7 Fragen an… die LAWIO GmbH aus Magdeburg

Die Idee für ihr Startup kam Lea Bötticher nachdem es in ihrer eigenen WG für mehrere Wochen keinen Tropfen warmes Wasser gab- und das im Winter.

In unserer neuen Reihe „7 Fragen an…“ stellen wir euch GründerInnen und ihre Startups aus Mitteldeutschland vor. Wir haben mit LAWIO Gründerin Lea Bötticher über Magdeburg als Wahlstandort, die US-Richterin Ruth Bader Ginsberg und natürlich ihr Startup gesprochen. 

1. Was ist das Besondere an eurem Startup LAWIO?

Mit LAWIO bringen wir das Recht in die Wohnzimmer und bieten den Leuten sofort eine Lösung für akute Probleme. Bisher waren die Hürden für Privatpersonen hoch, Recht zu bekommen wo unrecht geschieht. Mit LAWIO wird das Recht ein Stück zugänglicher. Als LegalTech Startup legen wir viel Wert auf beide Seiten: Legal und Tech. Unser Anspruch ist es, mit moderner Technologie ohne Qualitätsverlust der rechtlichen Aspekte, optimale und faire Ergebnisse zu erzielen.

2. Gibt es etwas, was du Rückblickend auf die Gründung vielleicht anders machen würdest?

Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass man so früh wie möglich andere Personen von dem Projekt/der Idee/der Gründung wissen lässt. Ehrliches Feedback ist so ziemlich das wertvollste was du in der Anfangszeit bekommen kannst. Wir haben das zwar schon relativ früh verstanden aber wenn man noch früher damit begonnen hätte, hätten wir uns vielleicht doch die eine oder andere Umstellung gespart. Prinzipiell bin ich aber auch ein Fan der Meinung, dass Fehler machen fester Bestandteil in der Gründungsphase ist – man lernt und macht ihn (wahrscheinlich) nicht nochmal.

3. Was hat dich in diese Branche gebracht?

Ich habe Wirtschaftsrecht studiert und hatte deswegen immer schon einen Bezug zu Recht. Mit meinem Mitbewohner Sebastian kam die Idee zu LAWIO noch während der Zeit meines Masterstudiums in unserem WG-Wohnzimmer. Die Heizung war ausgefallen und das warme Wasser war stillgelegt. In dieser Situation wurde uns erst bewusst, wie kompliziert es ist, Mietminderungsansprüche geltend zu machen.

4. Warum ist Magdeburg besser als Berlin?

Wir haben uns auch in Berlin wohl gefühlt. Grade in der Anfangsphase wurden wir durch das breite Angebot an Startup-Unterstützung gut bestärkt. Nach unserer einjährigen Entwicklungsphase und praktisch mit der Marktreife sind wir dann sozusagen „in die Welt raus“ und nun in Magdeburg gelandet. Die Atmosphäre gefällt uns hier sehr gut, das Startup-Netzwerk ist zwar deutlich kleiner aber umso vernetzter. Auf jeden Fall sehen wir viel Potential hier und möchten auch gerne dazu beitragen, den Standort noch attraktiver für GründerInnen zu machen. Weil hier profitiert man nicht nur von noch bezahlbaren Mieten, sondern hat gleichzeitig hoch qualifizierte Studierende als potentielle ArbeitnehmerInnen.

5. Welches Tool ist aus deinem Alltag nicht mehr weg zu denken?

Im Team arbeiten und kommunizieren wir viel mit den Microsoft Lösungen und wissen diese sehr zu schätzen. Eine Sache auf die ich aber auch nicht verzichten möchte ist der Kaffee aus der Siebträgermaschine in unserem Büro.

6. Was hast du für dein Leben und dein Startup aus deinem Lieblingsbuch gelernt?

Zurzeit komme ich leider wenig zum Lesen aber ein Buch dass mich in jedem Fall geprägt hat ist Pipi Langstrumpf. #einfachmachen.

7. Wenn du die Chance hättest, mit einer Person aus allen Menschen auf der Welt Essen zu gehen, wen würdest du wählen? Erkläre warum.

Ein Abendessen mit Ruth Bader Ginsberg fände ich besonders spannend. Die us-amerikanische Richterin hat auf extrem kluge Weise Missstände in der Gesellschaft und vor allem der Gesetzeslage aufgedeckt und verdeutlicht. Als Mietglied im Supreme Court hat sie gegen jegliche Form der Diskriminierung und die Vielschichtigkeit der damals herrschenden strukturellen Ungleichstellung gekämpft. Ihr teilweise taktisches Vorgehen hat für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichstellung gesorgt und die Vielschichtigkeit der strukturelle Ungleichstellung aufgezeigt.

Ein Beispiel dafür war dass sie in einem Prozess einen Mann vertreten hat, dessen Frau verstorben war und er nun keine Witwenrente bekommen sollte während, wenn er eine Frau wäre, diese zugesprochen bekommen hätte. Deshalb finde ich es auch eine wahre Aussage zu sagen: „Es reicht nicht aus, wenn sich die Gesellschaft verändert. Gesetze und Institutionen müssen mitziehen.“

Über LAWIO:

LAWIO ist eine Plattform für Mieterinnen und Mieter. Insbesondere bei rechtlichen Problemstellungen fühlen sich Mieter oft alleine gelassen. Auf LAWIO finden diese deshalb ein großes Angebot an Informationen rund um das Mietverhältnis. Mit dem LAWIO-Tool kann in wenigen Minuten mit einer Erstüberprüfung ermittelt werden, ob ein Schadensfall zu Mietminderung berechtigt. Besteht eine Forderung, kann diese an LAWIO abgetreten werden, sodass sich LAWIO um die Einziehung der Geldforderung kümmert. Die Mietminderung wird dann nach erfolgreicher Einziehung dem Nutzer abzüglich einer Erfolgsprovision überwiesen. Mitte des Jahres ist das Startup nach einem 7 stelligen Investment von Berlin nach Magdeburg gezogen.

Über Lea Bötticher:

Lea Bötticher ist Wirtschaftsjuristin und kümmert sich als Geschäftsführerin vor allem um die Produktplanung. Sie hat LAWIO im Sommer 2018 gemeinsam mit Sebastian Blanke, Alessandro Bartsch, Julia Baumbach, und Timo Kühnel gegründet. Die Gründungsidee ist aus einem persönlichen Problem entstanden, in der WG von Lea und Sebastian gab es nämlich für mehrere Wochen keinen Tropfen warmes Wasser – und das im Winter. Die Kommunikation mit der Hausverwaltung zog sich hin und obwohl Lea einen rechtlichen Hintergrund hat, war es nicht einfach die korrekte Vorgehensweise zu ermitteln. Auch die Suche nach einer Lösung im Internet gestaltete sich als schwierig. Genau hier setzt LAWIO an. LAWIO ermöglicht es den „digital natives“ von heute die Lösung für Mietrechtsprobleme online zu finden. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist dabei die Etablierung von digitalen Standards in der Rechtsbranche.

Das waren 7 Fragen an… Lea Bötticher von LAWIO. Bald geht es mit einer neuen Reihe weiter, ihr dürft gespannt sein.

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