Leipzig erlebt neue Gründerzeit

Leipzig Gründerszene

7700 zusätzliche Jobs in einem Jahr: Leipzig erlebt eine neue Gründerzeit

Das Leipziger Jobphänomen hält an. Dem neuen Wirtschaftsbericht zufolge stieg die Zahl der festen Jobs im Jahr 2016 um 7700 auf 261 200 an. Seit 2010 wurden somit mehr als 44 200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen, seit 2005 waren es sogar fast 63 500.

„Das Wirtschaftszentrum Leipzig erlebt eine neue Gründerzeit“, sagt Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht zu den aktuellen Zahlen. Nicht nur die großen Vorreiter wie BMW (5300 Mitarbeiter), DHL (4900) und Porsche (4200) haben buchstäblich zu der erfreulichen Entwicklung beigetragen. „Etwa zwei Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in kleinen und mittelgroßen Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten. Auch Ansässige Unternehmen haben sich erweitert. Die Geschäftslage wird als ausgesprochen gut eingeschätzt.“ Zudem hätten etliche Neuansiedlungen den Weg in die Wachstumsregion gefunden. Die Zahl der Leipziger Firmen sei im vergangenen Jahr um mehr als 500 auf nunmehr 25 715 gestiegen. „Den bereits etablierten Startups in den Bereichen eCommerce und Big Data folgen jetzt vor allem Neugründungen in den Bereichen Energie, Life Science und Gesundheit. Derzeit gibt es rund 200 Startups in Leipzig, was Anlass zu weiterem Optimismus gibt“, erklärt der Bürgermeister. Neben den bekannten öffentlichen Förderzentren wie Bio City, GaraGe und BIC spielen in der Gründerszene auch die mittlerweile 11 Coworking-Spaces eine zunehmend wichtigere Rolle.

Das Wirtschaftsdezernat wolle die Rahmenbedingungen weiterhin so gestalten, dass Neugründungen gedeihen und bestehende Firmen weiter wachsen können, erläuterte Albrecht.  Zur strategischen Flächenbevorratung habe die Stadt 300 000 Quadratmeter Land erworben und dafür 9,5 Millionen Euro eingesetzt. Rund dreimal soviel wie in den Vorjahren.

Besonders erfolgreich entwickelten sich im letzten Jahr die Bereiche Gesundheitswirtschaft, Automobilindustrie sowie Logistik. Das Wirtschaftsdezernat sieht außerdem bei der Energie- und Umwelttechnik ein „überragendes Entwicklungspotenzial“. Mit dem neuen Entwicklungskonzept „Leipzig – Stadt für intelligente Mobilität“ und einer neuen „e-Allianz“ mit Firmen und Forschungseinrichtungen wird ein Spitzenplatz bei der Elektromobiliät angestrebt.

Ohne die Logistik hätte Leipzig niemals so schnell die Arbeitslosigkeit senken können. Über 35 000 Einwohner waren Ende 2016 in dieser Branche tätig – 1800 mehr als im Jahr zuvor. Enormen Einfluss auf diese Entwicklung hatte natürlich der Flughafen, wo im vergangenen Jahr zum ersten Mal mehr als eine Million Tonnen Fracht umgeschlagen wurden.

Die Automobil- und Zulieferindustrie zählt zu den jüngsten, aber wichtigsten Wirtschaftszweigen in Leipzig. 2016 erhöhte sich die Zahl der Angestellten in diesem Bereich um 2200 auf fast 16 700. Entgegen dem Branchentrend, im Ausland zu investieren, haben die beiden Premiumhersteller ihre Leipziger Werke kontinuierlich ausgebaut.

Mit mehr als 2500 neuen Jobs sicherte sich das Cluster Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie auch 2016 den ersten Platz in Leipzig. Mittlerweile arbeiten in diesem Bereich fast 41 200 Menschen in Festanstellung. Schwergewichte sind das Uni-Klinikum mit 3800 Beschäftigten sowie das städtische Klinikum St. Georg. Auch die wachsende Zahl von Kongressen in Leipzig hat viel mit dem Spitzenniveau in Forschung und medizinischer Praxis zu tun, so der Wirtschaftsbericht. Allein im laufenden Jahr finden neun große medizinische Messen und Kongresse in Leipzig statt, 2018 werden es bereits elf oder mehr sein.