte man auch die negativen Erfahrungen mitnehmen. Allerdings sollte man sich dabei selbst treu bleiben und sich nicht der allgemeinen Meinung anpassen. Lieber man versucht seine Träume umzusetzen und scheitert dabei vielleicht, als dass man nur träumt und sich am Ende vorzuwerfen hat, dass man es nie versucht hat. Sollte man scheitern, ist man immer noch um so viele Erfahrungen reicher, als wenn man es nicht einmal probiert hätte.