Leadership ist der unsichtbare Kern jeder Organisation – besonders in Startups. In Teams, in denen alles gleichzeitig passiert und kaum Zeit für „Strukturen“ bleibt, bestimmt Führung die Richtung, die Arbeitskultur und letztlich den Erfolg. Trotzdem wird Leadership oft unterschätzt, zu spät angegangen oder schlicht falsch gemacht.
Weltweit geben nur 30 % der Mitarbeitenden an, dass jemand bei der Arbeit ihre Entwicklung aktiv fördert. In Deutschland sind 45 % aktiv auf Jobsuche – häufig aufgrund unklarer Strategien und schlechter Kommunikation (Gallup, 2024). Gleichzeitig sind viele Führungskräfte überzeugt, ihre Teams seien hoch engagiert – nur weniger als die Hälfte der Mitarbeitenden sieht das genauso (Achievers, 2024). Diese Lücke zeigt, wie schnell Führungsfehler Motivation und Bindung untergraben – besonders im Startup-Umfeld.
In Episode 37 des Podcasts The Naked Truth of Startups spricht Host Alexander Türpe, Geschäftsführer des Hightech-Accelerators ExciteLab, über die häufigsten Leadership-Fails.
Hier sind seine wichtigsten Learnings:
1. Beliebt sein wollen statt führen
Gerade am Anfang fühlen sich Startup-Teams wie Freundeskreise an. Die Stimmung ist gut, alle ziehen an einem Strang. Doch wenn Führungskräfte gefallen wollen statt zu führen, verschwimmen Grenzen. Entscheidungen werden weich, Verantwortung unklar – und das Alignment bröckelt.
Führung heißt nicht Härte. Aber sie heißt Klarheit. Und klare Entscheidungen sind nicht immer beliebt – aber notwendig.
2. Keine klare Vision
Eine Vision ist nicht nur etwas für Investorendecks. Sie ist der Kompass für die tägliche Arbeit. Wenn das große Ziel unklar ist, arbeiten Menschen viel – aber nicht unbedingt in dieselbe Richtung.
Eine gute Vision hängt nicht an der Wand. Sie zeigt sich in jedem Gespräch, jeder Priorisierung, jeder Entscheidung.
3. Schwierige Entscheidungen vermeiden
Niemand trifft gern harte Entscheidungen – besonders wenn sie Menschen betreffen, die einem nahestehen. Aber Aufschieben schützt niemanden. Es sorgt für Verwirrung, Frust und am Ende für Abwanderung.
Ob neue Prioritäten, angepasste Rollen oder Prozesse, die nicht mehr funktionieren: Warten macht alles schlimmer. Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung – meist die schlechteste.
4. Mikromanagement
Du stellst Menschen ein, um Arbeit abzugeben – liest aber trotzdem jede Mail gegen, kontrollierst jede Präsentation und willst in alles involviert sein. Das ist kein Leadership, sondern Mikromanagement. Es bremst Teams und zerstört Motivation.
Mikromanagement steht nicht für hohe Qualität, sondern für Misstrauen. Wer Ownership will, muss loslassen.
5. Feedback erst geben, wenn es brennt
„Meine Tür steht immer offen“ ersetzt keine Feedbackkultur. Die meisten Mitarbeitenden kommen nicht von allein mit heiklen Themen. Wenn sie es doch tun, ist es meist schon zu spät.
Feedback muss regelmäßig, ehrlich und proaktiv stattfinden. Nur so entsteht Vertrauen – und Verständnis dafür, was im Team wirklich passiert.
Willst du die restlichen Leadership-Fails hören?
Dann hör rein in Episode 37 von The Naked Truth of Startups.
Alexander teilt dort die echten, ungefilterten Leadership-Learnings – praxisnah, ehrlich und direkt aus dem Startup-Alltag.
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