Das Startup MyFishingBox ködert erfolgreich die Angel-Liebhaber

Für den Gründer Andreas Kapl ist MyFishingBox mehr als nur ein Startup - es ist seine Leidenschaft Foto: Presse MyFishingBox

Gastbeitrag von Laura Kühl, univations GmbH. In vielen Bereichen haben sich Abo-Boxen etabliert, die den Kunden monatlich mit neuen Produkten überraschen und inspirieren. Was HelloFresh für Lebensmittel und Outfittery für Kleidung anbieten, gibt es aus Sachsen-Anhalt auch für Kunstköder. Seit 2013 bietet Andreas Kapl mit MyFishingBox das an, was das Anglerherz begehrt – Köder!

Andreas, warum haben es dir die Kunstköder so angetan und wie bist du auf die Idee gekommen?

Naja, zum einen habe ich eine persönliche Bindung zum Thema Angeln. Genauer gesagt übe ich das Hobby aus seitdem ich stehen kann. Interessant ist jedoch der Markt für mich, da die Produkte zum einen leicht zu versenden sind, zum anderen regelmäßig benötigt werden und, durch die relativ kleine Marktgröße, das Feld leichter zu bearbeiten ist. 2011 habe ich bereits einen Shopping Club für Angler gelauncht. Damals hörte ich aus den USA von dem Konzept und Abonnementsysteme kamen überall auf. Die Grundidee war erst, den Service für Bestandskunden des Clubs anzubieten. Als sich beides entwickelte, war es Zeit, auf eines den Fokus zu setzen. Das lukrativste erschien mir das Abo-Commerce Konzept und der Club wurde verkauft.

Kannst du uns kurz erklären, was ihr anbietet und wie groß der Markt eigentlich ist?

Um einen Raubfisch zu fangen, also einen Fisch, der andere Fische frisst, benötigt man so genannte Kunstköder. Quasi künstliche Fische aus Kunststoff oder Metall. Wir versenden mit MyFishingBox monatlich Überraschungsboxen, mit eben diesen künstlichen Angelködern, vor allem in Deutschland. Die Preise bewegen sich zwischen 15 und 30 Euro pro Box. Durch die Organisation in Angelvereinen sind Zahlen recht leicht nachzuvollziehen. In Deutschland sind rund 1,3 Millionen Angler in Vereinen organisiert. Die Gesamtanzahl der Angler beläuft sich seit der Jahrtausendwende bei rund 3,1 Millionen.

Worin liegt der Vorteil deiner Abo-Box für den Angler?

Da Kunstköder aktiv durch das gesamte Gewässer geführt werden, verliert man diese oft an Unterwasserhindernissen. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiger Nachschub für den Angler eine bequeme Sache. Dabei treiben unsere Kunden jedoch zwei ganz große Themen an. Zum einen ist man in einem Fachgeschäft, vor allem als Einsteiger, schnell von den tausenden Produkten überfordert. Zum anderen hören wir immer wieder, dass unsere Box die Kunden jeden Monat aufs Neue positiv überrascht und mit neuen Produkten in Kontakt bringt. Es gibt auch monetäre Vorteile, die wir jedoch nicht in den Mittelpunkt stellen. In jeder Box befindet sich zudem ein Heft mit allgemeinen Tipps sowie konkreten Hinweisen zu den Inhalten der Box. Hier weisen wir auch die Einzelpreise der Produkte und den Gesamtwert der Box aus. In der Regel spart jeder Kunde bei einer Laufzeit von 12 Monaten, die über 75 Prozent unserer Kunden nutzen, rund 10 Euro gegenüber dem Einzelkauf.

Welche Herausforderungen musstest du zum Start meistern und wie hat sich dein Unternehmen entwickelt?

Die größte Hürde stellte die Abrechnung in einem Abo-Commerce-System dar. Hier lauern Stolperfallen, die einem schnell einen kompletten Monatsumsatz kosten können. Ich kann jedem nur ans Herz legen, sich vorab mit dem Thema intensiv zu beschäftigen. Zum Schluss ist jedoch ein fertiges Angebot, jedoch immer besser als ein perfektes. Die Kundenbindung ist hierbei das Wichtigste. Stell dir vor, du hast jeden Monat ein komplett neues Produkt und das muss sich auch noch weiterentwickeln. Ein komplexes Thema, jedoch auch mit viel Abwechslung.

Hattest du finanzielle Unterstützung?

Ja. Eine gute Vorbereitung traf auf das benötigte Quäntchen Glück und ich konnte nach sieben Pitches letztendlich auf dem Investforum Pitch-Day 2015 zwei Business Angels für MyFishingBox begeistern. Unter dem Strich ist es wie bei jeder Kapitalsuche: man muss Investoren finden, die sich mit dem Thema identifizieren können. Ich freue mich sehr, dass wir uns auch außerhalb des geschäftlichen sehr gut verstehen. Danke Heiko, danke Jan!

Wo stehst du mit MyFishingBox gerade und was sind deine Pläne für die Zukunft?

Wir stehen im deutschen Markt schon gut da. Ein große Fanbase, steigende Abonnement-Zahlen und ein professionelles System. Ende 2017 haben wir die Marke von 100.000 versendeten Boxen geknackt und von 2016 auf 2017 konnten wir zudem eine Steigerung von rund 32 Prozent realisieren. Das Abonnementgeschäft ist zwar primär, jedoch bieten wir noch weitere Produkte an, die zu 70 Prozent von unseren Abonnementkunden gekauft werden. Interessant wäre jetzt eine weitere Expansion. Ein vergleichbares Konzept in den USA zählte 2017 zu den 500 am schnellsten wachsenden Unternehmen. Wir haben noch wahnsinnig viele Möglichkeiten zu Parallelgeschäften. Ich bin zufrieden, es ist jedoch noch viel Luft nach oben.

Wie hat euch der Investforum Startup-Service unterstützt?

Generell ist zuerst einmal die sehr persönliche Betreuung zu erwähnen. Das hat mich auch überzeugt beim Investforum Pitch-Day mitzumachen. Was ich jedoch wirklich interessant finde ist, dass die Betreuung auch nach allem nicht einfach aufhört. Da ich schon recht weit vorgeschritten war, habe ich selbst die Angebote von Vorbereitungskursen uvm. zwar nicht wahrgenommen, es ist jedoch wirklich gut, dass einem Unternehmen so etwas angeboten wird. Auch im Vergleich zu vielen anderen Pitches hätte ich am liebsten mit dem auf dem Investforum Pitch-Day begonnen.

Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg – und Petri Heil!

Die Startups für den Investforum Pitch Day 2018 stehen nun fest, mehr darüber könnt ihr hier lesen. Save the Date – Investforum Pitch Day X am 13. September in Halle. 

Mehr Infos unter www.myfishbox.de.

Dieser Artikel erschien zuerst auf investforum.de.

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