TGFS Investment für die Raylytic GmbH

Raylytic analysiert mit Hilfe von algorithmus gestützer Software Röntgen, MRT- und CT Aufnahmen

TGFS investiert in die Zukunft der Raylytic GmbH

Der TGFS (Technologiegründerfonds Sachsen) beteiligt sich an der Raylytic GmbH, die sich auf die computerunterstützte, hochgenaue Analyse von Röntgen-, CT- und MRT-Bildern spezialisiert hat. Raylytic ist mittels eigenentwickelter Algorithmen weltweit eines der ersten Unternehmen, das einzelne Strukturen im menschlichen Körper (z.B. Knochen, Wirbelkörper und Implantate) automatisch erkennen und Veränderung durch Verschleiß, Lockerung oder den Heilungsverlauf quantifizieren kann. Bislang kann das Unternehmen mehr als 100 Parameter an der Wirbelsäule und anderen Gelenken analysieren und plant neben der Internationalisierung die Erweiterung der Analyse auf Weichteilgewebe. Raylitic setzt sich auch den Wörtern X-Ray (die englische Bezeichnung für Röntgen-Strahlen) und Analytic Data Extraction (analytische Datengewinnung) zusammen. Bisher fokussierte sich das Unternehmen stark auf klinische Studien, die Medizintechnik-Hersteller brauchen, um Genehmigungen für ihre Produkte zu bekommen. Die Konzentration auf ihre eigens entwickelte Softwarelösung soll jetzt aber stärker in den Mittelpunkt rücken und von einem Labor- zu einem Vermarktungsstadium überführt werden. Mit der Finanzierung des TGFS soll vor allem der nationale und internationale Vertrieb und die Zulassung der Software als Medizinprodukt auch für Diagnoseanwendungen vorangetrieben werden.

Algorithmen zur Auswertung von Röntgen-Bildern

Da der Gesundheitsmarkt stark reguliert ist, sind klinische Studien zur Genehmigung von Medizintechnischen Produkten wie Implantaten unerlässlich. Mit einer neuen EU-weiten-Gesetzgebung entstehen noch mehr Auflagen für die Hersteller. Nicht nur für die Genehmigung der Produkte müssen klinische Studien durchgeführt werden, sondern nun auch sogenannte Post-Market-Studien. Diese sollen klären, ob die Leistungsversprechen auch in der Anwendung im klinischen Alltag erfüllt werden. Um beispielsweise zu belegen, dass ein Implantat, welches zu einer Heilung (auch genannt Fusion) des Knochens führen soll, diesen auch wirklich fusioniert, muss dies in einer nachgelagerten Studie geprüft werden.  In diesen nachgelagerten Studien wird die Komplikationsrate und Funktion von Implantaten beurteilt. Ihre selbstentwickelte Softwarelösung setzt Raylitic auch für diese Studien ein. Sie erlaubt es schnell und einfach, Röntgen-Aufnahmen zu analysieren. Bisher besteht der Kundenkreis von Raylitik aus den Herstellern von Medizintechnik. Für die Zukunft plant Raylitik mit ihrer Softwarelösung aber auch in den Kliniken anzukommen. Durch sie müssen Röntgen Bilder nicht mehr aufwendig vermessen werden. Im klinischen Alltag soll Raylitic damit den Ärzten bei der Diagnose Zeit ersparen, welche sie dann wiederum für ihre Patienten haben. „Aufgrund einer Verschärfung des Zulassungsverfahrens von Implantaten und der Verpflichtung der Hersteller, die Sicherheit und Leistungsfähigkeit ihrer Medizinprodukte in der klinischen Anwendung künftig fortlaufend zu bewerten, beobachten wir eine steigende Nachfrage nach geeigneten Messverfahren. Die medizinische Bildgebung liefert dazu eine hervorragende Grundlage, da diese im Gegensatz zur Befragung eines Patienten unabhängig von der Tagesform des Patienten ist. Der tatsächliche Blick auf die Implantatfunktion und die Heilungsvorgänge im Körperinneren bilden darüber hinaus eine wesentliche Säule der evidenzbasierten Medizin. Zur Erzielung einer größtmöglichen Objektivität und Wiederholbarkeit verwenden wir den Computer und Algorithmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz um sämtliche Bilddaten nach einheitlichen Maßstäben vollautomatisch zu bewerten.“, so Gründer und Geschäftsführer Frank Trautwein.

Leipzig als Wunschstandort der Mitarbeiter

Finanzieren konnte sich das Startup aus Leipzig bisher durch eine Quersubvention. Einerseits durch Einnahmen früherer Implantat Entwicklungen und andererseits durch eine Seedfinanzierung des TGFS mit einem hohen 6-stelligen Betrag. Damit soll die Zeit bis zum geplanten Break Even im nächsten Jahr überbrückt werden. Im Gespräch mit Raylitic Gründer Frank Trautwein bei den Hightech Venture Days erzählte er uns, dass die Vorläufer Firma von Raylitik  sich eigentlich in Stuttgart gründete. Doch da viele der Mitarbeiter lieber ein Leben in Leipzig aufbauen wollten, zog das junge Unternehmen Kurzerhand um. Das zeigt wie beliebt die Region Mitteldeutschland für Unternehmen ist. Nicht nur die Bedingungen für Unternehmen sind gut, sondern auch die Lebensbedingungen der Mitarbeiter. Das ist ein wichtiger Aspekt, um ein Unternehmen aufzubauen, den man nicht unterschätzen sollte. Zufriedene Mitarbeiter sind ja bekanntlich gute Mitarbeiter.

Über den TGFS (Technologiegründerfonds Sachsen)

Der TGFS (Technologiegründerfonds Sachsen) stellt technologieorientierten Gründern Beteiligungskapital für die Seed- und StartupPhase
zur Verfügung. Der Fonds wurde 2008 mit einem Volumen von €60 Mio. aufgelegt und im März 2016 auf mehr als €124 Mio.
aufgestockt. Zielunternehmen des TGFS sind junge, innovative, technologieorientierte Gründer und Unternehmen, die den Branchen
ITK, Halbleiter- und Mikrosystemtechnik, Medizintechnik, Umwelt- und Energietechnik sowie Neue Medien angehören. Der TGFS
richtet sich an junge Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen.