So gelingt die digitale Plattformlösung – 3 Tipps von Startup-Experte Philipp Müller

Digitale Plattformlösungen werden immer beliebter. Gründer Phillipp Müller verrät uns seine Tipps für eine erfolgreiche Online-Plattform. (Quelle: hj barraza auf Unplash)

Viele Startups basieren mittlerweile auf digitalen Plattformlösungen. Das Thema erlangt immer mehr an Aufsehen, denn aufgrund der sich stetig wandelnden Digitalisierung nimmt die Zahl an Plattformen ständig zu. Phillipp Müller ist Gründer mehrerer Startups und dem Startup Loft Magdeburg und hat sich auf digitale Plattformlösungen spezialisiert. Er hat für uns zusammen gefasst welche Modelle es gibt und hat uns seine persönlichen TOP 3 Tipps für eine erfolgreiche digitale Plattformlösung verraten.

ANZEIGE Ein Gastbeitrag von Phillipp Müller, Gründer unseres Partners Startup Loft Magdeburg.

Digitale Plattformlösung als Geschäftsmodell für die erfolgreichsten Startups der Welt 

Digitale Plattformen basieren nur auf Technologien und stellen den Wirtschaftsmarkt vor neue Herausforderungen. Große Unternehmen wie Amazon und Google nutzen diese Möglichkeit schon seit vielen Jahren und der damit einhergehende Erfolg ist deutlich sichtbar. Aus diesem Grund haben auch viele kleinere Unternehmen und Startups die Chance für sich entdeckt und ihr Geschäft auf Basis digitaler Plattformen entwickelt. Der Verkauf oder die Vermittlung von Produkten und Dienstleistungen erfolgt also komplett digital. Dadurch verschwimmen die Grenzen solcher Leistungen hin zu rein digitalen Produkten.

Bekannte Beispiele für digitale Produkte sind die Leistung von Airbnb als Vermittler für Ferienwohnungen, Musik und Filme im Streaming wie bei Spotify und Netflix, Wissen (Wikipedia) oder Mobilität (Uber). Die KundInnen werden also nach dem Einkauf nicht zwingend ein reales Produkt in den Händen halten können. Digitale Plattformen können sich verbildlicht einfach als digitale Marktplätze vorgestellt werden, auf dem das Angebot und die Nachfrage täglich steigt.

Phillipp Müller ist Gründer und Initiator des Startup-Loft Magdeburg und CEO der Online Sportwagenvermietung DRIVAR.

Digitale Plattformlösungen bieten viel Spielraum für gute Ideen und Kreativität 

Aufgrund der Digitalisierung ist die Relevanz von digitalen Plattformen für die Gesellschaft drastisch gestiegen. Ein riesiger Vorteil, die Kosten sind niedrig, das Geschäftsmodell ist leicht skalierbar und es gibt starke Netzwerkeffekte. Der größte Vorteil ist vermutlich aber, dass der digitale Markt sehr viel Spielraum bietet, sodass wirklich fast jede gute Idee umsetzbar ist.

Im Startup Loft Magdeburg zum Beispiel haben sich mehrere kreative Köpfe zusammengesetzt und jeweils ihre eigenen digitalen Plattformen gegründet, die sehr erfolgreich geworden sind. Digitale Dienstleistungen sind Hauptaugenmerk der GründerInnen im Startup Loft Magdeburg. Mit diesen beschäftigen sie sich dort täglich und arbeiten stetig daran, mit ihren Modellen weiterzuwachsen. Die kleinen Teams arbeiten eng zusammen und alle unterstützen sich gegenseitig, damit die gesteckten Ziele erreicht werden.

Hinzukommen außerdem Erfolgsfaktoren wie Flexibilität im Job, ein langfristiger Mehrwert und das Arbeiten in Teams. All diese Attribute werden durch das Gründen einer digitalen Plattform ermöglicht.

Von Add-on bis Subscription – Welche Arten von digitalen Plattformlösungen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten von digitalen Plattformlösungen, weshalb das Online Angebot auch sehr breit gefächert ist. Von Geschäftsmodellen wie Add-on, E-Commerce, Peer-to-Peer, Pay-Per-Use, Freemium bis User-Designed und Subscription gibt es auf digitalen Plattformen eine große Anzahl an Möglichkeiten sein Produkt auf den Online Markt zu bringen. Angehende GründerInnen sollten sich darüber Gedanken machen, welches Geschäftsmodell für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung am sinnvollsten ist.

Add-On

Bei Add-Ons handelt es sich um ein Modell, bei dem KundInnen zunächst ein möglichst günstiges Nutzenversprechen angeboten wird. Zusätzlich können Extras gebucht werden, die zwar das Nutzererlebnis erhöhen, aber natürlich auch den Preis. Die Wahl, ob die Extras gewählt werden, unterliegt dabei aber ausschließlich den KundInnen. Diese Add-Ons sollten deshalb sehr attraktiv für die KundInnen sein.

Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist die Fluggesellschaft Ryanair. Die Flüge sind sehr günstig, jedoch müssen alle Extras wie Verpflegung, Service und Reiseversicherung etc. zusätzlich gebucht und gezahlt werden. 

Quelle: Portuguese Gravity auf Unsplash

E-Commerce

Als Nächstes folgt das Geschäftsmodell E-Commerce auch bekannt als Internet- und Onlinehandel. Das Plattform-Modell E-Commerce ist vor allem durch die Covid-Pandemie sehr beliebt geworden. Der Kauf und Verkauf von Waren wird lediglich elektronisch über das Internet abgewickelt. Die größte E-Commerce-Plattform überhaupt ist Amazon, das Unternehmen ist heutzutage kaum noch wegzudenken. Lokale Beispiele sind unter anderem Wundercurves aus Leipzig oder Baby Sweets aus Zöschen.

Peer-to-Peer & Pay-Per-Use

Das nächste Geschäftsmodell wird Peer-to-Peer genannt. Dabei handelt es sich um Transaktionen zwischen Privatleuten die zum Beispiel gewisse Dienstleistungen anbieten, ihre persönlichen Gegenstände verleihen oder aber auch Informationen teilen.

Betrachten wir hierfür einmal unser eigenes Projekt DRIVAR, welches seit 2017 Teil des Startup Loft Magdeburg ist. Über DRIVAR können PrivatanbieterInnen ihre Sportwagen an KundInnen vermieten. Hierbei dient DRIVAR als Vermittler zwischen VermieterIn und MieterIn. Anfragen werden von uns überarbeitet und wichtige Informationen an die Beteiligten weitergeleitet. Dabei nimmt DRIVAR lediglich die Transaktionskosten ein.

Die MieterInnen zahlen die Miete des Autos und die zurückgelegten Kilometer mit dem Wagen. Damit kann direkt zu dem nächsten Modell Pay-Per-Use übergeleitet werden. Denn hierbei bezahlen die KundInnen nur das, was sie auch wirklich genutzt haben und keinen Festpreis. Fährt eine Kundin also 300 KM, bezahlt sie auch nur für 300 KM. 

Quelle: DRIVAR

Freemium

Als Nächstes wird das Freemium Model erklärt, welches sich Spotify zunutze gemacht hat. UserInnen können auf Spotify kostenlos Musik streamen, jedoch ertönt zwischendurch Werbung. Diese wird von den NutzerInnen dann häufig als störend wahrgenommen. Dafür hat sich Spotify überlegt die Möglichkeit anzubieten, sich ein Premium Abo anzulegen. Mit diesem werden NutzerInnen zu zahlenden KundInnen und können jederzeit alle Songs streamen, ohne sich Werbung anhören zu müssen. Es gibt also eine Free und die Premium Option – Freemium.

Quelle: Cezar Sampaio auf Unsplash

User-Designed

Ein weiteres beliebtes Modell in der Welt der digitalen Plattformlösungen ist User-Designed. Hierbei werden kreative Dienstleistungen nach den Vorstellungen der KundInnen erstellt oder programmiert. Im Startup Loft Magdeburg wird dieses Modell ebenfalls von vielen GründerInnen genutzt. KundInnen äußern ihre Wünsche nach einem schönen Webdesign, einer hervorragenden Suchmaschinenoptimierung etc. Diese Ansprüchen werden über eine entsprechende Plattform kommuniziert und erfüllt. 

Subscription

Das Geschäftsmodell Subscription ist ein klassisches Abonnementsystem, welches unter anderem von Netflix oder auch Adobe genutzt wird. Möchten die KundInnen die Leistungen des Unternehmens in Anspruch nehmen, dann muss ein Abo abgeschlossen werden. Schmackhaft gemacht werden diese Produkte manchmal mit kostenlosen Probemonaten.

Quelle: CardMapr.nl auf Unsplash

Es gibt neben diesen Modellen noch viele weitere Modelle, die passend zu dem eigenen Konzept gewählt werden können. Grundsätzlich ist es wichtig sich darüber intensiv Gedanken zu machen, welches Modell in Zukunft genutzt werden soll.

Drei Tipps für eine erfolgreiche digitale Plattformlösung

Damit das Gründen einer digitalen Plattformlösung erfolgreich wird, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Wenn ihr die folgenden drei Tipps beachtet, seid ihr aber schon auf dem besten Weg zu einer erfolgreichen Plattformlösung. 

Tipp #1: Nutzt bestehende Märkte 

Sobald GründerInnen sich dazu entschieden haben, eine digitale Plattformlösung für sich zu nutzen, müssen Sie beachten, dass es genügend Nachfrage zu ihrem Produkt gibt. Hierfür kann man beispielsweise die Google Suchvolumina für ein bestimmtes Produkt / Dienstleistung vorher checken und auswerten. Grundsätzlich müssen Plattform-GründerInnen ihren Markt nicht selbst aufbauen, sondern profitieren davon, einen bestehenden Markt einfach für sich nutzen.

Wichtig ist es danach, viele KundInnen für sich zu gewinnen. Dadurch steigt die Attraktivität der Plattform und es bilden sich Netzwerkeffekte. GründerInnen müssen stetig aktiv auf Ihrer Plattform sein und diese weiterentwickeln, in dem sie zum Beispiel die Anzahl der AnbieterInnen steigern, sodass im Umkehrschluss eine größere Masse an NutzerInnen erreicht werden kann.

Tipp #2: Sorgt für einen Netzwerkeffekt, indem ihr einen USP kreiert

Netzwerkeffekte entstehen dann, wenn KundInnen sich über die Plattform mit anderen Personen austauschen. So steigt die Anzahl der KundInnen ganz allein, ohne einen großen eigenen Aufwand dafür zu erbringen. Netzwerkeffekte ermöglichen es dann, in Kontakt mit (potenziellen) NutzerInnen zu kommen und ggf. eine unabhängige Plattform aufzubauen, die nach den Wünschen der KundInnen gestaltet werden kann.

Langfristig sorgt das für eine ausgeglichene Anzahl von AnbieterInnen und NutzerInnen, was eine hohe digitale Sichtbarkeit ermöglicht. Dafür braucht eure digitale Plattformlösung eine explizite USP (Unique Selling Proposition). Das bedeutet so viel wie Alleinstellungsmerkmal. Als Beispiel dafür nehmen wir nochmal DRIVAR, sie ist die einzige Plattform, die ausschließlich Luxusautos zum Sharing anbietet. Die Bildung eines USP ist grundsätzlich vor der Entwicklung jeder Plattform notwendig. Je einzigartiger die Dienstleistung/das Produkt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Plattform erfolgreich wird.

Tipp #3: Generiert Traffic auf eurer Plattform

Mein persönlicher Rat für GründerInnen ist es möglichst viele Marktteilnehmer auf die Plattform zu kriegen, denn das Geschäft wird nur dann funktioniere, wenn Angebot und Nachfrage besteht. Das gelingt, indem ihr erst AnbieterInnen auf die Plattform holt und dann die eigentliche Plattform an Konsumenten bewerbt. Diese finden dann ein ausreichend großes Angebot vor, was wiederum garantiert, dass genügend Transaktionen über die eigentliche Plattform abgewickelt werden. Das hält das Geschäftsmodell am Laufen.

Jetzt wisst ihr das Wichtigste zum Thema digitale Plattformlösung. Bei Fragen meldet euch im Startup Loft Magdeburg! 

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