Hilo – Warum wir einen Systemwechsel brauchen

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Das Startup Hilo aus Leipzig bietet mit seinem sozial-innovativen Business Modell eine Alternative zum konventionellen Kaffeehandel. Basierend auf der Theory of Change will das Team um Gründer Martín Rojas den KonsumentInnen ein Stück Weit Bezug zu den Umständen der Kaffee Produktion zurück geben. Gleichzeitig kommen die Einnahmen sozialen Projekten zu Gute. Dass ihr Konzept funktioniert zeigt aktuell die erfolgreich abgeschlossene erste Etappe ihres Crowdfundings.

„THE WAY WE DRINK COFFEE IS BROKEN“ – Martín Rojas, Gründer von Hilo

Kaffee gilt als zweitwichtigstes Handelsgut der Welt. Das Angebot ist schier unendlich, und für KonsumentInnen ist Kaffee längst selbstverständlich. Wie bei jedem Massenprodukt verliert man hier schnell den Bezug zum Ursprung der Güter. Dass der Kaffee, den wir in Europa trinken, in den Produktionsländern oft unter schlechten Bedingungen angebaut wird, das war zu Beginn auch dem Hilo Gründer Martin Rojas nicht bewusst.

Dieser begann sich eines Tages zu informieren und fand heraus, dass beispielsweise die Menschen in seinem Heimatland Kolumbien, Kaffee trinken, der aus den „Abfallprodukten“ der Kaffeeproduktion für Europa gewonnen wird. Er fand bei seiner Recherche außerdem heraus, dass die meisten Kleinbauern auf dem Land nicht richtig lesen oder schreiben können. Das liegt oft daran, dass die Familien die Hilfe ihrer Kinder bei der Produktion benötigen und diese deshalb keine Bildung erhalten. Für die meisten Menschen in ländlichen Regionen ist der Anbau von Kaffee existenziell motiviert, und nicht ökonomisch. Hier entsteht also ein Kreislauf, der sich über Genrationen hinweg wiederholt. Hinzu kommt, dass das meiste Geld am Ende die Händler verdienen, während die Kleinbauern täglich um ihre Existenz bangen müssen.

Das Konzept: Coffees Common Thread

Hilo basiert auf der Vision, eine nachhaltigkeitsorientierte Wertschöpfungskette für den Konsum von Kaffee zu schaffen. Unter dem Leitsatz „Coffees Common Thread“ schafft Hilo deshalb ein neues, sozial-innovatives Business Modell. Die Idee ist es, langfristig einen metaphorischen Faden (Thread) zu spinnen, der die klaffende Lücke zwischen Konsum und Produktion schließen soll. Hilo soll nicht nur ein Produkt sein, sondern ein neues System. Jeder der Hilo Kaffee im Abo erwirbt, wird UnterstützerIn und Teil dieses Systemwechsels.

„Mit bedingungslosem Grundeinkommen von Hilo ermöglichen wir den Kaffeeproduzenten ein würdevolles Leben, und durch Bildungsprojekte stärken wir die lokalen Gemeinschaften. So machen wir den Kaffeeanbau auch ökologisch nachhaltiger.“, erklärt Gründer Martín Rojas.

In der Praxis sieht das so aus: Wenn in Deutschland 200 Jahres-Abos abgeschlossen werden, dann sichern diese das Grundeinkommen einer Bauernfamilie in Kolumbien für das ganze Jahr. Zusätzlich fördert Hilo Bildungsprojekte in Kolumbien. Solche tragen vor Ort dazu bei, Vertrauen aufzubauen, Spaltung in den Gemeinden zu heilen und ein starkes soziales Gefüge zu schaffen. Langfristig wird so aus dem Konsumgut Kaffee ein Produkt mit positivem ökologischen Mehrwert.

Gründer-Story

Martín Rojas hat in Deutschland seinen Master in Nachhaltiger Entwicklung gemacht. Er selbst sagt, dass seine Neugier und Leidenschaft für dieses Thema eine wichtige Rolle dabei gespielt haben, Hilo zu gründen. Während der Forschung für seine Master-Thesis wurde ihm immer deutlicher, wie groß die Lücke zwischen Produktion und Konsum beim Kaffeehandel ist. Ein weiterer Faktor ist seine persönliche Verbundenheit mit dem Thema. In Kolumbien setzt sich der Rest seiner Familie, allen voran seine Tante für die Faire Produktion für Kaffee und die Bildung der Bauern ein. Als diese ihre Lizenz für die Röstung ihres Kaffees verlor, sah Martín eine Chance etwas neues zu schaffen. Der Grundstein für Hilo war gelegt.

Im Februar diesen Jahres folgte dann der nächste große Schritt denn schnell war klar: Ohne Team würde Hilo nichts weiter als eine Vision bleiben. Am 16. Februar, Martíns Geburtstag, fand die erste Team-Sitzung statt. Mittlerweile arbeitet ein multikulturelles, diverses Team aus 8 Leuten von Deutschland aus an dem Projekt. Unterstützung bei der Entwicklung und Gründung wurde das Team vom Social Impact Lab Leipzig. Dort war Hilo Teil der 14. Kohorte von Sozial & Gründer.

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Das Team von Hilo möchte einen Systemwechsel anstoßen. Sie wollen eine nachhaltig orientierte Wertschöpfungskette im Kaffeehandel etablieren, und so das Grundeinkommen der Kleinbauern in den Produktionsländern gewährleisten. (Quelle: Hilo)

Finanzierung durch die Crowd

Seit Mai 2019 sichert Hilo das monatliche Einkommen der Bauern, die ihren Kaffee produzieren. Damit das so bleiben kann, hat das junge Unternehmen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Bisher hat das Team in Deutschland freiwillig gearbeitet. Das erste Funding Ziel von 5.000 Euro hat Hilo bereits erreicht. Mit dem Geld werden die Versandkosten und die Auslieferung des gesamten aktuellen Bestandes finanziert.  Den Rest will das Team in ihre Kommunikations- und Business-Infrastruktur investieren, um noch mehr Menschen für ihr Netzwerk zu gewinnen.

Wenn das zweite Ziel von 10.000 Euro erreicht wird, will ein Investor weitere 20.000 Euro einbringen. 30.000 EUR decken dann alle Kosten für 2019 und garantieren weitere 3 Monate in 2020. Logistik- und Marketing-Tools und symbolische Löhne für das Team in Deutschland sowie alle Aktivitäten des ersten Förderziels würden dann ebenfalls gedeckt.

Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, der kann sich auf der Website von Hilo weiter informieren. Bis zum 2. Dezember könnt ihr außerdem noch das Crowdfunding unterstützen.

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