Gesunde Snacks aus Halle – Das Food Startup Hülsenreich im Porträt

Emilie Wegner hat gemeinsam mit Gunnar Schulze und Simon Vogt das Food-Startup Hülsenreich in Halle (Saale) gegründet. (Quelle: Hülsenreich GmbH; Foto: Marci-Warmuth)

Emilie Wegner hat Ernährungswissenschaften studiert und das potenzial von Hülsenfrüchten zu einer Geschäftsidee gemacht. Seit August 2019 werden bei dem Startup Hülsenreich in Halle (Saale) gesunde Snacks in Form von Kichererbsen produziert. Wir haben mit der Gründerin über die Vorteile von Hülsenfrüchten, den Gründungsstandort Halle und darüber gesprochen, dass man alles lernen kann, wenn man will. 

Gründung aus Überzeugung – Von Hülsenfrüchten als Power-Snack

Die Entscheidung dazu Hülsenreich zu gründen hat Emilie aus Überzeugung getroffen. Die Ernährungswissenschaftlerin hat während ihres Studiums immer wieder von den Vorteilen von Hülsenfrüchten in der Ernährung gehört und diese auch selbst erforscht.

Hülsenfrüchte sind in vielen Dingen einzigartig. Sie strotzen vor pflanzlichen Proteinen, sind aber gleichzeitig sehr fettarm aber sättigen lange, da ihr Ballaststoffgehalt bei knapp 30% liegt. Hülsenfrüchte können als einzige Pflanzengruppe Stickstoff im Boden binden, was den Boden nährstoffreicher macht, das bedeutet, dass sie beim Anbau keinen Dünger brauchen, sogar im Gegenteil: Sie liefern Dünger. Hülsenfrüchte sind demnach nicht nur super gesund, sondern können auch nachhaltig angebaut werden.

Sie hat außerdem herausgefunden, dass trotz der vielseitigen Eigenschaften von Hülsenfrüchten, der Verzehr in Deutschland lediglich bei knapp einem Kilo pro Kopf im Jahr liegt. Diese Erkenntnis und der zunehmende Bedarf an gesunden Snacks dienten als Nährboden für die Idee, Kichererbsen in verschiedenen Versionen als Alternative zu Schokolade und Chips in den Markt zu bringen, und somit Snacks gesünder zu gestalten.

Hülsenreich bietet geröstete Kichererbsen in drei verschiedenen Sorten an. Was sie alle gemeinsam haben – eine menge Nährstoffe und Proteine. Quelle: Hülsenreich GmbH

Als erste von dieser Idee überzeugt hat Emilie ihre Mitgründer Gunnar Schulze und Simon Vogt. Sie ergänzen das Team als Betriebswerte, Gunnar brachte sogar bereits Gründererfahrung mit. Simon kam ursprünglich zum Studium nach Halle und beschloss dann, sich Hülsenreich anzuschließen.

Aus dem Studium ins Business

Aus einer Idee wurde schließlich Hülsenreich. Seit August 2019 sind die gesunden Snacks auf dem Markt und in ausgewählten Supermärkten und Unverpacktläden erhältlich. Hilfe bekommen hat das junge Gründerteam auf dem Weg dorthin vom Gründerservice Halle, denn niemand der Gründer hatte bereits Erfahrung in der Lebensmittelproduktion.

„Hier mussten wir alles von null an lernen. Es begann mit der Frage, welche Maschinen für unsere Zwecke geeignet sind und endete in Details, welche Art von Mülleimern den Hygienerichtlinien entsprechen. Gleichzeitig lernen wir jeden Tag etwas Neues über die Lebensmittelbranche und die Strukturen im Lebensmitteleinzelhandel.“, erzählt Emelie im Gespräch mit Startup Mitteldeutschland.

Dank der Förderung hatte das Team ein Jahr lang Zeit, die Produkte zu entwickeln, ein Konzept zu schreiben und den Markt und die Branche kennenzulernen. Jetzt ist Hülsenreich ein klassisches Food-Startup. Ihre Produkte sind in einem eigenen Onlineshop, im Einzelhandel oder in einem der zahlreichen Unverpackt-Läden in Deutschland erhältlich. Die Gründung der GmbH erfolgte aus Eigenmitteln.

Kichererbsen mal Anders

Das junge Startup aus Halle ist nicht das erste, was mit gesunden Snacks im Lebensmitteleinzelhandel durchstarten will. Dennoch schafft es Hülsenreich sich abzuheben. Die Innovation liegt hier im Produktionsverfahren, welches ermöglicht, das naturgegebene Super-Nährstoffprofil der Kichererbsen komplett beizubehalten. Emilie erklärt uns weiter, dass die Kichererbsen ohne Fett geröstet werden und im Verfahren nur wenige, dafür hochqualitative Zutaten verwendet werden. Sie verspricht: Eine Tüte der Kichererbsen von Hülsenreich liefert die Tagesempfehlung an Ballaststoffen.

Als Nächstes steht die Skalierung der Unternehmung auf dem Plan. Die GründerInnen möchten es schaffen, Stück für Stück in ganz Deutschland in den Regalen der Supermärkte verfügbar zu sein. Hierfür braucht es zunächst ein breites Vertriebsnetzwerk, das zusammen mit der Produktion entsprechend hochgeschraubt wird.

Halle an der Saale kann mehr als nur günstige Mieten

Wenn die Gründerin sich an einen der schönsten Momente aus der Gründungsphase zurückerinnern soll, dann denkt sie an den Einzug in die erste eigene Produktion in Halle (Saale). Die erste Charge die dort produziert wurde, ging an den lokalen Unverpacktladen, damals gab es noch keine Tüten für ihr neues Produkt. Die Anfrage nach dem Kirchererbsen-Snack wuchs danach rasant.

Auch von unternehmerischer Seite hat das Team Zuspruch von allen Seiten in Halle erfahren.

„Die Menschen freuen sich, dass sich ein junges Unternehmen entscheidet, in Halle zu gründen.“, so Mitgründer Simon Vogt

Die Snacks von Hülsenreich gibt es auch ohne Verpackung, z.B. im Unverpacktladen in Halle (Quelle: Hülsenreich GmbH)

Wenn sie eine Sache nennen sollten, die sie gelernt haben, dann sind sich die GründerInnen einig:

Wir haben gelernt, dass es wirklich nichts gibt, was man nicht in Erfahrung bringen oder lernen kann. Solange man Fragen stellt und hartnäckig bleibt, ist nichts unmöglich. Das hinterlässt das Gefühl: Wir alle können alles erreichen!

Dem haben wir nichts hinzuzufügen und sind gespannt auf weitere spannende Geschichten von Hülsenreich.

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