10 Fragen an Eatapple

Eatapple

Eatapple Gründer Konstantin Neumann im Interview

Eatapple hat den ersten essbaren Trinkhalm entwickelt. Er besteht aus Resten, die bei der Produktion von Apfelsaft entstehen; dem sogenannten Apfelrester. Der Trinkhalm gibt nur ganz wenig Geschmack an das Getränk ab, sodass man nur bei einem Glas Wasser eine Apfelnote schmeckt. Eine tolle Idee, die den unnötigen Plastikmüll durch Trinkhalme reduziert. Für die Zukunft sind sogar noch weitere Geschmackssorten geplant. Unterstützt wurde das Projekt vom Karlsruher Institut für Technologie bei der Produktentwicklung und Produktion. Die aktuelle Crowdfunding Kampagne könnt ihr über die Website des Unternehmens wisefood finden.

Wer steht hinter Eatapple?

Eatapple ist das erste Produkt unserer wisefood GmbH die wir zu dritt gegründet haben. Zu den Gründern zählt Danilo Jovicic (verantwortlich für Umweltmanagement + Finance)  Philipp (alles was mit  Online Marketing und IT zu tun hat ) und ich Konstantin Neumann (Produktionsplanung, Verkauf). Große Hilfe bei der Rezepturentwicklung und der Verwirklichung des Projektes bekommen wir von Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie sowie vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik.

Wie kam es zur Idee von Eatapple?

Aus einem Uni Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie bei dem es darum ging essbares Besteck zu entwickeln entstand bei einem längeren Bar Besuch die Idee: Lasst uns essbare Trinkhalme machen. Denn wem geht es denn nicht auch so: Man sitzt gemütlich in einer Bar, trinkt seinen Cocktail, unterhält sich mit seinen Freunden und kaut auf seinem Plastiktrinkhalm herum. So fragten wir uns auch, wie cool wäre es denn, wenn man Trinkhalme wirklich essen kann. Wenige Wochen später wurde dann schon getüftelt.

Wie lange habt ihr gebraucht von der Idee bis zum marktfähigen Produkt?

Die ersten Versuche wurden bereits im Frühjahr 2016 durchgeführt. Bis dann nun wirklich der erste Halm von der großen Anlage lief dauerte es aber noch ein weiteres Jahr.

Wie konntet ihr euch bislang finanzieren?

Bislang sind wir komplett eigenfinanziert. Zum Teil auch durch familiärer Seite von mir.

Was war die wichtigste Erfahrung für dich als Gründer?

Manchmal geht es dann doch nicht immer so schnell, wie man es gern hätte. Ich glaube das war so die wichtigste Sache. Man muss auf jeden Fall immer genug Pufferzeit einplanen weil am Ende eh immer alles sehr knapp zugeht.

Was bedeutet es dir, dein eigener Chef zu sein?

Für mich ist es die Erfüllung meiner Träume, ich wollte nie irgendwo angestellt sein. Der 9-5 Job war für mich ein absolutes  no go. Ich kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen und mir meistens auch die Aufgaben raussuchen die ich am liebsten mache, was natürlich bei einem Angestelltendasein oft nicht der Fall ist. Und was mir auch besonders wichtig ist das Bewusstsein, dass ich jede Stunde in meine eigene Sache investiere und nicht in die von jemand anderes.

Was war der hilfreichste Ratschlag für dich in deiner Gründungsphase?

Mir wurde von Anfang an sehr ans Herz gelegt, dass ich mir ein großes Netzwerk aufbauen soll. Das ist heute wirklich goldwert und man weiß immer jemanden der einem bei verschiedenen Dingen helfen kann.

Eatapple ist bisher teurer als herkömmliche Strohhalme. Für viele ist der Preis entscheidend bei der Produktauswahl. Warum bist du überzeugt, dass Eatapple trotzdem erfolgreich sein wird?

Der Preis spielt natürlich immer eine Rolle, tatsächlich ist es den meisten aber nicht zu viel, da sie den Mehrwert dahinter sehen und wissen, dass es gut für die Natur ist. Wenn der Gastronom seine Getränke einfach dann ein paar Cent teurer macht und dem Kunden im Gegenzug eine leckere Knabberei zum Getränk anbieten kann ist doch jedem geholfen. Zum Beispiel: Wenn man bei Burger King Pommes bestellt, kostet der Ketchup auch 20 cent extra (lacht). Da stellt sich jetzt die Frage, was ist besser Ketchup oder Trinkhalm den man essen kann und weiß, dass er die Umwelt nicht belastet.

Wo siehst du Eatapple idealerweise in einem Jahr?

In einem Jahr will ich mindestens 100 Gastronomien monatlich regelmäßig mit unseren Halmen beliefern und ein weiteres Produkt in unsere Firma integriert haben.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Manchmal wäre es super, wenn der Tag ein paar Stunden länger hätte. Fliegen wäre auch Klasse, da könnte man über den ganzen Stau hinweg fliegen und wäre deutlich entspannter am Ziel.