That’s the Spirit! – Warum Gründer anders denken

Matthias (l.) und Artur (r.) gründeten 2014 das Unternehmen SENSAPE, das interaktive Informationssysteme anbietet

Der Weg von einer eigenen Idee zu einem erfolgreichen, rentablen Unternehmen ist nicht immer einfach. Um ihren persönlichen Traum verwirklichen zu können, brauchen junge Gründer viel Durchhaltevermögen und eine ordentliche Portion an Selbstbewusstsein, um sich in der Gründerszene durchzusetzen.

Welche Charaktereigenschaften man zur erfolgreichen Gründung eines Unternehmens mitbringen sollte, haben wir bei Matthias und Artur, den Gründer von Sensape, nachgefragt.

1) Kostete es euch viel Mut, den Schritt zur Selbstständigkeit zu wagen?

Matthias: Für uns war es bereits relativ früh – während des gemeinsamen Masterstudiums in München – klar, dass wir gemeinsam gründen wollen, wir waren wild entschlossen. Natürlich war es eine große Überwindung, meinen festen Job bei AUDI dafür zu kündigen. Aber es war die beste Entscheidung!

2) Wie hat sich euer Leben verändert, seitdem ihr selbstständig arbeitet?

Artur: Wir arbeiten viel und stecken unser Herzblut in unsere Firma, was wir natürlich auch bei „normalen“ Jobs tun würden…

Matthias: …aber man wächst bei der eigenen Gründung noch schneller. Das ist das, was uns antreibt.

3) Inwiefern ticken die Gründer von Start-Ups anders als die Chefs großer Unternehmen?

Matthias: Wir denken anders. Weniger politisch und stärker fokussiert auf das Wohlergehen der Firma an sich. Außerdem gehen wir – da auch viel eigenes Geld auf dem Spiel steht – iterativer vor, da wir uns einfach keine massiven Fehlentwicklungen leisten können.

Artur: Erstens. Gründer waren von Anfang an dabei, während große Unternehmen ihre Gründer schon längst überlebt haben und oft von Mitarbeitern geführt werden, die sich zum Vorstand hochgekämpft haben. Andere Werdegänge sorgen natürlich für andere Charaktere. Der Gründer, dem die Existenzangst noch in den Knochen liegt und der sein eigenes Baby hochzieht vs. der Unternehmensvorstand, der eben wusste wie er am besten Karriere macht und sich in einem stabilen Umfeld hocharbeitet.

Zweitens: Komplexität. Mit Größe kommt Komplexität. Kleinere Unternehmen erlauben mehr Spielraum und Flexibilität auf vielen Ebenen, weil sie einfach einfacher zu handeln sind.

4) Welche Charaktereigenschaften braucht es, um ein eigenes funktionierendes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

Artur: Durchhaltevermögen, Motivation und Reflektionsvermögen.

Matthias: Stimmt. Und man muss eine gewisse Überzeugungskraft mit Herzblut ausstrahlen.

5) Welche Persönlichkeits-Eigenschaften haben euch beruflich bisher am weitesten gebracht?

Artur: analytisches Denkvermögen, Engagement und die Liebe an Effizienz.

Matthias: Teamfähigkeit, Risikobereitschaft und die Kunst, einen kühlen Kopf zu bewahren.

6) Was ist eure größte Motivation, was eure größte Angst?

Artur: Gestaltungsmöglichkeit und keine lästige Hierarchie, die einen in seiner Kreativität stoppt. Natürlich gibt es auch bei uns Diskussionen und eine Idee muss verteidigt werden, aber es geht deutlich schneller. Autorität ist kein Showstopper.

Matthias: Meine größte Motivation ist, mit einem coolen Team etwas aus dem Nichts zu kreieren, dass Mehrwert schafft. Wenn man sich so mit seinem Job und seiner Firma identifiziert, besteht die Gefahr, Freunde und Familie zu sehr zu vernachlässigen.

7) Würdet ihr euch, rückblickend, wieder für die Selbstständigkeit entscheiden?

Matthias & Artur (einstimmig): Klar!

 

Vielen Dank für eure ehrlichen Antworten. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Wachsen!