Die Gewinner des Innovationspreis Thüringen 2018

Das sind sie: Die Gewinner des Innovationspreis Thüringen 2018

Am 14. November 2018 wurde der „XXI. Innovationspreis Thüringen“ verliehen. Insgesamt 100.000 Euro Preisgeld erhielten die Gewinner. Wir stellen euch die glücklichen Gewinner vor, die euch vor Fahrradunfällen schützen, stets für reine Hände sorgen, blitzschnelles Internet zaubern und euren Lieben einen Pflegeplatz sichern.

Spitzenstellung für Thüringen in zukünftigen Technologien

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee zeigt sich beeindruckt über die Preisträger diesen Jahres. Er lobt außerdem Thüringen als Standort für zukunftsweisende Technologien. Ebenfalls lässt sich an der hohen Dichte an Patentmeldungen und der Anzahl der neugegründeten Technologieunternehmen ableiten, dass dem Thüringer Mittelstand eine vielversprechende Zukunft bevorsteht. Dieser Erfolg liegt jedoch nicht zuletzt an den hervorragenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die der Freistaat für junge Unternehmen einräumte. Die Innovationsstrategie des Landes trägt bereits deutliche Früchte und macht es deshalb als Standort für junge Unternehmen besonders interessant. Der Innovationsatlas 2017 bescheinigte ebenfalls, dass die Innovationsförderung in Thüringen gut funktioniert. Bis 2020 hat das Land vor, mehr als 200 Millionen Euro aus Landesmitteln sowie dem EFREStrukturfonds zur Verfügung zu stellen.

Bereits zum 21. Mal wird der Innovationspreis vergeben

21 Mal wurden bereits die zukunftsträchtigsten Unternehmen der Region mit einem Preis ausgezeichnet. Der Innovationspreis Thüringen zählt zu den bundesweit höchstdotierten Auszeichnungen. Er würdigt die Innovationsstärke einzelner Unternehmen und soll außerdem zur Entwicklung neuer Produkte ermutigen. In den Kategorien „Tradition & Zukunft“, „Industrie & Material“, „Digitales & Medien“ sowie „Licht & Leben“ werden die Auszeichnungen vergeben.

Startups werden speziell mit dem „Sonderpreis für junge Unternehmen“ unterstützt. Bei der Preisvergabe entscheidet die Jury nach Innovationsgrad, unternehmerischer Leistung, Funktionalität, Gebrauchswert und wirtschaftlichem Erfolg, wer die Auszeichnung verdient hat. Eine Voraussetzung ist, dass die Wettbewerbsbeiträge bereits auf dem Markt eingeführt sein müssen oder in Kürze auf den Markt kommen. Ebenfalls sollte die Innovation weitgehend im Raum Thüringen entwickelt und gefertigt sein.

Und das sind die diesjährigen Preisträger:

Kategorie „TRADITION & ZUKUNFT“ (dotiert mit 20.000,00 €):

Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH (Waltershausen) | „Fahrradsicheres Gleis“

Wem ist es noch nie passiert, dass die Fahrradreifen in die Spurrillen von Schienen geraten? Vor Allem die Leipziger unter euch kennen dieses Problem sicher. Um die Gefahren zu verringern, gibt es das fahrradsichere „Velo-Gleis“ der Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH. Es hat ein spezielles Gummiprofil, welches die Spurrille ausfüllt und somit ein gefahrloses Überqueren der Zweiradfahrer ermöglicht. Zur gleichen Zeit kommt eine Bahn aufgrund ihres hohen Gewichts noch durch die Rille, da diese einfach eingedrückt wird.

Kategorie „INDUSTRIE & MATERIAL“ (dotiert mit 20.000,00 €):

Schubert & Salzer Feinguss Lobenstein GmbH (Bad Lobenstein) | „Neuartiges Präzisionsgussverfahren mittels additiv gefertigter keramischer Gussform“

Die Schubert & Salzer Lobenstein GmbH hat einen völlig neuen, disruptiven Ansatz für die Fertigung von Stahlguss entwickelt. Die keramische Gießform wird mit dem zukunftsträchtigen Verfahren des 3D-Druckers perfektioniert. Für das neue Verfahren wurde ein Patent angemeldet, das die dünne Gießform wie eine Wabe umhüllt und es ermöglicht, größere Teile in gedruckten Formen zu gießen. Durch das neue Fertigungsverfahren werden nur die Hälfte (!) der benötigten Produktionsschritte benötigt.

Kategorie „DIGITALES & Medien“ (dotiert mit 20.000,00 €):

ADVA Optical Networking SE (Meiningen-Dreißigacker) | „Neuartiger Poly-Transceiver als Basis für rasante 5G Datenübertragung mittels kleinster Polymeroptik“

3G? LTE? Das war gestern! Heute arbeiten Netzbetreiber und Technologiefirmen bereits am Mobilfunkstandart 5G. Bis 2020 soll dies flächendeckend zur Wirklichkeit werden. Dieser ermöglicht Datenübertragungsraten bis zu 10 Gi-gabit/s und senkt außerdem gleichzeitig den Stromverbrauch. Die Daten werden über das Glasfasernetz übertragen und über sogenannte Passive Optische Netze (PON) realisiert. Die ADVA Optical Networking SE aus Meiningen entwickelte mit dem Heinrich Hertz Institut Berlin einen neuartigen optischen Transceiver auf der Basis von polymeroptischen Mikro-Bausteinen. Ein innovativer Laser kann durch die Modulation verschiedener Wellenlängen Daten über 96 Kanäle gleichzeitig senden.

Kategorie „LICHT & LEBEN“ (dotiert mit 20.000,00 €):

Heyfair GmbH (Jena) | „Kurzzeitig sichtbares Händedesinfektionsmittel“

Wusstet ihr, dass etwa 90 Prozent aller bakteriellen Krankheitserreger über Handkontakt übertragen werden? Dann sollte schnell klar sein, wie wichtig die entsprechende Handhygiene ist. Doch in 9 von 10 Fällen werden entweder nicht alle Hautpartien vollständig benetzt, es wird zu wenig Desinfektionsmittel verwendet oder der Vorgang wird schlicht vergessen. Die Heyfair GmbH aus Jena hat sich für dieses Problem eine schöne und effiziente Spielerei einfallen lassen: Durch das weltweit erste kurzzeitig sichtbare Händedesinfektionsmittel wird die Haut gefärbt, wodurch noch nicht desinfizierte Bereiche sichtbar werden. Das zum Patent angemeldete Mittel hat alles Potential dazu, sich als weltweite Standard-Desinfektionslösung zu etablieren. Nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Laboren, in der Nahrungsmittelindustrie, im Einzelhandel und und in der Gastro werden die extra-sauberen Hände benötigt.

SONDERPREIS FÜR JUNGE UNTERNEHMEN (dotiert mit 20.000,00 €):

Pflegeplatzmanager GmbH (Greiz)

Eine lückenlose Behandlung nach einem Krankenhausaufenthalt sollte bereits der deutsche Dtandart sein. Doch oft ist die Suche nach einem geeigneten Dauer- oder auch Kurzzeitpflegeplatz aufwändig und nervenaufreibend. Die Gründer der Pflegeplatzmanager GmbH entwickelten eine webbasierte Informations- und Kommunikationsplattform, die den kompletten Entlassungs- und Aufnahme-Prozess abbildet und alle beteiligten Parteien miteinander vernetzt. Im letzten Jahr startete der Pilotbetrieb in ausgewählten Modellregionen in West-sachsen und Ostthüringen, der Markteintritt in weiteren Regionen im gesamten Bundesgebiet ist bereits in Vorbereitung.

Hier könnt ihr alles über die Gewinner nachlesen.