Vision Period – Leipziger Gründerin gewinnt „Gesellschaft der Ideen“ Wettbewerb

Fee Leonie Reinoso hat es mit ihrer Idee Vision Period unter die 30 Besten des "Gesellschaft der Ideen" Wettbewerb des BMBF geschafft. Wir haben mit der Leipziger Unternehmerin gesprochen. (Foto: Antje Gildemeister von Gildemeister Fotografie)

Im Rahmen des deutschlandweiten Wettbewerbs „Gesellschaft der Ideen“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 30 Ideenpreise für Soziale Innovationen verliehen. Eine der Preisträgerinnen kommt aus Leipzig. Fee Leonie Reinoso möchte mit Vision Period Unternehmen für das Thema Menstruation und Wechseljahre im Arbeitsalltag sensibilisieren und Anerkennung und Wertschätzung schaffen, wo bisher noch immer Stigmatisierung und Ignoranz vorherrschen. 

1.000 Ideen für Soziale Innovationen aus ganz Deutschland

Mit dem am 6. Mai 2020 gestarteten Wettbewerb „Gesellschaft der Ideen“ möchte das BMBF die Entwicklung von Sozialen Innovationen fördern, die zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen können. Der Ideenwettbewerb stellt dabei die erste von drei Phasen des Wettbewerbs dar.

Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Verbände, Vereine, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Unternehmen und andere konnten Ideen für solche Sozialen Innovationen einreichen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten dann die Gelegenheit, die Ideen im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Bedeutung online zu bewerten und ihre Favoriten zu benennen.

Die besten 30 Projektideen wurden nun prämiert und werden zu Konzepten ausgearbeitet. Anschließend können zehn Ideengeberinnen und Ideengeber ihre Ideen gemeinsam mit wissenschaftlichen PartnerInnen erproben. Ziel des Wettbewerbs ist es, etwa fünf praxistaugliche Lösungen für konkrete gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Für die Umsetzung dieser Lösungen ist eine Anschlussfinanzierung durch das BMBF geplant.

Die Gesellschaft entscheidet, wer weiter kommt 

Insgesamt wurden mehr als 1.000 Ideen eingereicht. Unter den Gewinnerinnen und Gewinnern sind zahlreiche Einzelpersonen, aber auch Vereine, Stiftungen, Unternehmen und Hochschulteams. Die ausgezeichneten Projektideen reichen von einer Krebsberatungs-App für Betroffene in ländlichen Regionen über einen Kulturbuddy, der Kunst in die eigene Wohnung bringt, bis hin zum Dorf-Mobil zur Förderung der Medienkompetenz.

Die prämierten Ideen wurden von Bürgerinnen und Bürgern als Favoriten benannt. Drei Wochen lang konnten sie die Projektideen online bewerten. Insgesamt wurden mehr als 7.700 Bewertungen abgegeben. Die Gewinnerprojekte erhalten ein Preisgeld von je 12.500 Euro und entwickeln ihre Ideenbeschreibungen innerhalb der nächsten sechs Monate zu Konzepten weiter.

Vision Period aus Leipzig – Creating Menstrual Awareness

Illustration von Lotta Winter

Eine der Preisträgerinnen ist Fee Leonie Reinoso. Die Unternehmerin und Mutter zweier Kinder aus Leipzig hat die Vision, das Tabu rund um den weiblichen Zyklus – von der Periode bis zu den Wechseljahren – im Arbeitsalltag aufzubrechen. Sie möchte Unternehmen für diese Thematik sensibilisieren und ist sich sicher, dass ein menstruationsgerechter Arbeitsplatz an dem ein gesundes Bewusstsein über den weiblichen Zyklus herrscht, Menstruierenden und Personen in den Wechseljahren zu mehr Selbstbewusstsein und Produktivität verhilft, sowohl privat als auch beruflich. 

Auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht wurde Fee von ihrem Cousin Volker Baisch, seinerseits Social Entrepreneur und maßgeblicher Unterstützer von Fee’s Vision Period von Anfang an. Dass die Gesellschaft ihre Idee so positiv aufgenommen, und sie es jetzt in die nächste Runde des Wettbewerbs geschafft hat, damit hat sie damals noch nicht gerechnet. 

Der weibliche zyklus zieht sich wie ein sinnbildlicher roter Faden durch unser Leben, denn ohne ihn gäbe es niemanden von uns. Deshalb müsse auch endlich darüber gesprochen werden, vor allem am Arbeitsplatz, fordert Reinoso. (Foto: Antje Gildemeister von Gildemeister Fotografie)

„Was mir besonders an dem Wettbewerb gefällt, sind zwei Dinge: Zum einen ist es das Ziel, soziale Innovationen in die Gesellschaft zu bringen. Zum Zweiten und damit zusammenhängend die nachhaltige Förderung, die der Wettbewerb verspricht. Wir bekommen nicht nur ein Preisgeld und werden damit allein gelassen, sondern werden sowohl fachlich als auch finanziell durch unterschiedliche Etappen begleitet und bekommen so die Möglichkeit, über viele Jahre hinweg unterstützt zu werden. Das sind vertrauensvolle Aussichten, und die sind vor allem eins: Zielführend.“, erklärt Fee Leonie Reinoso, Ideengeberin von Vision Period.  

Von der Idee bis zur Sozialen Innovation 

Und mit dem Preisgeld ist sie der Umsetzung dieser ein ganzes Stück näher gekommen, denn jetzt steht der Gründung ihres Unternehmens nichts mehr im Weg. Die Unterstützung des Netzwerks hinter dem „Gesellschaft der Ideen“ Wettbewerb wird ihr ebenfalls eine große Hilfe sein, ist sich Reinoso sicher. 

„Eine Hälfte dieser Gesellschaft menstruiert (un-)regelmäßig bzw. erlebt die Wechseljahre über viele Jahrzehnte hinweg und das natürlich auch am Arbeitsplatz, darf aber aus „Initimitätsgründen“ nicht darüber sprechen. Hier das Tabu zu brechen ist eine echte Innovation, in meinen Augen.“   

Hier geht’s zur Pressemitteilung des BMBF und der vollständigen Liste aller GewinnerInnen. 

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