myylink – Die App für die Passion Economy

Dank der Digitalisierung wagen immer mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Besonders auf Social Media Plattformen versuchen viele ihr Glück – zum Beispiel als Influencer:innen. Dass diese aber nicht nur eine zusätzliche Quelle der Unterhaltung oder Aufklärung im Netz sind, sondern auch eine wachsende Zielgruppe für digitale Produkte wissen Carsten Greif und Kevin Michael Schott. Sie haben metab gegründet, eine Marketingagentur die sich auf Influencer:innen und digitale Content-Creator:innen spezialisiert hat. Ihr neues Produkt myylink erleichtert diesen die Arbeit. 

Aus der Uni in die Selbstständigkeit 

Wenn man im Businesskontext an Influencer:innen denkt, dann geht es meistens darum diese für seine eigenen Produkte als Marketing-Partner:innen zu engagieren. Carsten Greif und Kevin Michael Schott aus Magdeburg zäumen das Pferd von der anderen Seite auf und haben sich auf Influencer:innen als Kundengruppe spezialisiert.

Über die metab UG vertreiben Kevin Michael Schott und Carsten Greif digitale Tools für Content-Creator:innen.  

Über ein Studienprojekt der Hochschule Magdeburg Stendal lernten sich die beiden 2018 kennen. Weil sie sich beide für Selbstständigkeit interessiert haben, ließen sie sich auf einer Gründerwoche zum Thema Fördermöglichkeiten beraten. 

“Wir haben dahingehend das Programm “ego.-Gründungstransfer” der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beantragt und seit Mitte 2019 für 18 Monate an ersten Prototypen gearbeitet. Dies war unsere erste finanzielle Unterstützung aus Mitteln des Europäischen Fond für regionale  Entwicklung (EFRE).”

Später brachten sie gemeinsam ihre erste Software auf den Markt und im März 2021 folgte schließlich die Gründung der metab UG in Sachsen-Anhalt. Mithilfe des Gründerstipendiums “ego-START” und des Europäischen Sozialfonds der Investitionsbank Sachsen-Anhalt widmen sich beide nun ihrem Gründungsvorhaben. 

Mit myylink alles an einem Ort 

Zurück zum Produkt. Wie bereits erwähnt, stehen vor allem Influencer:innen bei metab im Mittelpunkt. Viele Creator:innen haben nicht nur eine Social Media Präsenz, sondern gleich mehrere Accounts: Instagram, TikTok, Twitch, YouTube, OnlyFans, ggf. auch eine eigene Webseite oder einen Shop und viele mehr. Um diese ganzen Seiten zu bündeln, bieten sich sog. “Linkpages” an, also Seiten auf denen all diese Links gesammelt, sortiert und priorisiert werden können. So eine Linkpage hat den Vorteil, dass nur noch ein einziger Link verwaltet werden muss, denn auf Plattformen wie Instagram oder YouTube kann ohnehin nur ein Link hinzugefügt werden.

“Mit unserer Software myylink können alle wichtigen Links und Social Media-Accounts an einem solchen zentralen Ort verknüpft werden. Dies geschieht plattformunabhängig, da myylink sowohl für Android, iOS und das Web verfügbar ist. Die grundlegende Idee ist wie gesagt, dass Influencer eine eigene Webseite mit individuellem Farbschema (Theme) erstellen und diese anschließend per Link teilen können.“

Die Kund:innen von metab sind demnach Content-Creator:innen jeder Art, speziell die Influencer:innen. Dafür bietet das Startup aus Magdeburg eine kostenfreie Variante der App an und auch eine kostenpflichtige mit mehr Funktionen, für die die User:innen monatlich oder jährlich bezahlen können. 

Zusätzlich arbeitet das Team daran, auf den Webseiten auch Premium-Inhalte anbieten und verkaufen zu können, sodass die Follower:innen, welche die Websites besuchen, die dort angebotenen digitalen Güter auch direkt kaufen können. Dieser Markt nennt sich Passion Economy und wächst stetig, da die individuelle Unterstützung von Influencer:innen immer wichtiger wird, erklärt uns Carsten. 

“Unsere Vision ist es, Content-Creator:innen zu unterstützen, transparent zu beraten und die Gesellschaft für das Thema Passion Economy zu sensibilisieren.”, erläutert Kevin. 

Der gemeinsame Traum vom eigenen Unternehmen 

Als Informatiker bringt Kevin das technische Know-how, organisatorische Fähigkeiten sowie finanzielle Kenntnisse mit. Seine Hauptaufgaben als Geschäftsführer sind die Überwachung der Finanzen sowie die Ressourcenplanung, die Rekrutierung von jungen Talenten und natürlich die Softwareentwicklung.

Carsten ist Interaction Designer und sorgt für die notwendige Expertise für Marketing, Produktentwicklung und Unternehmensführung mit. Er konzentriert sich auf die Definition von Unternehmenszielen und entsprechenden Maßnahmen zur Umsetzung, treibt das qualitative und quantitative Wachstum des Unternehmens voran sowie natürlich das Interaction Design der Apps und Webseiten.

Zwar gab es einige Hürden, wie der Umgang mit der Bürokratie, der Abdeckung aller Aufgabenfelder und einer einheitlichen Marketing-Strategie, dennoch lag der besondere Reiz für die Jungunternehmer in der Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Unternehmen. Die freie Einteilung von Arbeitszeiten und Aufgaben, sowie das Fehlen eines Dresscodes im Berufsalltag und vieles mehr sehen beide als Vorteil der Selbstständigkeit: No risk, no fun.

Magdeburg hat positiven Einfluss auf das Gründen

Von Magdeburg als Gründungsstandort sind die Gründer trotz anfänglicher bürokratischer Hürden überzeugt. Die Fördermittelsituation empfinden sie als sehr gut, da die Programme oft unabhängig von bestimmten Branchen sind und auf Innovation abzielen, ist es auch für klassische Gründungen einfacher Geld zu beantragen. Hinzu kommt die geringe Konkurrenz um die Gelder, so werden Fördermittel schneller vergeben. 

VC’s und Business Angels könnte es mehr geben, findet Kevin. Aber mit denen, die ihre Zelte in Sachsen-Anhalt und Umgebung aufgeschlagen haben, komme man wiederum schnell ins Gespräch. Im Vergleich zu Berlin oder München halten Geldgeber:innen hier auch öfter kostenfreie Workshops und geben Insights. Auch wenn es nicht zwangsläufig zur Investition kommt, erhalte man dadurch Erfahrungen, die man bei weiteren Gesprächen wiederverwenden kann, so der Geschäftsführer. 

Einen weiteren Pluspunkt der Region stellt die Otto-von-Guericke-Universität dar. Sie ist deutschlandweit bekannt und bildet nicht nur top Fachkräfte aus, sondern fördert auch Unternehmenskultur und bietet Workshops zu Entrepreneurship in fast allen Fächern an. Hinzu kommen Annehmlichkeiten, welche die Gründer auch außerhalb ihres Büros zu schätzen wissen: 

“Wir schätzen an Magdeburg und generell Sachsen-Anhalt die idyllischen Landschaften und Naherholungsgebiete, um auch mal abschalten zu können; außerdem sind die Mieten hier vergleichsweise gering, d.h. privat kann man besser leben und als Firma einfacher Gewerbe mieten.”, verrät uns Carsten. 

Doch nicht nur die Gründer profitieren von ihrem Standort, auch die Region selbst kann sich über ein weiteres Unternehmen freuen, das durch handfestes Know-how in den Bereichen Digitalisierung, Design, Branding und Online-Marketing die Startup-Quote des Bundeslandes verbessert: 

“Wir wollen junge Talente rekrutieren und die Wirtschaft stärken. Wir finden, dass Deutschland immer noch zu wenig in die digitale Infrastruktur investiert, daher wollen wir für dieses Thema sensibilisieren.”

Dafür ist das Startup derzeit auf der Suche nach Seed-Kapital in Form von Venture Capital oder einen Business Angel, um das Unternehmen zu skalieren und mehr Marketing zu betreiben.

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