Cleveres Spielzeug: 10 Fragen an die Gründerinnen von PAPPKA®

PAPPKA®

PAPPKA® ist ein Startup aus Halle, das neues fürs Kinderzimmer bringt. Kinderzimmer können heute bis zur Decke voll mit Spielzeug gestapelt sein. Dort Ordnung reinzubringen ist eine Herausforderung für alle Eltern. Die Gründerinnen von PAPPKA® waren sich sicher, es muss eine Lösung geben. Ein Spielzeug das Spaß macht und die Kreativität fördert, gleichzeitig aber das Kinderzimmer nicht überfüllt und auch noch umweltschonend ist. So haben die Gründerinnen einen faltbaren Bauernhof aus Pappkarton entwickelt, der zusammengeklappt in jedes Bücherregal passt und in Sekunden aufgebaut ist. Zwischen 05.06. und 17.07. 2018 läuft die Crowdfunding Kampagne des Unternehmens. Wir haben die Gründerinnen interviewt.

©MuseKind. Die Gründerinnen von PAPPKA® (v.l.): Martina Musek, Cordula Hundrieser und Antje Stumpe.

Hallo ihr drei. Stellt euch doch selbst einmal unseren Lesern vor und wie es zur Gründung von PAPPKA® gekommen ist.

Martina: Begonnen hat alles mit einem Semesterprojekt von mir. Ich studiere Spiel- und Lerndesign an der Burg Giebichenstein in Halle. Dort habe ich die ersten faltbaren Welten entwickelt und festgestellt, dass die Kinder ganz begeistert davon sind, wenn sie ihren Schatz mitnehmen können. Als ich Antje kennengelernt habe war uns klar, aus dieser Idee kann mehr werden. Nehmen wir die mit Plastik überfüllten Kinderzimmer – es gibt kaum Raum für Kreativität, sowohl vom Platz, als auch vom Spielzeug her. Dies sollte sich ändern. Bei PAPPKA® achten wir auf nachhaltige, unbedenkliche Materialien. Der sehr stabile Kraftkarton kann zudem von den Kindern selbst gestaltet werden.

Antje: ja, das ist auch mir als Grafikerin wichtig, unser Design ist leise und zurückhaltend, damit jedes Kind selbst seine eignen Ideen darauf verwirklichen kann.

Cordula: Und mich als die Dritte im Bunde, die für das Marketing und den Vertrieb zuständig ist, hat sofort die Praktikabilität überzeugt, denn die dreidimensionale Spielwelt ist sekundenschnell zum Buch zusammengeklappt und im Bücherregal verstaut – und schon hat man wieder Platz für neue Spielideen. Mein Sohn findet es toll, dass er sein Haus ohne Schwierigkeiten mit in den Kleingarten nehmen kann. Und so haben wir Anfang des Jahres gemeinsam die Firma MuseKind gegründet, die einerseits wunderschönes ökologisches Spielzeug herstellt und uns andererseits auch die Möglichkeit bietet Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Findet ihr, dass Kinderzimmer heute eher eine Reizüberflutung für Kinder darstellen?

Ich denke schon, dass bei der heutigen Spielzeugflut die Gefahr besteht, dass die Kinder gar nicht mehr tief ins Spiel einsteigen, zumal viele fertig gestaltete Spielzeuge eben keinen längeren Mehrwert bieten. Es besteht die Gefahr, dass die Kinder trotz oder gerade wegen der vollen Kinderzimmer schnell unmotiviert werden.

Die Vorteile von PAPPKA® sind einleuchtend: Schnell auf- und abzubauen, gut zu verstauen und umweltschonend bei der Entsorgung. Bei der heutigen Fülle an Spielzeug, wie überzeugt ihr auch die Kinder von dem faltbaren Bauernhof?

Auf den zweiten Blick :-), sicherlich sind die Kinder geprägt von Detail genau gestalteten bunten Spielsachen. Stellt man da unseren gefalteten Bauernhof daneben, werden die meisten wahrscheinlich erst zu dem fertig gestalteten Bauernhof gehen. Legt man jedoch Stifte, Kleber und Schere zu unserem Bauernhof, dann wird die Neugierde geweckt. Und nach dem Aufklappen kommen die leuchtenden Augen und ein vorsichtiges Nachfragen „darf ich da wirklich draufmalen?“ Und im nu werden sie immer mutiger… der Stolz und die Freude, wenn sie ihr gestaltetes Haus ansehen, lässt so manchen „Plastikriesen“ ganz klein ausschauen.

Welche Marketing-Strategien macht ihr euch zunutze?

Wir stehen ja noch ganz am Anfang. Unser erster großer Schritt ist eine Crowdfunding Kampagne, die gerade angelaufen ist. Via sozialen Medien und Mund zu Mund Propaganda sowie Presseartikeln möchten wir gerne auf unser Projekt aufmerksam machen. Auch dem Thema Influencer-Marketing nehmen wir uns an. Die Crowdfunding Kampagne ist jedoch mehr als ein „Marketing-Gag“. Denn mit einer erfolgreichen Kampagne können wir es schaffen die erste Produktion zu stemmen. Ganze 18.000€ benötigen wir um die ersten 1000 Bauernhöfe zu produzieren. Im Anschluss daran kann es dann mit dem eigentlichen Marketing losgehen.

Wie sieht euer Business Model aus? Wo sollen eure Produkte zu welchen Konditionen erworben werden können?

Wir setzen auf 4 Säulen in unserer Vertriebsstrategie. Zum einen sehen wir unsere Produkte im stationären Handel, wir denken es ist schön, ein Produkt auch wirklich erleben zu können. Hier haben wir bereits Kontakte zum Spielwaren – und Buchhandel geknüpft. Im Online Bereich ist es unser Ziel, in Konzeptstores und nachhaltige, kreatives Shops gelistet zu werden. Die vierte Säule soll unserer eigener Onlineshop werden.

Wie konntet ihr euch bisher finanzieren?

Antje und Martina: Glücklicherweise haben wir das Exist Gründungsstipendium erhalten, dazu zählt ein Gehalt von einem Jahr sowie die Produktion der Nullserie von 200 Stück mit der wir dann umfangreiche Produkttests gemacht haben. Im Augenblick machen wir viel ehrenamtlich, teilweise erhalten wir ein Stipendium der SAB und wir haben den Innovationspreis der Stadt Leipzig erhalten.

Was war bisher die größte Herausforderung während eurer Gründung?

Die Beschaffung von finanziellen Mitteln. Wir stehen in Kontakt mit Banken und Investoren, gerade läuft die Crowdfunding Kampagne, das ist alles sehr aufregend.

Was war der beste Rat den ihr bekommen habt?

Wir sollen uns selbst treu bleiben!

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft von PAPPKA®?

Unser Plan ist es, ganz viele Kinderwünsche umzusetzen. Jährlich möchten wir 2 neue Spielwelten einführen. Ob Ritterburg, Vulkan oder Unterwasserwelt… alles das möchte ins Buchformat gebracht werden.

Welche Frage könnt ihr als Gründerinnen nicht mehr hören?

Hahaha, bislang sind wir da noch sehr geduldig.

Vielen Dank für Eure Zeit und viel Erfolg für Eure Cowdfunding Kampagne und Euren weiteren Weg!