14. IQ Innovationspreis Mitteldeutschland: Ein Abend überzeugender Gewinner

IQ Innovationspreis
IQ 2018 - Preisverleihung am 28.06.2018 in Gera. Moderation: Hanka Fischer und Jörn-Heinrich Tobaben

Am 28.06.2018 trafen in Gera verschiedenste Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft sowie Politik zusammen, um die Preisverleihung des 14. IQ Innovationspreises der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschlands zu feiern. Aus über 157 Bewerbungen wurden Innovatoren aus den Clustern Automotive, Chemie/Kunststoffe, Energie/Umwelt/Solarwirtschaft, Informationstechnologie und Life Science gekürt. Auf die Gewinner wartete eine Gesamtsumme von 70.000 Euro Preisgeld.

Ein kurzweiliger Abend im Theater Gera

In diesem Jahr fand der IQ Innovationspreis Mitteldeutschland im großen Haus der Theater in Gera statt. Das Theater ist eines der modernsten und außergewöhnlichsten Theatern seiner Zeit. Diese außergewöhnliche Atmosphäre des Baus betonte auch die außergewöhnlichen Ideen der nominierten Bewerber. Mit ihren Eröffnungsreden leiteten Kurt Dannenburg, Bürgermeister der Stadt Gera, und Burkahrd Jung, Bürgermeister der Stadt Leipzig und 1. Vorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, in einen kurzweiligen Abend ein. IQ-Projektleiterin Hanka Fischer persönlich und Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, führten mit ihrer Moderation durch den Abend. Mit ausgefeilter Technik, einem reibungslosen Ablauf sowie interessanten Einblicken in die Wahl der Gewinner war die Veranstaltung ein voller Erfolg!

Die Gewinner des 14. IQ Innovationspreises

Die Jury des IQ Innovationspreis wählte in einer mehrstufigen Phase aus 157 Bewerbungen 30 Finalisten aus. Von den Bewerbungen kamen 70 aus Sachsen, 44 aus Sachsen-Anhalt, 21 aus Thüringen und weitere 22 aus anderen Bundesländern. Auch in diesem Jahr waren die Bewerbungen „geprägt von jungen Köpfen, disruptiven Ideen und einer hohen Qualität,“ heißt es vom IQ Innovationspreis Mitteldeutschland. Neben den Clusterpreisen wurden auch lokale Preise der Städte Halle, Leipzig und Magdeburg verliehen.

Gewinner lokale Preise

Den IQ Innovationspreis Halle gewannen Prof. Dr. Karsten Mäder und Dr. Johann Stelzner. Sie haben eine neue Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, die Bestandteil von Impfungen sind, entwickelt. Sogenannte Adjuvantien werden Impfstoffen beigefügt, um z.B. die Antikörperbildung zu erhöhen. Das Problem dabei ist, dass diese häufig unverträglich und schwer sterilisierbar sind. Mit der neuen Zusammensetzung beheben die beiden Forscher der Universität Halle-Wittenberg diese Nachteile. Außerdem kann das Team die Inhaltsstoffe dampfsterilisieren, sodass ein Pulver entsteht. Dieses muss nicht mehr kühl gelagert werden. Das hat vor allem Vorteile für die Tiermedizin und die Entwicklungsländer.

Den IQ Innovationspreis Leipzig gewann das Unternehmen Trionplas Technologies. Eine 15-jährige Grundlagenforschung am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) war der Grundstein für das innovative Herstellungsverfahren für neuartige Freiform-Optiken. Die optische Industrie braucht bereits heute Freiform-Optiken in vielen Branchen. Die Trionplas GmbH ermöglicht es, mittels reaktiver lokaler Plasmaverfahren, optische Oberflächen und Elemente beliebig zu modifizieren.

IQ Innovationspreis
IQ 2018 – Preisverleihung am 28.06.2018 in Gera: Startup neotiv.

Der IQ Onnovationspreis Magdeburg ging in diesem Jahr an das Unternehmen neotiv. Das Gründerteam Emrah Düzel, Dr. Chris Rehse, David Barron, Julian Haupenthal und Jana Schumann haben das Startup aus einer Forschungskooperation zwischen der Otto-von-Guerike-Universität Magdeburg und dem Deutschen Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen (DZNE) heraus gegründet. Sie haben eine App entwickelt, mit deren Hilfe man frühzeitig Alzheimer erkennen kann. Ein Gedächtnistest fragt nach neusten Erkenntnissen der Forschung bestimmte Muster ab. So kann die App Anzeichen von Demenz schon früh erkennen. Neotiv wird durch das EXIST Programm vom Bundeswirtschaftsministerium und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Jetzt muss die App nur noch als Medizinprodukt zugelassen werden.

Gewinner der Cluster-Preise

Im Cluster Automotive hat ChargeX gewonnen. Die Gründer Tobias Wagner und Michael Masnitza haben einen Akku für Elektro Autos entwickelt, der eine modulare Ladelösung bietet. Ladestationen für Elektroautos sind teuer zu bauen. Außerdem muss man extra sein Auto dort abstellen, deshalb werden die Autos häufig nur über einen kurzen Zeitraum geladen. Dabei stehen sie häufig sowieso den ganzen Tag auf einem Parkplatz vor dem Büro oder nachts in der Tiefgarasche des Wohnhauses. Mittels eines „Plug&Play“-Adaptersystems kann eine 22kW-Wallbox modular um 6 weitere Ladepunkte erweitert werden. So können die Ladestationen effizienter genutzt werden. Seit März 2018 ist ChargeX Teil des Volkswagen Future Mobility Incubator in der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

Im Cluster Chemie/Kunststoffe sind der IQ Innovationspreis an die Trionplas GmbH, die auch schon den Städte Preis Leipzig mit nach Hause nehmen durfte.

Den IQ Innovationspreis im Cluster Energie/Umwelt/Solarwirtschaft hat das Startup Air Profile gewonnen. Air Profile ermöglicht mithilfe eines Lasers eine exakte Messung von Partikeln, die vom Wind mitgetragen werden. So kann die Messtechnik von Air Profile die Poitionen für Windräder optimal bestimmen. Die Messtechnik kann aber auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. Momentan befindet sich ein Prototyp im Test.

Im Cluster Informationstechnologie – übrigens das Cluster mit den meisten Bewerbungen – gewann Telescrop. Das Startup aus Thüringen hat einen Algorythmus entwickelt, der die Geodaten für Bauern optimal auswertet. So können Bauern präzise und individuell ihre Felder, düngen usw. Das macht die Landwirtschaft effektiver und nachhaltiger.

 Cluster Life Science:

Hier gewann denovoMATRIX den IQ Innovationspreis. Einem Team des Zentrums für Innovationskompetenz B-Cube (ZIK B-Cube) der TU Dresden gelang es, eine neuartige Technologie für die Biomaterialbeschichtung zu entwickeln. Warum ist das so spannend? Stammzellen sind sehr wichtig bei der Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Krenbstherapie. Um Stammzellen im Labor zu reproduzieren, braucht es eine Biomaterialbeschichtung der Plastikoberflächen der Zellträger. Für das Extrat wurden bisher Zellen von Mäusen genutzt, die jedoch eine Varianz in ihren Eigenschaften aufweißt und sich aufgrund des tierischen Ursprungs nicht für die klinische Anwendung eignen. Mit der denovoMATRIX ist es nun möglich, im Labor die Komponenten des Biomaterials modular zusammenzufügen. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören Zuckermoleküle und Peptide, die zum Beispiel als Signalmoleküle für Wachstum, Differenzierung und den Zusammenhalt von Zellen dienen. Erstamls lässt sich Biomaterial herstellen, dessen Bestandteile exakt chemisch definiert sind und das die natürliche Umgebung im Körper so gut wie möglich nachbildet.

Gesamtsieger des IQ Innovationspreis Mitteldeutschland

Gesamtsieger ist das Startup ChargeX. Mit ihrer modularen Ladestation haben sie die Jury überzeugt. Ab Herbst soll die Auslieferung des Systems an erste Pilotkunden starten.

Auch wir gratulieren allen Gewinnern und danken allen Beteiligten und Helfern für den schönen Abend in Gera!