Leipziger Startup Schenker Technologies bietet asiatischen Notebook-Marken die Stirn

Schenker Technologies

Schenker Technologies zählt zu den wenigen Notebook-Herstellern, die seit Jahren der asiatischen Konkurrenz von Lenovo, Acer & Co. die Stirn bieten.

Dass das so funktioniert, hat viel mit dem Gründer und Firmenchef zu tun. Wie es bei Startups so üblich ist, hat er einst im Wohnzimmer angefangen und leitet heute ein mittelständisches Unternehmen mit knapp 70 Mitarbeitern. Sein Traumberuf sah dabei lange Zeit ganz anders aus.

Robert Schenker, Gründer von Schenker Technologies, wurde 1978 in Leipzig geboren. Da seine Mutter Klavierlehrerin und sein Vater Komponist war, lernte er früh ein Musikinstrument zu spielen. Er nahm sogar ein Studium im Fach Klarinette auf und beendete dieses 2005 erfolgreich.

Wie viele andere Jugendliche in den 90er Jahren, spielte Robert in seiner Freizeit gern Computerspiele wie Bundesliga-Manager und Civilization. Strategiespiele faszinierten ihn schon immer. „Unternehmerisch frei tätig zu sein, liegt mir vielleicht auch mehr als im Orchester zu spielen“, sagt er rückblickend.

Schon während des Studiums konfigurierte der Gründer von Schenker Technologies Notebooks neu.

Einfache Geräte trimmte er auf Leistung. Diese schnellen Computer gab es damals nicht auf dem Markt oder sie waren teuer.

Über Ebay verkaufte er die Geräte dann. Das funktionierte so gut, dass Schenker 2004 mit mySN.de einen eigenen Online-Shop eröffnete. Das war gleichzeitig die Geburtsstunde von Schenker Technologies.

Um in dem wachsenden aber hart umkämpften Markt eine Chance zu haben, musste er sich spezialisieren. So gründete er 2009 die Gaming-Marke XMG.

Lange Zeit konnten Spieler anspruchsvolle Action-Games und Rollen-Spiele nur am heimischen PC zocken. Denn nur die großen klobigen Geräte hatten die erforderliche Leistung dafür.

Schenker Technologies war eine der ersten Firmen, die das änderte. Sie bauten starke Prozessoren und große Arbeitsspeicher in Laptops ein.

Drei bis vier Mal in Jahr fliegt der Unternehmer nach Asien, um dort Verhandlungen mit Zulieferern zu führen. Alle Teile für die Endgeräte kaufen die Leipziger dort ein. Montiert werden die Notebooks in einem großen Büro in der Nähe der Leipziger Messe.

„Rund 25 000 Stück werden pro Jahr hergestellt. Unsere Nutzer wollen meist High-End-Geräte“, sagt der Firmenchef. Es soll die beste Qualität sein, die es am Markt gibt.

Die Kunden stellen sich die Computer individuell zusammen, auch auf das Design legt Schenker viel Wert. Vor der Auslieferung werden die Rechner umfangreich getestet.

Während asiatische Firmen häufig auf bunte LED-Leuchten setzen, sind die Leipziger Notebooks in der Form und Farbe eher schlicht gehalten, aber dafür aus hochwertigen Materialien wie Aluminium.

Große Werbebudgets fehlen Schenker Technologies, um auf sich aufmerksam zu machen. Seit Jahren sponsert die Firma einzelne Computerspieler und Events. Eines der größten Gamer-Treffen in der Branche ist die Dreamhack.

Robert Schenker nahm damals den Kontakt zur Leipziger Messe auf, um das Gaming Event auch nach Deutschland zu holen. „Die Messe-Macher waren schon nach dem ersten Anruf begeistert“, sagt er.

Bei der Erstauflage 2016 kamen 12 000 Besucher. Insgesamt feierten mehr als 1 000 Spieler Deutschlands größte Lan-Party. Die Firma Schenker ist Kooperationspartner der Messe und mit eigenen Ständen und als Computer-Ausrüster vor Ort.

Wohin die Entwicklung der Firma geht, wagt er nicht zu prognostizieren. Notebooks für Computerspiele sind längst keine Nische mehr. Fast alle großen Hersteller tummeln sich jetzt in dem Segment.

In Virtual-Reality sieht Schenker hingegen viel Potenzial: „Nicht nur Computerspieler, auch Industriefirmen nutzen zunehmend die Technologie.“ Die Firmen benötigten dafür leistungsstarke Computer. Wir liefern sie!