Mit airQ wissen, was in der Luft liegt

Diese Jungs sorgen für frische Luft: Das air-Q-Gründerteam (vlnr. Dr. Daniel Lehmann, Mario Körösi, Alexander Stinka)

21.600 Atemzüge machen wir jeden Tag – Doch was liegt in unserer Luft? Der SpinLab-Neuankömmling air-Q aus Chemnitz hat ein schickes Tool entwickelt, das für uns nachmisst. Nachdem das sächsische Startup eine Luftanalysetechnologie entwickelte, konnten sie im April 2019 den TGFS als Investor gewinnen. Mittlerweile ist das Luftmessgerät marktreif und soll in den nächsten Monaten eingeführt werden. Wir haben für euch mit den drei Gründern Daniel, Mario und Alexander gesprochen.

Wie seid ihr darauf gekommen, ein Luftmessgerät zu entwickeln?

Daniel: Auf meiner eigenen Party bat mich einer der Gäste, der gerade von draußen reinkam, bitte einmal durchzulüften – Offensichtlich war es etwas stickig geworden, drinnen merkt man das aber nicht. Das brachte mich auf die Idee, wie man denn objektiv messen könnte, wie gut die Luft drinnen ist, damit sich niemand müde fühlt. Im Internet suchte ich anschließend nach Geräten, die ebendiese Luftqualität messen können. Doch ich wurde leider nicht fündig. Da dachte ich mir, ich bau mir einfach selbst so ein Gerät!

Woher hattest Du die technischen Fähigkeiten?

Daniel: Ich war 10 Jahre lang in der Grundlagenforschung und der Entwicklung neuer Sensortechnologien an der Technischen Universität Chemnitz. Diese Tätigkeit hat mir natürlich vor allem bei der Analyse und den Entwicklungen der einzelnen Sensoren, insgesamt sind es mittlerweile zehn Stück, sehr geholfen. Auch Lärmbelastung kann man übrigens mit dem kleinen Gerät feststellen!

Wie sieht der air-Q aus?

Mario: Das kleine Tool ist organisch geformt und kommt in einem Cremeton, steht auf einem Holzsockel und kann nicht nur viele nützliche Dinge messen, sondern ist mit seinem modernen Design zudem auch ganz nett anzusehen. Da das Luftmessgerät vorzugsweise an Orten und Wohnräumen platziert werden soll, in dem sich Personen oft und lange aufhalten, war uns natürlich wichtig, dass es auch ansehnlich aussieht. (Anm. aus der Redaktion) Das ist auf jeden Fall gelungen – schickes Teil!

Was wird genau gemessen?

Alexander: Der Luftanalysator erfasst quasi alles, was in unserer Atemluft vorkommen kann: Von Sauerstoff bis Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, VOCs, Methan, Feinstaub, Stickoxide, Schwefeloxide, Ozon und Pollen- und Sporenbelastungen.

Wie wissen wir, wann die Luft rein ist?

Alexander: Die zugehörige Handy-App, kann diese Daten in Sekundenschnelle maschinell auswerten und verarbeiten. Die wichtigsten Analyse-Indizes sind der Gesundheits- und Leistungsindex. Das neueste Feature ist der Gesundheitsberater der App, der die Daten vollkommen automatisch auswertet. Mit der App kannst Du von einer Korrelationsanalyse bis zu komplexen modellbasierten Auswertungen alles ausrechnen, was Du möchtest und was für Dich relevant ist. Denn jede Luftsituation und jedes Büro/jede Wohnung hat ihre ganz eigene Signatur, die berechnet werden möchte.

An der Seite des Gerätes befinden sich Lämpchen, eine Art Gradmesser, die die Luftqualität auf einem Blick wiedergeben und gegebenenfalls zum Lüften animieren.

Kann der air-Q auch Feinstaub messen?

Mario: Ja! Feinstaub, eines der meistdiskutiertesten Themen bezüglich Luftqualität, kann vom air-Q genau in drei Kategorien gemessen werden – das ist bisher einzigartig. Das Gefährliche an Feinstaub ist, dass die Partikel so klein sind, dass sie tief in unseren Organismus gelangen und dort Entzündungen verursachen! Je kleiner, desto tiefer. Bisher gibt es übrigens nicht für alle Feinstaub-Belastungen einen festgelegten gesetzlichen Grenzwert. Da ist man leider noch hinterher.

Wir gehen noch einen Schritt weiter: Das Tolle am air-Q ist, dass wir tatsächlich Stoffe messen können, für die es bisher noch keinen passenden Sensor gab, bzw. deren Analyse nur unter Laborbedingungen möglich war. Dazu gehören auch die unterschiedlichen Feinstaubpartikel und Arten.

Und wenn mal dicke Luft herrscht?

Daniel: Mit frischer Luft denkt und lebt es sich besser! Unsere Handy-App ermittelt, ob es durch die Luft Einschränkungen gibt und liefert individuelle Tipps zur Luftverbesserung.

Das kann bedeuten, das Fenster zu öffnen aber auch es zeitweise gezielt geschlossen zu halten, zum Beispiel, wenn Partikel-, Pollen- oder andere Schadstoffbelastungen von draußen nach drinnen kommen. Der air-Q behält diese zeitlichen Zusammenhänge immer selbst im Auge und sagt über die App Bescheid, wenn eine Verschlechterung droht.

Unsere Technologie ist durch unsere Einteilung in Gesundheitsindex und Leistungsindex sowohl für zu Hause als auch fürs Büro geeignet und sinnvoll.

Wann ist der air-Q marktreif?

Mario: Bisher haben schon über 3000 Leute auf unserer Homepage ihr Interesse bekundet! Schon in den nächsten Tagen soll das schicke Luftanalyse-Tool über eine Crowdfunding-Kampagne erstmals für private Käufer erhältlich sein. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass jeder die Luftqualität seiner Umgebung – und somit auch deren Nebenwirkungen – erfassen und auswerten kann.

Vielen lieben Dank für das spannende Interview und viel Erfolg!

Quelle: eigenes Interview, https://www.cfh.de/files/tgfs/downloads/PM_Corant_airQ.pdf