MOWIK – Dirtbikes made in Magdeburg

Motocross ist mehr als ein Sport – dieser Meinung ist auch Robert Klöhn, Gründer und Leiter von MOWIK. Mit Leidenschaft und Vision betreibt das aufstrebende Unternehmen einen Onlineshop mit allem, was das Sportlerherz begehrt. Die Designs für die Maschinen werden individuell in dem Firmensitz in Magdeburg produziert. Mit Video Tutorials und Aufnahmen direkt von der Rennstrecke ist die #mowikfamily in den sozialen Netzwerken präsent und erreicht so eine junge und aktive Zielgruppe. Abseits der Rennstrecke hat uns Robert Klöhn einige Fragen zu seinem Startup beantwortet.

Wann hast du mit Mowik angefangen?

Ich war schon während meines Studiums des Wirtschaftsingenieurwesensan der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg selbstständig. Ich habe mein Gewerbe für Motorradteilehandel angemeldet – ein bisschen auch aus Eigennutz, um mein Hobby günstiger zu gestalten. Für die erste Großbestellung habe ich mir 1.500 Euro geborgt und hatte durch die parallele Gründung eines gemeinnützigen Motocrossvereinseinen Kundenstamm von 40 Leuten. Wenn man bedenkt, dass Hobbysportler im Motocross durchschnittlich 400 Euro im Monat ausgeben, lohnt sich das schon. Schlussendlich konnte ich die Lieferungen aber nicht immer in meinem kleinen Studentenzimmer lagern, das wurde auf Dauer zu eng.

Warum ist die Nachfrage so groß?

Natürlich existieren andere Motocross-Shops, aber viele verkaufen nicht die Marken aus Amerika, die aktuell im Trend sind. Außerdem hatten Etliche in der Szene das Problem, dass man nirgendwo alle Teile zusammen kaufen konnte. Wir mussten oft lange danach suchen und sind nur über Geheimtipps an den richtigen Händler geraten. Auch die Dekore haben uns nicht gefallen, sie waren unmodern und langweilig. MOWIK vereint die Lösungen für all diese Probleme unter einem Dach. Wir gestalten die Dekore selbst, sie werden bei uns im Haus gedruckt und direkt vor Ort auch geklebt. Die E-Commerce-Technologie unseres Onlineshops ist auf dem neuesten Stand und wir bieten unseren Kunden eine breite Auswahl angesagter Marken –  vom Helm bis zum Ständer gibt es hier fast alles.

Was zeichnet euer Konzept aus?

Wir wollen uns von den Shops unterscheiden, die als reine Online-Händler fungieren. Wir sehen uns nicht als E-Commerce-Unternehmen, sondern sind auf Technologien fokussiert. Unsere Tools sollen den maximalen Nutzen für den Kunden haben und wir wollen den Sportlern mit professioneller Beratung sowohl digital, als auch hier vor Ort zur Seite stehen. Um der Firma ein Gesicht zu geben, veröffentlichen wir Tutorial-Videos und Produktvorstellungen und sind in den sozialen Netzwerken aktiv. Ein Großteil unseres Teams ist in die Motocross-Szene involviert und wir wissen deshalb genau, was die Kunden sich wünschen und welche Marken und Designs gerade angesagt sind.

 Wie sah euer Weg von der Idee bis zur Gründung aus?

Auf eine Unternehmensgründung wurde ich im Studium nicht vorbereitet, deshalb musste ich mir unbedingt professionelle Hilfe suchen. Unser derzeitiger E-Commerce-Manager hat mir in dieser Zeit mit seinem Netzwerk aus Unternehmensberatern zur Seite gestanden. Außerdem habe ich beim Investforum Startup-Service einiges gelernt. Beim Pitch-Day konnte ich erste Erfahrungen im Kontakt mit potentiellen Investoren sammeln und mich mit anderen Unternehmensgründern austauschen. Es war anfangs sehr schwer, Kapital zu finden, doch seit unserer ersten Umsatz-Bilanz von 226.000 € funktioniert die Akquise wesentlich besser.

Welches Team steht hinter der Arbeit?

Wir sind ein sehr junges Unternehmen, die meisten von uns haben an der Universität in Magdeburg studiert. Das Team reicht von unserem 23-jährigen Produktionsleiter bis hin zu unserem E-Commerce Manager mit langjähriger Berufserfahrung bei Unternehmen wie Zalando, Just Bikes oder Glossybox. Außerdem arbeiten wir mit etlichen Werkstudenten zusammen – zwei von ihnen gehören seit ihrem Masterabschluss fest zu unserem Team. Mir kommt es bei Einstellungsgesprächen darauf an, dass die Bewerber Leidenschaft für ihr Fachgebiet und für unser Unternehmen zeigen. Nur so kann meiner Meinung nach ein leistungsfähiges und ambitioniertes Team entstehen, auf das ich mich verlassen kann.

Vor welche Herausforderungen stellt dich die Unternehmensleitung?

Mir macht die Arbeit auf jeden Fall Spaß und wenn die Verantwortung wächst, dann wächst man automatisch auch selbst. Die Betriebsführung hat mich oft dazu gezwungen, meine Grenzen zu überwinden – sowohl in professioneller, als auch in persönlicher Hinsicht. Das Erschließen neuer Geschäftsfelder und die aktive Problemlösung erfordern eine permanente Weiterentwicklung, und ich musste zusehen, dass ich das Team dazu anleite, es mir gleich zu tun, sodass niemand zurückbleibt. Ein selbstständiges Team zusammenzustellen war eine wichtige Angelegenheit. Ich bin stolz darauf, meinen Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld bieten zu können. Wir nutzen moderne Projektmanagement-Tools, die uns flexible Arbeitsstrukturen mit Gleitzeit und eigenständiger Projektumsetzung ermöglichen.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Wir sind gerade aus unserer Kinderstube ausgezogen, da wir täglich 100 Pakete versenden und dringend ein größeres Lager benötigten. Man findet uns jetzt in der Nähe der Motorsportarena Oschersleben. Hier können wir Büro, einen Verkaufsraum, das Lager, die Produktionsstätte, unsere Werkstatt und eine kleine „firmennahe“ Rennstrecke miteinander verbinden. Um unser Umsatzwachstum zu sichern, planen wir außerdem, unseren Onlineshop europaweit zugänglich zu machen und damit neue Absatzmärkte zu generieren.

Was braucht ihr, um diese Schritte zu realisieren?

Um mit dem Wachstumspotenzial der Firma Schritt zu halten, haben wir einen Kapitalbedarf von 500.000 Euro angesetzt. Die Nachfrage steigt und wir wollen uns weiteren Geschäftsfeldern annehmen und neue Talente für unser Team gewinnen.

Vielen Dank für das Interview!

Dieses Interview wurde geführt von Laura Kühl, Univations GmbH.

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