Heliatek – von der Seed-Finanzierung bis zur Börse?

Solarzelle aus dem Labor. Foto: Tom Baerwald

„The Future is light“. Unter diesem Claim entwickelt das Unternehmen Heliatek neuartige Solartechnologie. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt eines der führenden Unternehmen in einer nachhaltigen und Carbonfreien Zukunft zu sein.

Die außergewöhnlichen Solarfolien wiegen mit nur 1 kg/m² nur noch 5% herkömmlicher Solarmodule. Die Folien lassen sich nach Wunsch in Farbe und Form anpassen und können so an viele verschiedene Oberflächen angebracht werden. Was macht die Folien so einzigartig? Sie sind flexibel, ultra-leicht und ultra-dünn, sie sind lichtdurchlässig und lassen sich Kundenwünschen anpassen. Die Transparenz der Solar-Folien erlaubt es, trotz Lichtdurchlässigkeit Energie zu gewinnen.

Wie ist das überhaupt möglich?

Transparentes Solarmodul der Heliatek. Foto: André Wirsig

Heliatek hat Patente für die Herstellung Kohlenstoff-basierter organischer Solarzellen mit dotierten Transportschichten entwickelt. Mittels dieser patentierten Tandemzellen-Technologie ist es möglich, ein sehr breites Sonnenspektrum in extrem dünnen Schichten effizient zu absorbieren. Diese sogenannten Tandem-Zellen bestehen aus einem Mutli-Schichtaufbau. Die aktiven Solarzellen sind zwischen Batterieschichten und Schichten gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung eingefasst.

Heliatek von 2006 bis 2018

Bis 2005 forschte ein Team aus Dresden und Ulm in den Bereichen organische Optoelektronik und organische Oligomer-Synthese. 2006 wurde Heliatek dann ausgehend von den Forschungen an der TU Dresden und der Universität Ulm gegründet. Der High-Tech Gründerfonds investierte damals in der Seed-Phase. 2007-2009 folgte dann die Investmentrunde A, gefolgt von der Investmentrunde B in 2010/2011. Ab 2012 fiel der Produktionsstart und Markteintritt für Heliatek und ihren Solarfilm und Solarfolien. 2014 bis 2015  wurde das Unternehmen international ausgebaut und erste Pilotprojekte in den USA, Asien und Europa durchgeführt. Außerdem konnte sich Heliatek eine Investmentrunde C sichern. 2016/2017 wurde das Unternehmen und und die Produktion weiter ausgebaut und es folgte die Investmentrunde D.

Obwohl das Unternehmen schon viel Risikokapital einsammeln konnte, kann es noch immer keine Umsatzgewinne einholen. In einem Interview dem Oiger gegenüber, erklärt Heliatek-Chef Dresden Thibaud Le Séguillon weshalb. Das Unternehmen fokussiert sich auf die Baubranche. Diese ist sehr konservativ und braucht seine Zeit sich auf neue Stoffe umzustellen. Le Séguillon sieht weiterhin großes Potential in den Solarfolien, da man sie an Fassaden und Dächern anbringen kann, die herkömmliche Solarmodule aufgrund deren Gewicht nicht tragen könnten. Außerdem gibt es immer wieder neue Vorschläge zur Nutzung, wie z. B. die Folien auf Autodächern anzubringen. Einige Aufträge konnte Heliatek auch schon ausführen. Mit ersten Gewinnen rechnet Le Séguillon allerdings erst 2020. Um genug Geld aufzubringen plant Heliatek gezielt Investoren anzusprechen, aber auch 2020 an die Börse zu gehen.

Es bleibt also spannend, wie sich Heliatek in den nächsten Monaten weiterentwickelt.