Die Gründung aus der Hochschule – Anlaufstellen in Mitteldeutschland 

Gründen in der Universität

Viele Studierende und AbsolventenInnen möchten Gründen. Die Entscheidung, nach dem Studium direkt mit dem eigenen Startup in die Selbstständigkeit zu starten, nimmt zu. Doch welche Möglichkeiten haben junge GründerInnen in Mitteldeutschland bei einer Gründung aus der Hochschule heraus? Wir haben einen Überblick erstellt. 

Mit dem Schritt der Ausgründung aus der Universität oder der Hochschule sind viele Chancen aber auch Risiken verbunden. Um es jungen GründernInnen einfacher zu machen und den Einstieg möglich gut zu gestalten, gibt es eine Vielzahl von Initiativen, Organisationen und Förderungen die unterstützend tätig sind. 

Wie viele Gründungen entstehen in Deutschland aus der Universität oder Hochschule? 

Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom hat mehr als 300 Startups in Deutschland zum Gründungsprozess befragt. Gerade einmal 11 % der befragten Startups wurden noch während des Studiums gegründet. Weitere 12 % haben direkt im Anschluss an das Studium gegründet. Daraus lässt sich erkennen, dass eine Mehrheit der GründerInnen erst den Schritt nach einiger Berufserfahrung geht. Im Jahr 2012 wurden unter 191 Hochschulen 1.145 Gründungen gemeldet, 2017 ist diese Zahl bereits auf 1.776 und die Zahl steigt immer weiter. 

An welchen Unis und Hochschulen entstehen die meisten Gründungen? 

Dem Deutschen Startup Monitor 2019 nach zu urteilen, entstehen die meisten Gründungen aus den Studienfächern BWL und VWL heraus. Die folgende Grafik bezieht sich jedoch nicht auf die direkte Ausgründung aus der Hochschule, sondern der generellen Studienbelegung von GründerInnnen. 

Deutscher Startup Monitor (Abb. 11 Studienfächer)
(Quelle: Deutscher Startup Monitor 2019)

Doch aus welchen Universitäten und Hochschulen gehen die meisten Gründungen hervor?  Die folgende Abbildung zeigt die „Top-Gründerhochschulen 2019“ auf.  Vorne mit dabei sind die Technische Universität München, die Ludwig-Maximillians Universität München und das Karlsruher Institut für Technologie.

Des Weiteren gibt es mehrere kleine Hochschulen, die ebenfalls einen hohen Anteil an Gründungen aufzeigen. Dazu gehören unter anderem die WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar mit knapp 1.500 Studierenden und die HHL Leipzig Graduate School of Management mit ca. 750 Studierenden. 

Deutscher Startup Monitor (Abb. 12 Die 10-Top-Gründungshochschulen 2019)
(Quelle: Deutscher Startup Monitor 2019)

Die Rolle der Hochschulen

Im Rahmen des Startup Monitor 2019 wurde ebenfalls erfragt welche Kooperationspartner es für Startups gibt. Kooperationspartner sind deshalb für Startups so relevant, da diese das Netzwerk, die Planungssicherheit und Finanzierung unterstützen können. Die Auswertung hat ergeben, dass Hochschulen und Universitäten die zentralen Akteure in der Gründerszene sind und 54.6 % der deutschen Startups in der Kooperation mit diesen Trägern stehen.  Doch was müssen Hochschulen eigentlich anbieten, um junge GründerInnen als Unterstützung in ihrem Vorhaben zur Seite zu stehen?

Wichtig ist zum einen die finanzielle Unterstützung durch Fördermittel, aber auch die inhaltliche Betreuung und Beratung, sowie die Unterstützung beim Aufbau eines Netzwerkes spielen eine Rolle. Auch Universitäten und  Hochschulen in Mitteldeutschland bieten diverse Möglichkeiten an. 

Gründerservices der Universitäten und Hochschulen in Mitteldeutschland

Thüringen

Universität Erfurt 

Der Gründerservice der Uni Erfurt will Unternehmergeist und Ideenkultur fördern und stellt Studierenden und AbsolventInnen Informationen, Angebote und Kontakte rund um das Thema Unternehmensgründung bereit. Die Umsetzung der Ideen werden mit unternehmerischen Mitteln unterstützt. 

Friedrich-Schiller-Universität Jena

An der Friedrich-Schiller-Universität in Jena berät der K1 Gründerservice Studierende zum Thema Existenzgründung. Gründungsinteressierte können Ideen besprechen, ihre Gründungskompetenzen erweitern und die Umsetzung ihrer Ideen vorantreiben. Der K1 Gründerservice begleitet den gesamten Gründungsprozess von der ersten Idee über die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells bis hin zur Gründung des Unternehmens.

Bauhaus-Universität Weimar 

Die Bauhaus-Uni Weimar unterstützt Gründungsvorhaben mit der Hauseigenen Gründerwerkstatt neudeli. Dort erhalten Studierende, Alumni und Mitarbeitende aller vier Fakultäten individuelle Unterstützung bei der Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Nach Tradition des Bauhauses bezeichnet sich das neudeli als zentraler Versuchsplatz und Ort des Ausprobierens und Experimentierens. 

TU Ilmenau

Die TU Ilmenau hat vor kurzem den Ilmkubator auf den Weg gebracht. Das Programm bietet Gründungsberatung und ein intensives Betreuungsprogramm für aussichtsreiche Gründerteams. Außerdem arbeitet die TU Ilmenau eng mit dem auftakt. Gründerservice zusammen, eine private Initiative von Studierenden, Alumni, ProfessorInnen, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und dem Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau. 

Hochschule Nordhausen

Die Existenzgründungsberatung der Hochschule Nordhausen will innovative und zukunftsfähige Neugründungen aus der Wissenschaft heraus unterstützen. Die Hochschule berät, betreut und begleitet ExistenzgründerInnen mit technologie- und/oder wissensbasierten Gründungsideen.

Hochschule Schmalkhalden 

Der Gründerservice der Hochschule Schmalkalden unterstützt und begleitet Studierende, Alumni und MitarbeiterInnen der Hochschule beim Spinnen, von der ersten Idee über das Geschäftsmodell bis zur eventuellen Gründung. https://www.uni-erfurt.de/universitaet/beratung-service/gruenderservice

Das Thüringer Hochschulgründungsnetzwerk verbindet die einzelnen Hochschulgründer-Initiativen miteinander.

Sachsen-Anhalt

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 

Studierende, WissenschaftlerInnen und Alumni der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg können den Transfer- und Gründerservice der Uni in Anspruch nehmen. Dort finden sie Beratung bei der Entwicklung von Innovations- und Gründungsprojekten aus Forschung und Lehre sowie beim Wissens- und Technologietransfer.

Otto von Guericke Universität Magdeburg 

Das Thema Gründen wird an der Otto von Guericke Universität in Magdeburg großgeschrieben. Das Transfer- und Gründerzentrum unterstützt Studierende beim ersten Schritt in Richtung Gründung und darüber hinaus. 

Sachsen 

Technische Universität Dresden 

In der TU Dresden wird vor allem im Bereich Hightech geforscht und entwickelt. Die Abteilung Forschung und Transfer betreut angehende GründerInnen, wenn es um das Thema Ausgründung geht. Im Rahmen des „Dresdner Modells“ beteiligt sich die TUDAG mit mindestens 10% am Unternehmen. 

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden 

Die Gründungsberatung der HTW-Dresden unterstützt Gründungsinteressierte in den Themenbereichen berufliche Selbstständigkeit, Existenzgründung und Unternehmensnachfolge. Das Team ist dabei eng mit der Dresdener Startup Szene vernetzt. 

Universität Leipzig

An Studierende und Gründungsinteressierte der Universität Leipzig können sich an Smile – die Gründungs Initiative wenden. Das Netzwerk hilft bei der Umsetzung von Ideen und dabei Fördergelder einzuwerben. 

HTWK Leipzig 

Die Existenzgründungsberatung der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kommunikation Leipzig unterstützt ideenreichen WissenschaftlerInnen durch individuelle Beratungs- und Schulungsangebote und bei der Beantragung von Fördermitteln. 

Technische Universität Chemnitz 

Unterstützung in Sachen Gründen finden Studierende der TU Chemnitz beim Gründerservice der Universität. Dieser ist eng verknüpft mit dem sächsischen Gründernetzwerk SAXEED, welches Unternehmensgründungen von Professoren, Hochschulmitarbeitern, Studierenden und Absolventen unterstützt. 

Startups die zeigen, wie es geht! 

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Gründung aus der Hochschule und eine gute Kooperation ist die Preisträgerin des lokalen IQ-Wettbewerb:   ScobyTec UG. Das Startup hat eine umweltschonende Alternative für Leder auf Basis von bakterielle Zellulose, ein Faserstoff, der von Bakterien produziert wird, entwickelt. Dies ist in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Mikrostrukturbasiertes Materialdesign des Institutes für Physik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entstanden.

Die Gründung aus der Hochschule heraus sowie eine Gründung direkt nach dem Abschluss ist also eine zunehmend steigende Entwicklung unter Startups. Dementsprechend steigt auch das Angebot der Hochschulen in diesem Bereich. Beide Akteure können von diesem Prozess profitieren. Jedoch gestaltet sich der Bedarf an Förderung immer unterschiedlich, sodass GründerInnen sich im Vorfeld gut beim Gründerservice ihrer Uni informieren müssen, welche unterstützenden Maßnahmen für sie am besten infrage kommen. 

Weitere Quellen für diesen Artikel: Handelsblatt,

 

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