Blockchain Technologie für den Europäischen Markt: Das evan.network

Blockchain-Solutions gewinnen heutzutage immer mehr an Bedeutung. Die contractus GmbH aus Dresden hat sich zur Aufgabe gemacht, jedem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die Blockchain-Technologie zu nutzen. Wir haben Stev Heinert, den Marketing Manager interviewt.

Wer genau steckt hinter dem evan.network und was ist die Idee?

Hinter der Idee des evan.networks steckt das Startup contractus GmbH. Aktuell sind wir ein Team aus acht Leuten, die das Ziel verfolgen, die Blockchain Technologie für jedes Unternehmen zugänglich zu machen. Dazu initiieren wir das evan.network, auf dem jedes Unternehmen eigene Geschäftsmodelle auf einer „enterprise ready“ blockchain aufbauen kann. Das evan.network ist dabei unabhängig von uns als Unternehmen – wir bauen es lediglich auf und danach gehört es den beteiligten Unternehmen und wird auch von diesen Unternehmen betrieben.

Wie funktionert das evan.network?

Das evan.network ist eine „enterprise ready“ blockchain für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in B2B Märkte. Eine „public blockchain“ kann ein Unternehmen nicht produktiv einsetzen aufgrund langer Transaktionszeiten, Energieverschwendung und sich ständig verändernder Kosten. Unternehmen versuchen dann meistens ihr Glück mit einer private Chain, wobei sie die gleichen zentralen Datensilos schaffen, die sie bereits hatten. Es ist daher nicht wichtig für Unternehmen eine private Chain zu nutzen. Da liegt kein Vorteil drinnen. Unser Netzwerk vereint die Vorteile einer privaten und einer public blockchain, indem sie wirklich ein dezentrales Netzwerk zur Zusammenarbeit in B2B Märkten bietet und durch die spezielle Architektur sehr schnelle Transaktionen ermöglicht ohne einen hohen Energieverbrauch zu produzieren. Grundsätzlich kann wie gesagt jeder, der ein eigenes Geschäftsmodell auf Blockchain Basis aufbauen möchte, auf dem evan.network aufsetzen und von der bereits vorhandenen technischen Infrastruktur profitieren. Es ist quasi ein Ökosystem auf dem jeder Entwickler, jedes Unternehmen eigene Geschäftsmodelle aufbauen kann.

Kurzinfos „Blockchain“

Die Blockchain ist eine verteilte Datenbank, bei der die Informationen nicht auf einem zentralen Server sondern dezentral auf vielen Millionen Geräten liegen. Jeder Nutzer der Blockchain hat eine eigene und vollständige Kopie der Blockchain auf seiner Festplatte. In einem Block können alle Arten von Transaktionsdaten gespeichert werden, womit die Blockhain in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann. Jeder neu entstehende Block ist dabei mit dem vorhergehenden Block verbunden und bestätigt mithilfe mathematischer Berechnungen die Richtigkeit der vorhergehenden Blöcke. Die in den Blöcken gespeicherten Informationen sind verschlüsselt und nur für die an der jeweiligen Transaktion beteiligten Nutzer sichtbar. Aufgrund ihrer technischen Architektur gilt die Blockchain aus heutiger Sicht als manipulationssicher und ermöglicht direkte Transaktionen zwischen untereinander unbekannten Parteien ohne einen zentralen Mittler wie zum Beispiel einem Bankinstitut.

Welche Branchen adressiert ihr?

Grundsätzlich ist das evan.network branchenunabhängig und für jede Branche interessant, in der die Zusammenarbeit mit Partnern eine wichtige Rolle spielt. Wir haben bereits zahlreiche Pilotprojekte durchgeführt und gezeigt in welchen Branchen konkret Einsatzmöglichkeiten bestehen wie bspw. der Recyclingindustrie, dem Maschinenservice oder der Logistik. Da wir die mit dem evan.network nur die technologische Basis bereitstellen, müssen wir als Startup auch kein Experte in jeder Branche sein, um die entsprechenden Prozesse in jeder Branche auf Basis der Blockchain abzubilden – wir überlassen den Aufbau der branchenspezifischen Geschäftsmodelle denen die sich bestens mit der jeweiligen Branche auskennen.

Wann kam es zur Selbstständigkeit?

Zunächst war das evan.network ein internes Projekt der B-S-S Business Software Solutions GmbH. Bis dann 2017 die Entscheidung fiel, es als eigenes Startup auszugründen – daraus ist dann die contractus GmbH entstanden. Gegründet wurde contractus im Januar 2018. Die Entwicklung der Lösung ist allerdings bereits seit gut zwei Jahren erfolgt. Es wurden Services für die Blockchain-Technologie entwickelt, die nötig sind, dass man die Blockchain im Unternehmensalltag auch wirklich nutzen kann.

Wodurch unterscheidet sich das evan.network von anderen Blockchain-Technologien?

Wir unterscheiden wir uns von public chains dadurch, dass wir mit keinem der massiven Nachteile einer public chain zu kämpfen haben. Und im Gegensatz zu einer private chain können Unternehmen mit dem evan.network Geschäftsmodelle auf einem wirklich dezentralisierten Netzwerk aufbauen. Eine Blockchain Lösung speziell für die Zusammenarbeit in B2B Märkten gibt es bisher nicht – von der Wahrnehmung her ist unsere Lösung am ehesten mit der IOTA Technologie vergleichbar. Mit dem Unterschied, dass IOTA einen Fokus auf Mikro Transaktionen im Rahmen eines Datenflusses hat und wir uns auf Smart Contracts fokussieren, welche die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen grundsätzlich regeln.

Weshalb ist euer Service heutzutage besonders relevant für die Unternehmen?

Dafür gibt es einige Gründe. An erster Stelle sicher die Tatsache, dass Daten und Informationen für Unternehmen immer wichtiger werden und dadurch auch besser geschützt werden wollen – gerade in der Zusammenarbeit mit anderen Partnern oder wenn ich dabei sogar versuche Prozesse zu automatisieren, muss ich Daten nach außen geben und dabei als Unternehmen sicherstellen, dass ich trotzdem die Hoheit über meine Daten behalte – genau das ist bspw. mit dem evan.network möglich.

Dann wäre da noch der Trend hin zu immer individuelleren Produkten und Dienstleistungen die ich trotz höherem Koordinationsaufwand trotzdem zu möglichst günstigsten Konditionen produzieren muss – das bedeutet, die Zahl an unterschiedlichen Unternehmen in einer Wertschöpfungskette steigt stetig an womit ich mehr Prozesse möglichst effizient koordinieren muss – dazu brauche ich eine technische Basis die das möglich macht – so eine schaffen wir mit dem evan.network.

Und nicht zuletzt müssen sich mehr und mehr Unternehmen damit beschäftigen, dass ihre alt eingesessenen Geschäftsmodelle in der Zukunft nicht mehr funktionieren werden und sind daher auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Auf Basis des evan.network können diese Unternehmen neue Geschäftsmodelle auf Blockchain Basis aufbauen.

Welche Lehren habt ihr aus der Entwicklungszeit mitgenommen?

Gerade bei einer neuen Technologie wie Blockchain musst du deine Lösungsansätze und dein Businessmodell stetig hinterfragen und anpassen, um nicht in die falsche Richtung zu gehen und zwar ein funktionierendes Produkt zu haben, aber am Ende gar keinen Markt dafür… Grundsätzlich sind wir bisher sehr zufrieden mit dem Weg den wir gegangen sind. Natürlich gab es einige Korrekturen was die Richtung unserer Idee angeht – wobei der größte Schritt für uns war die Entscheidung zu treffen – den Zugang zu unserer Technologie zu öffnen und künftig „nur“ noch als die Initiatoren des evan.networks zu fungieren. Auch wenn dieser Schritt vollkommen logisch war, da ein einzelnes Unternehmen wie contractus nicht der Besitzer eines dezentralen Netzwerkes sein kann, war es schon eine große Entscheidung zu sagen, dass wir unsere Technologie in den Besitz der beteiligten Unternehmen geben werden und auch die weitere Entwicklung des Netzwerkes von diesen Unternehmen bestimmt wird.

Wie fühlt sich der unmittelbare Launch eures Projektes an?

Sehr gut. Wir haben nun mehr als zwei Jahre daran gearbeitet, die Grundlagen für das evan.network zu legen und sind nun froh, es endlich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Das Feedback bisher ist sehr positiv – wodurch auch wir sehr positiv gestimmt sind.

Welche Vision habt ihr für die Zukunft?

Unsere Vision ist es, eine europäische Blockchain Lösung für die Zusammenarbeit in B2B Märkten zu entwickeln und möglichst jedem Unternehmen zu ermöglichen eigene Geschäftsmodelle auf der Blockchain aufzubauen. Will man ein dezentrales Netzwerk aufbauen, lebt die Idee natürlich davon, dass wir europäische Unternehmen finden die gemeinsam mit uns glauben, dass die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen unabhängigen Partnern auf dezentralen Netzwerken und nicht auf zentralen Marktplätzen liegt. Wir konnten bereits einige große Unternehmen von der Idee überzeugen und sind gespannt, welche Unternehmen die Idee des evan.networks demnächst unterstützen.