Dresdener Windeln überzeugen die Jury

Dresden Windel Startup

Weil sie sich über Berge an Wegwerfwindeln ärgerte, entwickelte sie eigene, nachhaltige Windeln. Heute ist sie Chefin eines Unternehmens mit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dessen Produkte bereits bei Amazon bestellt werden können.

Das Dresdner Unternehmen WindelManufaktur hat beim Amazon-Förderprogramm „Unternehmer der Zukunft – lokal und rund um die Welt“ den ersten Platz belegt. Insgesamt hatten 23 kleine Unternehmen an dem Programm teilgenommen und unter Begleitung erfahrener Trainer am Auf- und Ausbau ihres Online-Geschäfts gearbeitet.

Die in der Äußeren Neustadt beheimatete Manufaktur überzeugte die Jury besonders in der Kategorie Markenbildung. Dabei sei es darum gegangen, die eigene Marke über digitale Kanäle und Infrastrukturen zu etablieren. Das Team der WindelManufaktur habe unter Begleitung des Trainers Jörg Kundrath nicht nur seine Marke für Stoffwindeln ausgebaut, sondern sie auch bei weiteren Zielgruppen bekannt gemacht, teilte Amazon mit.

Durch das Förderprogramm habe das Unternehmen in den vergangenen Monaten viele neue Kunden gefunden und das Geschäft ausbauen können. „Wir haben sogar drei neue Mitarbeiterinnen einstellen können: eine für Marketing, eine Näherin und eine Bürokauffrau.“

Marketingleiterin Fabiane Follert ist seit April fest in der Windelmanufaktur angestellt. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in dem Betrieb, der seine Produkte vorrangig in die deutschsprachigen Länder liefert. „Über unsere Präsenz bei Amazon wollen wir uns aber auch internationale Märkte wie Spanien, Frankreich, Italien oder England erschließen“, erklärte die Marketingleiterin. Wobei es ein großer Unterschied sei, ob ein Produkt in einem kleinen Onlineshop angeboten werde oder auf der Plattform von Amazon, ergänzt Oppitz. „Hier weiß der Kunde, dass prompt geliefert wird oder er bei Problemen sein Geld zurück erhält.“ 700 Pakte treten gegenwärtig von Dresden aus die Reise zu den Kunden an, die auch aus den USA, China, Norwegen oder Südafrika stammen. „Es werden Monat für Monat mehr Bestellungen“, so die Unternehmerin.

Die Auswahl der Gewinner erfolgte über ein mehrstufiges Verfahren. Bewertet wurden das Engagement, die Vorgehensweise, Fortschritte und die während des Programms von den Teilnehmern getroffenen Entscheidungen.

Die „ManufakturWindel“ ist auslaufsicher, einfach zu handhaben und auch optisch ansprechend. „Die Windeln wurden ausgiebig von meinen eigenen Kindern und dann von den Babys im gesamten Freundeskreis getestet“, beschreibt Stephanie Oppitz die Anfänge. Mittlerweile fertigt das Atelier in der Neustadt nicht nur Windeln an, sondern auch nachhaltige Babyhygiene-Artikel wie Feuchttücher, die beispielsweise keinen Schaden in der Kanalisation anrichten. Außerdem gehören Damenhygiene-Produkte mittlerweile zum Sortiment. Die nächste Innovation steht kurz vor der Markteinführung: eine Schwimmwindel.

Vielleicht gibt es am 28. August einen weiteren Erfolg für die WindelManufaktur: Dann werden die Gewinner des Sächsischen Staatspreises für Innovation verkündet. Stephanie Oppitz hat es bis in die Runde der besten zehn Unternehmen geschafft. Die Online-Abstimmung ist noch bis Freitagabend möglich unter www.futuresax.de.