Deutscher Startup Monitor 2019 

Deutscher_Startup_Monitor_2019
(Quelle: Deutscher Startup Monitor)

Zum siebten Mal stellte der Bundesverband Deutsche Startups e.V. seinen Deutschen Startup Monitor 2019 vor. Dabei wurden fast 2000 Startups bundesweit befragt. Damit haben so viele wie noch nie an der Befragung teilgenommen. Die steigende Zahl der teilnehmenden Startups ist ein Beleg dafür, dass die Startup- und Gründerszene in Deutschland wächst und immer mehr an Bedeutung gewinnt. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse.

Ein Gastbeitrag von Thi Thu Linh Pham, Univations GmbH /Investforum Startup-Service

Wenig Gründerinnen in der Startup – Szene

Gründen ist in Deutschland noch vor allem Männersache. Der Frauenanteil unter den Startup-Gründern steigt zwar das dritte Mal in Folge, aber Frauen bleiben im deutschen Startup-Ökosystem weiterhin stark unterrepräsentiert. Nach minimalem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt der Anteil von Startup-Gründerinnen bei niedrigen 15,7%. Noch nicht genug, kommentierte Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier:

„Allerdings ist der Wert von 15,7 Prozent auch ein klarer Auftrag an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Frauen hier stärker zu unterstützen und die Rahmenbedingungen dazu entsprechend zu verbessern.”

Nachhaltigkeit im Trend

Egal wohin man gerade blickt: Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind große Themen – auch in der Gründerszene. Startups nehmen eine Schlüsselfunktion ein, wenn es um die Lösung der großen Klima- und Nachhaltigkeitsherausforderungen der heutigen Zeit geht. Deshalb versuchen immer mehr Startups, ihre Geschäftsmodelle nachhaltig zu gestalten. Bereits über 36% der DSM-Startups ordnen sich der Green Economy und/oder dem Bereich Social Entrepreneurship zu. Im Jahresvergleich erwarten die GründerInnen in diesem Jahr von der Politik eine bessere Förderung des unternehmerischen Einsatzes für Umweltschutz und gesellschaftliche Nachhaltigkeit (38,2%). Diese Ergebnisse unterstreichen die zunehmende Bedeutung des Nachhaltigkeits-gedankens im Startup-Ökosystem.

Digitalisierung wird immer wichtiger

Knapp zwei Drittel der Befragten haben ein digitales Geschäftsmodell. Im Zentrum stehen dabei immer häufiger innovative Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Virtual Reality oder Blockchain. Insbesondere das Thema Künstliche Intelligenz scheint im Jahresvergleich wichtiger geworden zu sein. So schätzten in diesem Jahr 40,4% der Gründerinnen und Gründer den Einfluss der KI auf die Entwicklung ihres Geschäftsmodells als „groß“ bis „sehr groß“ ein. Diese Wahrnehmung bestätigt den Eindruck der Bundesregierung bezüglich der Notwendigkeit einer nationalen Strategie zur KI zur Sicherung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit.

Kapitalzugang bleibt weiterhin ein großes Hindernis für viele GründerInnen

Zwischen den genutzten und bevorzugten Finanzierungsquellen gibt es eine große Differenz.  81% der Befragten setzen für die Finanzierung auf eigene Ersparnisse, aber nur 40% bevorzugen diese Option. Hier zeigen sich Lücken auf dem Kapitalmarkt. Dies führt zu einer Wachstumsbremse für Startups. Die Startups wünschen sich insbesondere mehr Wachstumsfinanzierungen durch Business Angels und Venture Capital. Hier sieht Digital Services Leader EMEA, PwC Germany Olaf Acker ein großes Defizit:

„Während in den USA und China jedes Jahr Milliarden an Wagniskapital in Startups fließen, stehen deutschen Unternehmen im Vergleich nur Peanuts zur Verfügung. Um mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten, brauchen wir aber auch hierzulande mehr Business Angels und Kapitalgeber; Investoren, die bereit sind, Risiken einzugehen und die Gründerinnen und Gründer mit dem nötigen Kapital auszustatten, damit diese richtig durchstarten – und aus einer innovativen Idee ein erfolgreiches Unternehmen machen können.”

Hier ist zum einen die Politik gefragt: Sie muss bürokratische Hürden abbauen, Gründergeist belohnen, Netzwerke stärken und Startups besser fördern.

Startups sind Jobmotoren

Startups schaffen nicht nur Innovationen, sondern sind heute ein elementarer Wirtschaftsfaktor. Die DSM-Startups beschäftigen 2019 insgesamt 24.050 MitarbeiterInnen. Für das kommende Jahr wollen Startups im Durschnitt acht neue Mitarbeiter einstellen – zusammengerechnet sind das fast 14.000 Neueinstellungen. Vor allem in den Startup Hotspots Berlin und München könnten Arbeitssuchende mit einem hohen Angebot rechnen.

Streber und Rebellen

Dieses Jahr wurden die TeilnehmerInnen zu ihrer Schulzeit befragt. Das Ergebnis zeigt, dass die meisten sich außerhalb der Schule engagierten und leistungsstark waren. Gleichzeitig waren die GründerInnen auch rebellisch: Jede bzw. jeder Fünfte (21,7%) hatte in der Schulzeit Klassenbucheinträge oder erhielt Verweise, gut 12% wurden ein oder mehrmals nicht versetzt.

Über die Studie

Der Deutsche Startup Monitor 2019 ist die inzwischen siebte Studie, die aus der seit 2013 jährlich durchgeführten Onlinebefragung von Startups in ganz Deutschland resultiert. Dieses Projekt wurde vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. initiiert. Die umfangreiche Studie hat das Ziel für mehr Verbesserungen und Transparenz im deutschen Startup-Ökosystem sorgen und die Standpunkte, Anliegen sowie Interessen von Startups gegenüber Politik und Medien zu vertreten. So lassen sich Trends und Entwicklungen ablesen und die Bedürfnisse der Gründer erkennen. Der Deutsche Startup Monitor versteht sich als Kompass, der richtungsweisende Impulse für eine lebendige Gründerkultur in Deutschland gibt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*