Gläserne Manufaktur: Volkswagen startet mit sechs Mobilitäts-Teams

Gläserne Manufaktur Dresden

Vor einiger Zeit berichteten wir über die 6 Gewinner-Teams, die in die Gläserne Manufaktur ab Sommer einziehen dürften, darunter Smart City (Nürnberg), LoyalGo (Dortmund), Tretbox (Berlin), Ekoio (Leipzig), Geospin (Freiburg) und CarlaundCarla.de (Dresden). Nun war es soweit. Wie VW mitteilte, zogen die Startups am Dienstag in die „Gläserne Manufaktur“ ein.

Ab jetzt haben die Startups 200 Tage Zeit, um aus ihren innovativen Ideen marktreife Mobilitäts-Produkte oder -Services zu entwickeln.

Zum Konzept: Nach etwa 100 Tagen soll bereits ein erster Proof-of-Concept vorliegen, woraufhin VW dann entscheidet welches Startup für weitere 100 Tage bleiben darf. Ziel ist die Integration der Technologie innerhalb der Volkswagen Fahrzeuge, in die Produktion oder in andere Geschäftsprozesse von VW. Für die Gläserne Manufaktur, in der aktuell circa 35 eGolfs pro Tag gefertigt werden, ist das ein weiterer Schritt zum Zentrum für Elektromobilität. Die Startups sitzen in einem ovalen Turm mitten in der Produktion auf 2 Etagen und erleben alls hautnah mit.

Für die Anbindung an VW soll der Volkswagen Ideation (Hub aus Wolfsburg/Berlin) sorgen. Für die Beratung bezüglich eher startupbezogener Themen wurde das SpinLab – The HHL Accelerator aus Leipzig verpflichtet. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Dresden sowie die Sächsische Aufbaubank und die Wirtschaftsförderung Sachsen unterstützen das Projekt. So stellt die Wirtschaftsförderung Dresden beispielsweise kostenfreie Wohnungen für die Gründer zur Verfügung.

Das planen die sechs Startups konkret:

Ekoio aus Leipzig – Smarter Co-Pilot IDA:
Das Startup hat eine Telematik-Lösung entwickelt, die Fahrzeugdaten auf Basis von datensicherer Cloud-Technologie verarbeitet – zum Beispiel um Rückschlüsse auf das Fahrverhalten zu ziehen. Neu ist der intelligente Fahrassistent IDA, der aktiv wird, sobald der Fahrer zum Handy greift. Im Inkubator will Ekoio Testkunden finden und den IDA weiterentwickeln.

CarlundCarla aus Dresden – Corporate Car-Sharing:
Sie sind mit ihrer Plattform für die Vermietung von Nutzfahrzeugen bereits im Geschäft. Ihr neues Car-Sharing-Modell bezieht das Flottenmanagement mit ein, denn jeder Kunde hat unterschiedliche Bedürfnisse, die sich wiederum ergänzen können. Ihr Konzept sieht auch eine Öffnung für Privatnutzer vor.

Geospin aus Freiburg – geographische Big Data Analysen:
Das Startup wertet Nutzerdaten aus und erklärt Kundenverhalten in Abhängigkeit von geographischen Daten. In Dresden wollen sie mithilfe von Navigations- und Bewegungsprofilen etwa optimale Standorte für Ladestationen oder Carsharing identifizieren.

Smart City System aus Nürnberg – Parkplatznavigation:
Das Startup entwickelte ein Sensorsystem, das in Echtzeit den Belegungsstatus von Stellflächen erkennt und zu freien Parkplätzen navigiert. Sie planen ihr Sensorsystem weiter zu optimieren und in Dresden zu etablieren.

LoyalGo aus Dortmund – Ladesäulen mit lokaler Werbung:
Diese jungen Gründer wollen den Ausbau von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Zusammenarbeit mit lokalen Einzelhändlern pushen. Dafür haben sie die LoyalGo-Säule mit Bildschirm entwickelt. Ihre LoyalGo-Säulen möchten sie nun auch in Dresden einführen.

Tretbox aus Berlin – Lastendreirad mit Elektroantrieb:
Das Unternehmen beschäftigt sich mit der sauberen Paketzustellung für die letzte Meile in der Stadt und in Wohngebieten. Statt schwerer Transporter will Tretbox die modernen Elektro-Dreiräder mit austauschbaren Containern für die Branche der Paketlogistiker anbieten. In der Gläsernen Manufaktur möchte Tretbox einen Prototyp bauen, welcher zukünftig auch automatisiert fahren soll.