Saubere Luft für Alle! Das Leipziger Startup ETE entwickelt nachhaltige Verbrennungssysteme

Hinter ETE (EmTechEngineering) stecken v.l. Ingo Hartmann, Frank Hoferecht und René Bindig.

Viele Haushalte setzen anstelle von Heizungen auf natürliche Wärmequellen. Herkömmliche Verbrennungssysteme sind jedoch meist mit vielen umweltschädlichen Emissionen verbunden. Eine Abhilfe schafft hier das Leipziger Startup ETE. Wir haben René Bindig ein paar Fragen gestellt.

Wer steckt hinter ETE und wie lange gibt es euch schon?

ETE wurde im Jahr 2014 gegründet. Die Gründer von ETE sind Frank Hoferecht, Dr. Ingo Hartmann und René Bindig. ETE ist die erste Ausgründung aus dem DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH.

Was genau stellt ihr her?

Wir sind spezialisiert auf die Verbrennungsprozessoptimierung. Dazu bieten wir für Hersteller von Kleinfeuerungsanlagen Ingenieursdienstleistungen an. Dies betrifft u.a. die Auslegung von Brennräumen und die Gestaltung der Luftführung mit dem Ziel der primärseitigen Emissionsminderung. Zudem bieten wir Unterstützung bei der Integration von Katalysatoren in diese Anlagen an. Entsprechende Katalysatoren können über uns bezogen werden. Außerdem arbeiten wir an der Entwicklung eines Feinstaubfilters für Prozess- und Umgebungsluft. Der Hintergrund dazu ist, dass Feinstaub für die Umwelt und Gesundheit sehr schädlich ist und Städte und Kommunen zunehmend unter hohem Druck stehen, die Einhaltung von entsprechenden Grenzwerten sicherzustellen.

Feuerungsanlagen sind bekannt dafür, eine Quelle von Feinstaub in Umgebungsluft zu sein, aber es gibt noch weitere (u.a. Verkehr). Daher möchten wir unser Knowhow in die Reinigung von Prozess- und Umgebungsluft einbringen, um z.B. stark mit Feinstaub belasteten Kommunen eine Lösung zur Minderung des Feinstaubproblems anbieten zu können.

Woher kam die Idee, euch mit Feuerungssystemen zu beschäftigen?

Wir möchten dazu beitragen, dass regenerativ und dezentral erzeugte Wärme zukünftig umweltfreundlich erfolgen kann. Der Kern unserer Tätigkeit ist es, Feuerungsanlagen für Biomasse herzustellen sowie die Minderung der Emissionen aus diesen Anlagen zu erreichen. An der Entwicklung eines Katalysators für Kleinfeuerungsanlagen waren wir im Rahmen eines Kooperationsprojektes beteiligt.

Wie können sich eure Produkte gegenüber herkömmlichen Feuerungssystemen bisher beweisen?

Für Hersteller von Feuerungsanlagen bieten wir Ingenieursdienstleistungen und Katalysatoren zur Minderung von Abgasemissionen an. Mit dem Feinstaubfilter wollen wir Kommunen und auch Betreiber von Industrieprozessen sowie großer Lager- und Werkshallen mit entsprechender Feinstaubbelastung als unsere Kunden gewinnen. Das Besondere an dem Feinstaubfilter ist, dass das Filtermaterial aus einem nachwachsendem Reststoff gewonnen wird. Möglicherweise kann dieses Filtermaterial in Zukunft nach dem Gebrauch auch als Rohstoff weiter verwendet werden. Dazu ist aber noch einiges an F&E-Arbeit zu leisten.

Wie lange habt ihr gebraucht, bis eure Idee sich zum marktfähigen Produkt entwickelt hat?

Feinstaubfilter: Der Entschluss, die Idee eines Feinstaubfilters für Umgebungsluft zu einem marktfähigen Produkt zu entwickeln, wurde im Laufe des vergangen Jahres gefasst. Mit der Entwicklung sind wir momentan beschäftigt.
Katalysator: Die Entwicklung des Katalysators hat mehr als 3 Jahre gedauert und fand im Rahmen eines Kooperationsprojektes statt.

Wo siehst du ETE idealerweise in einem Jahr?

Als einen deutschland- bzw. europaweit bekannten Lieferanten für Feinstaubfiltern für saubere Prozess- und Umgebungsluft.

Was hast Du bisher in Deiner Gründungskarriere gelernt?

Man kann eine tolle Idee haben, aber wenn sie keiner haben will, verkauft man nichts. Zusätzlich zu einer tollen Idee und Knowhow wird ein sich entwickelnder Markt benötigt. Ohne eine absehbare Marktnachfrage lässt sich kein noch so gutes Produkt für den Aufbau eines Unternehmens nutzen. Frischen Gründern würde ich den Tipp geben, euch da helfen zu lassen, wo es nur geht. Und sucht euch einen guten Steuerberater!

Was ist das Bemerkenswerteste, das dir in Zusammenhang mit ETE widerfahren ist?

Das Bemerkenswerteste ist, dass wir uns mit unserer Entwicklungsidee als einer von 10 Start-Ups unter mehr als 240 Bewerbern bei SpinLab durchgesetzt haben. Durch die Unterstützung des SpinLab haben wir bereits Kontakte z.B. zu hochrangigen Vertretern aus Industrie und Politik erhalten, was wir ohne das Accelerator-Programms des SpinLabs nie geschafft hätten.

Vielen lieben Dank für Deine Antworten und weiterhin viel Erfolg!