Durch ein Protein zum Erfolg: matriheal spricht über das vergangene Jahr

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matriheal Gründer Tobias Hedtke hat mit seiner Innovation im vergangenen Jahr für viel Wind in der Startup Szene Sachsen-Anhalt gesorgt. Im Gespräch mit Startup Mitteldeutschland schaut er noch einmal zurück auf die größten Erfolge.

Natürliche Wundauflagen auf Basis von Elastin: Mit diesem Ansatz hat matriheal großes Interesse geweckt und Schlagzeilen gemacht. Im vergangenen Jahr hat das gesamte Projekt nicht nur enorm an Bekanntheit gewonnen, sondern auch kräftig an Fahrt aufgenommen. Wie es dazu kam, verrät der Gründer des preisgekrönten Startups Tobias Hedtke im Interview.

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Vom Labor in die Medien

Nachdem das Team von matriheal im März 2021 den 2. Platz des Hugo-Junkers-Preises in der Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“ belegte und im Juli 2021 mit der Verleihung des IQ Innovationspreises Halle noch einmal nachlegte, traut man sich zu sagen: In Halle sind Tobias Hedtke, Marco Götze und Christian Schmelzer in aller Munde. Mit dem Erfolg haben sie selbst gar nicht gerechnet. Aber das Gründungsteam freut sich über die Aufmerksamkeit, die es mit seinen innovativen Wundauflagen erzielen konnte, die aus der gemeinsamen Arbeit am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS auf dem Weinberg Campus hervorgegangen sind.

„Es ist eine großartige Anerkennung für die ganze Arbeit, auch für das Projekt insgesamt und natürlich eine Bestätigung für unsere Geschäftsidee“, sagt Tobias.

Aus diesem Grund ist es kaum verwunderlich, dass sich ein Interviewtermin nach dem nächsten ankündigt und matriheal das gewohnte Terrain, das Labor, öfter verlassen muss, als ihnen vielleicht recht ist. Neben all den anstehenden Presseterminen und Auftritten in der „Mitteldeutschen Zeitung“ wird sich sogar noch ein Videodreh beim MDR einreihen, wie Tobias freudig verkündete. Dieser Chance, so mehr an Sichtbarkeit zu gewinnen und dadurch die Möglichkeit zu bekommen, die eine oder andere Investorenanfrage zu ergattern, blickt matriheal mit ihrer sympathisch bescheidenen Art überaus dankbar entgegen.

Mit Förderprogrammen auf der Überholspur

Zu Beginn 2020 stand das Team um Tobias Hedtke noch ganz am Anfang seines Projekts, sozusagen in der Ideenphase, wie es bei Startups klassisch bezeichnet wird. 

„Wir alle hatten keinen wirklichen Einblick, was es bedeutet, ein Unternehmen zu gründen und welche Vorbereitungen es erfordert“, teilt Tobias mit.

Seitdem hat sich viel verändert und matriheal konnte seine Produktidee systematisch weiterentwickeln und sich zudem wertvolles, gründungsrelevantes Wissen aneignen. Das Förderprogramm „AHEAD“ der Fraunhofer-Gesellschaft war dabei ein ausschlaggebender Faktor, das Team in die Startupszene einzuführen und auf grundlegende, branchenunabhängige Gründungsthemen vorzubereiten.

Eine erstaunliche Beschleunigung des Projekts erfuhr das Team zudem mit dem Accelerator Programm des Weinberg Campus. Wie Tobias erklärte, konnte der Fokus auf Life Science und MedTech des Weinberg Campus Accelerators genau das bedienen, was matriheal brauchte, um dahin zukommen, wo sie heute stehen. Während des viermonatigen Intensivprogramms, das im Juni 2020 mit matriheal als eines der ersten Teams erstmalig realisiert wurde, wurden Tobias und Marco ausgiebig auf industriespezifische Themen wie regulatorische Vorgaben für Medizinprodukte oder Durchführung und Kosten klinischer Studien trainiert.

Außerdem konnten sie laut Tobias lernen, wie der Vertrieb in Krankenhäusern aussieht, wie eine Einkaufsstruktur überhaupt aufgebaut ist und wer potenzielle AnsprechpartnerInnen sind. Der Zugang zu ExpertInnen aus der Branche, die individuellen Coachings sowie die fortwährende Feedbackkultur waren dabei auch entscheidend für die weitere Entwicklung.

Tobias Hedtke und Marco Götze, Foto: Michael Deutsch

„Das Accelerator Programm hat nicht nur das Projekt vorangebracht, auch ich persönlich habe mich weiterentwickelt und bin sicherer im Umgang mit unserer Produktpräsentation geworden“, verkündet Tobias.

Auch dass das Vokabular im Medizinproduktebereich ein ganz anderes sei als das des alltäglichen Lebens, gab Tobias zu verstehen. Ein sehr hilfreicher Nebeneffekt des Accelerators sei dabei der kontinuierliche Austausch mit Coaches oder anderen TeilnehmerInnen gewesen.

Investforum Pitch-Day und weitere Meilensteine

Das Team von matriheal könnte also nicht besser auf die nächste bevorstehende Hürde, den Investforum Pitch-Day am 23. September, vorbereitet sein. Nach unzähligen Pitch Trainings und schlaflosen Nächten, in denen das Pitch Deck überarbeitet wurde, in der Hoffnung, dieses Mal ins Schwarze getroffen zu haben, sind Tobias und Marco bereit für die große Bühne und die Scheinwerfer. Ein großes Ziel neben den erhofften Investments potenzieller InvestorInnen sind langlebige Partnerschaften, die das Team dabei unterstützen sollen, gemeinsam den Markt zu erschließen, seine Produkte weiterzuentwickeln sowie die klinischen Studien zu begleiten.

Tobias Hedtke bei der Pitch Deck Präsentation von matriheal, Foto: Michael Deutsch

Auf die Frage, was als Nächstes bei matriheal auf der Agenda stehe, brachte Tobias ganz eindeutig zum Ausdruck, dass auf der kurzen Zeitskala alles auf Gründung ausgelegt sei. Es gäbe momentan sehr viel zu tun, von Vertragsvorbereitungen und Lizenzverträgen über Investorengespräche bis hin zu Teamerweiterungen. Derzeit liege der Fokus auf der Finalisierung des Finanzplans. 

Die Zukunft sieht rosig aus

Mit Blick in die Zukunft verdeutlicht Tobias, dass es selbstverständlich auch einen 5-Jahresplan gäbe, an dem das Team festhalte. 

„Nach der Gründung wollen wir dann unser Qualitätsmanagementsystem aufbauen“, sagt Tobias.

Weiter führt er auf, dass die Produktionsstrecke aufgebaut werden müsse und dass das größte Ziel darin bestehe, das erste Medizinprodukt 2025 auf dem Markt zu etablieren. Wenn man bedenkt, dass für Tobias bis vor ein paar Jahren eine Unternehmensgründung überhaupt nicht infrage kam, war es umso aufregender, ihm dabei zuzuhören, wie er sich die Zukunft von matriheal vorstellt:

„Unser Best Case Szenario sieht so aus, dass wir Anfang nächsten Jahres gründen, dass wir über 2,5 Millionen Euro Investitionskapital verfügen, unsere Zertifizierung bekommen und dann praktisch loslegen können.“

Es klingt wie eine Gründergeschichte aus dem Bilderbuch und damit die Reise von matriheal und dem erfolgversprechenden Protein Elastin genauso vielversprechend und ambitioniert weitergeht, ist Daumendrücken angesagt. 

Und was ist mit dir? 

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