Der HHL SpinLab Investors Day geht in eine neue Runde

Das SpinLab-The HHL Accelerator und die HHL Leipzig Graduate School of Management sind mit ihrem gemeinsamen Event, den HHL SpinLab Investors Day in ein neues Jahr gestartet. Am vergangenen Donnerstag haben sich mehr als 200 internationale InvestorInnen im Kunstkraftwerk in Leipzig versammelt, um sich mit den neuesten Trends und Fragen rund um die Themen Investments, E-Health, Smart City und Energie auseinander zu setzen.

Co-Autor: Frank Bernhardt

Bühne frei für den 4. HHL SpinLab Investors Day

Zwischen Immersive Art-Shows und Tech-Demos sind auf dem ersten HHL SpinLab Investors Day des Jahres 2020 internationale VC’s auf die  up-and-coming Stars der Leipziger und der mitteldeutschen Startup-Szene getroffen. Neben den acht Teams der Class 9 des SpinLab The HHL Accelerator bekamen weitere fünf ausgewählte Startups aus Mitteldeutschland die Chance ihre Business-Cases zu pitchen.  Key Notes und Panel-Talks zu den Themen “Investing with international VCs” und “How to force exits?” sowie die Möglichkeit sich via Netwoorking-App mit interessanten und potentiellen PartnerInnen und InvestorInnen zu vernetzen rundeten das Tagesprogramm ab. Wir haben den Tag für euch zusammen gefasst.

Ausschnitte aus den Pitch-Sessions (Fotos: PK Fotografie)

aumio und DOCYET gewinnen “Best of 9 SpinLab Startups” und “Best of Mitteldeutschland” Awards

Von den aktuellen TeilnehmerInnen des Accelerator-Programms des SpinLabs konnte aumio die Jury und das Publikum von sich überzeugen. Das Startup entwickelt ein therapeutisches Training für Kinder, die unter psychischen Beschwerden leiden. Mit einem neuartigen und kostengünstigeren Konzept von aumio lernen Kinder (z.B. mit ADHS) sich besser zu konzentrieren und mit ihren Gefühlen umzugehen. Der “Best of 9 SpinLab Startups” Award in Höhe von 5.000 Euro wurde von der Stadt Leipzig gesponsert.

„Wir sind super happy darüber, das unser Thema bei dem Publikum und bei der Jury so gut angekommen ist. Das zeigt uns, dass die Thematik auch tatsächlich mehr und mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt, was auch unser Anliegen ist, nämlich die Stigmatisierung für Mentale Probleme abzubauen.“, freuen sich die aumio Gründer im Anschluss an die Award-Verleihung.

Das Startup aumio erklärt während der Tech-Demo ihren Business-Case. (Foto: PK Fotografie)

Einen Überblick über die SpinLab Class 9 gibt es hier.

DOCYET entwickelt einen digitalen Gesundheitsnavigator, der PatientInnen hilft, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden, Entscheidungshilfen bietet und sie mit medizinischen Dienstleistungen on- und offline zusammenführt. Die Algorithmen die DOCYET verwendet, verwenden Tausende von Datenpunkten, um den Kontext der BenutzerInnen zu erkennen und innerhalb von Sekunden statt Minuten die beste Beratung für diese spezielle Situation zu ermitteln. Der Best of Mitteldeutschland Award ist mit 3.000 Euro dotiert und wird von der KARL-KOLLE-Stiftung gestellt.

DOCYET Gründer Florian Bontrup konnte die Jury und das Publikum überzeugen und gewinnt den Best of Mitteldeutschland Award. (Foto: PK Fotografie)

E-Health in Deutschland auf dem Vormarsch – Das „Digitales Versorgungs Gesetz“ macht es möglich

In der Welt der Digitalen Gesundheitsversorgung tut sich etwas. Julia Hagen vom Health Innovation Hub aus Berlin brachte Startups und InvestorInnen auf den neuesten Stand zum Thema Digitales Versorgungsgesetz (DVG). Nachdem Bundestag und -rat Ende 2019 das DVG beschlossen haben, können ab Sommer 2020 Digitale Gesundheitsanwendungen an Versicherte gesetzlicher Krankenversicherungen verschrieben werden. Schritt für Schritt öffnet sich das Gesundheitswesen damit für digitale Innovationen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Patienten in ihrem Alltag unterstützen. Das macht auch den Weg für Startups mit E-Health Schwerpunkt frei.

Julia Hagen aus dem Health Innovation Hub in Berlin erklärt, welche Möglichkeiten das DVG mit sich bringt. (Foto: PK Fotografie)

Von Investments mit internationalen VC’s

Für die erste Panel-Diskussion zum Thema „Investieren mit internationalen VC’s“ gab Stephan Wirries von Ventech VC eine Einführung in das Thema und spannende Informationen über seine Firma. Neben der Arbeit an Kerninvestitionen für den Ventech Fonds verwaltet dieser dort auch Seed-Investitionen. Das sein VC den Anspruch hat „multilocal“ zu sein wird schnell an den Büros in Paris, München, Helsinki, China, Shanghai und Beijing deutlich. Im Anschluss sprachen dann Alon Weinberg (Dell Technologies Capital), Roman Scharf (capital300) und Craig Douglas (SET Ventures) aus Investoren-Sicht über das Thema Internationale Investitionen.

Die Panel-Teilnehmer waren sich im großen und ganzen einig darüber, dass deutsche und europäische Startups keine Angst davor haben sollten, sich auf den internationalen Markt heraus zu wagen um InvestorInnen zu finden. VC’s seien offen für internationale Investments, aber die Frage nach dem Zugang für (mittel-) deutsche Startups zu internationalen VC’s blieb weitestgehend ungeklärt.

Exit-Varianten – Herausforderungen für GründerInnen und VC’s?

Das zweite Thema, dass die Diskussionen auf dem 4. HHL SpinLab Investors Day anregte, war das Thema Exit-Varianten. Hierzu gab Jan Borgstädt von JOIN Capital eine ausführliche thematische Einführung. Der Managing Partner gab den Startups wertvolle Tipps zu dem Thema an die Hand. Er erklärte, wie VC’s ihre Fonds managen und wann sie in welche Phasen eines Startups investieren. Vielen Startups sei die Art und Weise wie VC’s denken und handeln nämlich gar nicht klar. Ein sogenannter „forced Exit“ wird zur „bereinigung“ des Portfolios angestrebt, denn nach einer vereinbarten Zeitspanne (meistens 10 Jahre) trennen sich VC’s von Startups und lassen sie sich abkaufen, um in neue Innovationen zu investieren.  

Später diskutierten dann Daniel Kroll (Quarton International), Hannes Schill (eCapital), Stefan Beil (Sobera Capital), Matthias Hornberger (kizoo) und Benedikt Battke (Grazia Equity) unter der Moderation von HHL-Rektor Prof. Dr. Stephan Stubner darüber, warum es in Deutschland wenig „forced Exits“ gibt und wie man das Thema gemeinsam mit den GründerInnen am besten angeht.

Impressionen des 4. HHL SpinLab Investors Day im Kunstkraftwerk in Leipzig. (Foto: PK Fotografie)

Über das Kunstkraftwerk:

Das ehemalige Heizkraftwerk im Stadtteil Lindenau/Plagwitz  ist seit 2016 eine experimentelle Fabrik, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur, zeitgenössisches Design und Kommunikation. Diverse Hallen und Räume im Kunstkraftwerk sorgen dafür, dass auf rund 2.300Quadratmetern Nutzfläche für jeden Anlass der passende Rahmen geschaffen werden kann. Es gibt Raum und Räume für Ausstellungen, Kunstprojekte, Meetings, Multimediashows, Symposien und Workshops. Markus Löffler, Professor für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie an der Universität Leipzig und Ulrich Maldinger, Architekt und Designer, entschlossen sich spontan, die Industriebrache aus demTiefschlaf zu reißen. Die 1869 in Betrieb genommene Gasanstalt wurde seither in ein internationales und interdisziplinäres Kunstzentrum transferiert. Das raue Ambiente ist auch nach der Renovierung erhalten geblieben.

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