Digitaler Kundeneinlass – Sensape liefert Lösung in Corona-Zeiten

digitaler Einlass Sensape - Stadtbibliothek Leipzig
Seit einigen Wochen nutzt die Stadtbibliothek Leipzig den digitalen Kundeneinlass des Leipziger Startup Sensape. (Quelle Sensape)

Eigentlich entwickelt das Leipziger Startup Sensape interaktive Technologien, die mit KI und AR neue Wege des Storytelling möglich machen. Jetzt haben sie auf die aktuellen Umstände in der Corona-Krise reagiert und einen digitaler Kundeneinlass entwickelt. Das erste Produkt nutzt jetzt die Stadtbibliothek Leipzig. 

Ihre Produkte sind eigentlich im Einzelhandel oder als Werbeflächen an Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen zu finden. Dass die Corona-Krise ihnen hier zuletzt einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, liegt nahe. Wir haben Mitgründer Matthias Freysoldt gefragt, wie er und sein Team die letzten Wochen angegangen sind. 

Sensape Gründer Matthias Freysholdt
Matthias Freysholdt ist einer der Gründer von Sensape. In der Corona-Krise mussten er und sein Team Flexibilität zeigen. (Quelle: Sensape)

Hallo Matthias. Erzähl uns zu Beginn doch erstmal, was hinter deinem Startup Sensape steckt. 

Wir sind ein Tech-Startup, das sich auf Augmented Reality spezialisiert hat. Wir nutzen dabei Neuronale Netze, um unsere Systeme intelligent zu machen und auf die Umgebung reagieren zu können. Unsere Systeme werden weltweit im Einzelhandel, auf Messen und für Promotions in über 30 Länder mit über 300 Kunden vom Mittelstand bis zum Großkonzern eingesetzt. Neben unserer Technologie besteht unser Knowhow darin, den Nutzern unserer Systeme ein atemberaubendes Erlebnis zu ermöglichen, das Spaß bringt und den Leuten in Erinnerung bleibt. Sensape wurde bereits 2015 gegründet und hat heute 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Und dann war da plötzlich das Coronavirus. Was ist dann passiert? 

Direkt vor dem Ausbruch haben wir spannende neue Produkte entwickelt, die wir auf der Best of Events und der Euroshop präsentiert haben. Ein Großteil unserer Kunden kommt aus dem stationären Einzelhandel, dem Eventbereich mit vielen Messeagenturen sowie dem Hotelgewerbe. Da unsere Systeme von der direkten Interaktion Leben, hat uns die Pandemie in allen Sparten getroffen. Mit dem Ausbruch wurden innerhalb kürzester Zeit geplante Projekte und Rollouts auf Eis gelegt. Zum Glück haben wir einige langfristigere Projekte, die uns weitergetragen haben.

Wir haben dann zusätzlich unsere Köpfe zusammengesteckt und uns überlegt, welchen sinnvollen Beitrag wir mit unserer Technologie leisten können. Wir wollten mit dem, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, ein spannendes Produkt entwickeln, das unseren bisherigen Kunden hilft. 

Wie funktioniert euer neues Produkt? 

Unser digitaler Kundeneinlass zählt, wie viele Menschen in einem Geschäft sind. Kommt ein neuer Besucher, wird er über unsere Augmented-Reality Screens freundlich begrüßt und ihm werden die Verhaltensregeln gezeigt. Wenn die zulässige Menge erreicht wird, springt die Ampel auf Rot und bittet die Besucher zu warten. Da unsere Systeme sehr gut für Aufmerksamkeit geeignet sind, klappt das sehr gut. Gleichzeitig wird durch unser Warteschlangenmanagement angezeigt, wie lange man ungefähr warten muss. Wir haben zusätzlich eine Erkennung entwickelt, die den korrekten Sitz des Mundschutzes erkennt und die Besucher darauf hinweist.

Digitaler Kundeneinlass Sensape
Der digitale Kundeneinlass entlastet den Einzelhandel und öffentliche Einrichtungen in der Einlasskontrolle zur Regulierung der KundInnen während der Eingangsbeschränkungen auf der Fläche. Das erste Exemplar steht in der Stadtbibliothek Leipzig. (Quelle: Sensape)

Für wen ist es gedacht und wie kommt man daran?

Unser Produkt wurde für alle Unternehmen entwickelt, die Eingangsbeschränkungen haben. Dazu zählen, Geschäfte, Supermärkte, Baumärkte, Behörden, Bibliotheken, Banken, Hotels, Einkaufszentren oder Erlebnisparks. Aber auch für Firmensitze oder Kantinen ist unser Produkt sehr spannend. Diese können einfach über unsere Website mit uns in Kontakt treten. 

Wie ist das Feedback der Stadtbibliothek Leipzig bisher?

Das Feedback ist bisher sehr positiv. Die Leute nehmen den Einlass an und halten sich an die Vorgaben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr froh, dass Sie unser System nutzen dürfen. 

Wie habt ihr euch als Team an die Umstände angepasst, konntet ihr alle weiter arbeiten?  

Ein Teil unseres Teams musste leider in Kurzarbeit gehen, da unser Eventbereich eingebrochen ist. Umso erstaunlicher ist es, dass wir in so kurzer Zeit unseren Kundeneinlass entwickeln konnten. Das verdanken wir unseren eingespielten und fähigen Leuten, denen ich dafür sehr dankbar bin.

Würdest du sagen, dass euer Geschäftsmodell besonders gut für Situationen wie diese geeignet ist? 

Ich denke nicht, dass unser Geschäftsmodell besonders gut für diese Situation geeignet ist. Aber unsere Technologie versetzt uns in die Lage, schnell unsere Produkte anzupassen, was z.B. die Erkennung des Mundschutzes zeigt.

Was war das größte Learning für dich als Gründer und CEO, bei einer solchen Umstellung? 

Ein gut eingespieltes Team ist entscheidend dafür, wie ein Unternehmen durch eine Krise kommt. Ein Bild aus Zeiten vor dem Corona-Virus. (Quelle: Sensape)

Diese Umstellung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, ein gutes und eingespieltes Team zu haben. Denn so kann man auch in einer Krise schnell gemeinsam reagieren und gute Lösungen entwickeln.

Was sind deine Tipps, wie sich andere Startups in solchen Krisen anpassen können? 

Wie für alle Firmen ist ausreichende Liquidität gerade das wichtigste Thema, da man für alle Ideen, Produkte und Lösungen Zeit braucht. Die letzten Wochen haben auch gezeigt, dass Netzwerke unbezahlbar sind, gerade wenn man nicht mehr auf große Marketingbudgets setzen kann.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*